Die Nasa-Astronautin Kate Rubins zeigt ihre provisorische „Wahlkabine“ an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Ein spezielles Gesetz ermöglicht es Astronaut:innen, aus dem All an Wahlen im US-Bundesstaat Texas teilzunehmen.
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Die Nasa-Astronautin Kate Rubins zeigt ihre provisorische „Wahlkabine“ an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Ein spezielles Gesetz ermöglicht es Astronaut:innen, aus dem All an Wahlen im US-Bundesstaat Texas teilzunehmen.

So funktioniert die Wahl im All

US-Wahl im All: Nasa-Astronautin Kate Rubins wählt auf der ISS

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    vonTanja Banner
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Die Nasa-Astronautin Kate Rubins lebt während der US-Wahl 2020 auf der ISS. Trotzdem kann sie sich an der Wahl beteiligen - ein spezielles Gesetz und Unterstützung von der Erde machen es möglich.

  • Die Nasa-Astronautin Kate Rubins hat auf der ISS ihre Stimme für die US-Wahl 2020 abgegeben.
  • Ein Gesetz im US-Bundesstaat Texas und spezielle Wahlunterlagen ermöglichen die Wahl aus dem Weltall.
  • Alles rund um Weltraumforschung, Astronauten und die Internationale Raumstattion.

Was passiert eigentlich, wenn sich eine Wahlberechtigte auf der Internationalen Raumstation ISS befindet, während auf der Erde eine wichtige Wahl stattfindet? Die Nasa-Astronautin Kate Rubins hat damit bereits Erfahrung: 2016 befand sie sich während der Wahl zum US-Präsidenten auf der ISS - und wählte dort. Auch derzeit hält sich Rubins wieder an Bord der Internationalen Raumstation auf - und zwar für insgesamt sechs Monate, also weit über die US-Wahl am 3. November 2020 hinaus.

US-Wahl 2020: Wie man auf der ISS wählen kann

Doch ihre Abwesenheit ist kein Hinderungsgrund: Seit 1997 gibt es ein Gesetz, das das Wählen aus dem Weltall im US-Bundesstaat Texas erlaubt. Da in Houston das Training der Astronaut:innen stattfindet, verlegen viele Raumfahrer:innen vor dem Raumflug ihren Wohnsitz nach Texas - nach Angaben der Nasa ist es jedoch auch möglich, in einem anderen US-Bundesstaat zu wählen.

Die Wahlvorbereitung für Astronaut:innen beginnt bereits vor dem Abflug: Sie müssen eine sogenannte Federal Postcard Application (FPCA) ausfüllen - ein Formular, das auch Militärangehörige und ihre Familien ausfüllen, um aus dem Ausland wählen zu können. Mit diesem Formular signalisieren Astronaut:innen nach Angaben der Nasa „ihre Absicht, an einer Wahl aus dem All teilzunehmen“.

US-Wahl 2020: Astronautin Kate Rubins wählt auf der Internationalen Raumstation ISS

Den nächsten Schritt bekommt Astronautin Kate Rubins im All vermutlich gar nicht mit: Eine zuständige Person der Wahlbehörde des Bundeslands schickt einen elektronischen Test-Stimmzettel an das Johnson Space Center in Houston. Dort wird mit einem Computer, mit dem eigentlich für den ISS-Aufenthalt trainiert wird, überprüft, ob der Stimmzettel ausgefüllt werden kann und ob die Übertragung zurück zur Wahlbehörde funktioniert. Ist der Test erfolgreich, wird die Astronautin auf der ISS mit einbezogen.

Sie erhält aus dem Wahlbüro einen sicheren elektronischen Stimmzettel und außerdem persönliche Informationen, mit denen nur die Stimmberechtigte auf den Stimmzettel zugreifen kann. Nachdem Rubins den Wahlzettel ausgefüllt hat, geht er wieder elektronisch - per E-Mail - zurück ans Wahlbüro, wo nur die zuständige Person mit einem Passwort auf den Stimmzettel Zugriff hat. Dieser Prozess muss in Texas bis spätestens 19 Uhr Ortszeit am Wahltag abgeschlossen sein, sodass die Stimme von der ISS gezählt wird.

Kate Rubins wählt auf der ISS: „Jeder auf der Erde kann das auch“

Kate Rubins hat ihr Wahlrecht nun bereits zum zweiten Mal auf der Internationalen Raumstation ausgeübt - und dokumentiert das auf Twitter. Zu sehen ist ein Bild, auf dem Rubins vor einer provisorischen „Wahlkabine“ steht, auf der ein Zettel mit der Aufschrift „ISS-Wahlkabine“ klebt.

Viele auf Twitter sind begeistert: „Die Leute hier unten sollten jetzt keine Entschuldigung mehr haben, nicht wählen zu gehen. Du hast gezeigt, wie es geht“, schreibt ein Nutzer. Astronautin Kate Rubins sieht das ähnlich: „Es ist für jeden wichtig, zu wählen“, betont sie in einer Videobotschaft. „Wenn wir das aus dem Weltall tun können, glaube ich, dass es jeder von der Erde aus auch kann“, so Rubins weiter. Die Raumfahrer:innen hielten es „für eine Ehre, aus dem Weltall zu wählen“, erklärt Rubins und ergänzt: „Es ist wichtig, sich an unserer Demokratie zu beteiligen“.

Die Internationale Raumstation ISS wird seit etwa 20 Jahren dauerhaft von Menschen bewohnt. Kurz vor dem Jubiläum am 2. November 2020 kämpft die Crew der Raumstation jedoch mit Problemen: Durch ein Leck entwich Sauerstoff, ein Sauerstoff-System fiel kurzzeitig aus, außerdem gab es zuletzt Probleme mit einer Weltraumtoilette. (Tanja Banner)

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