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Unwetter in Deutschland

Unwetter: Welche Versicherung Schäden nach Starkregen und Hochwasser bezahlt

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Erst Starkregen und Hochwasser, dann die Beseitigung der Unwetter-Auswirkungen. Welche Versicherung kommt für die entstandenen Schäden auf?

Frankfurt - Unwetter mit Starkregen sorgen in Deutschland für überschwemmte Gärten und vollgelaufene Keller. Die damit eingehenden Schäden können schnell teuer werden. Warum? Sie werden nicht von allen Versicherungen getragen.

Schäden durch Unwetter können ganz verschieden ausgeprägt sein und unterschiedliche Bereiche treffen. Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, zerkratzte oder zerstörte Autos, unterspülte Terrassen, verletze Personen - zu Recht fragen sich viele Menschen, welche Versicherung dafür zuständig ist.

Unwetter in Deutschland: Wie werden (Elementar-)Schäden versichert?

Automatisch mitversichert sind Schäden durch Unwetter und Co nur selten. In den meisten Fällen muss ein zusätzlicher Elementarschutz in die Versicherung aufgenommen werden. Dabei kommen sowohl Hausratversicherungen als auch Wohngebäudeversicherungen infrage. Folgende Übersicht zeigt gängige Versicherungsmodelle und ihre Zuständigkeiten:

  • Hausbesitzer versichern mit der Wohngebäudeversicherung Hab und Gut im und am Haus (Keller nur bei mitversicherten Elementarschäden; Gartenhäuschen, Geräteschuppen, Hundehütte, Zaun oder ähnliche Grundstücksbestandteile meist nicht inbegriffen)
  • Hausbesitzer und Mieter versichern mit der Hausratversicherung Sturmschäden an Wohnungseinrichtungen (zerstörte Fensterscheiben nicht inbegriffen)
  • Durch herabfallende Gegenstände getroffene Personen können Schadensersatz verlangen, dann greift je nach Gegenstand die Privathaftpflichtversicherung (z. B. Blumentopf vom Balkon) oder die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung (z. B. Ziegel)
  • Schäden am Auto können je nach Art der Verursachung von Teilkaskoversicherung oder Vollkaskoversicherung übernommen werden
  • Schäden am eigenen Leib (als Unfallopfer) werden von der Krankenkasse getragen. Bei bleibenden Schäden können privaten Unfallversicherung oder gesetzlichen Unfallversicherung (z.B. Unfall auf dem Arbeitsweg) sowie Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung aktiv werden
  • Quelle: ARD-Morgenmagazin

Unwetter in Deutschland: Wann und bei welchen Schäden greift der Elementarschutz?

Vor allem in Nordrhein-Westfalen herrscht derzeit durch Unwetter, Überflutungen und Dauerregen massives Chaos. Neben überspülten Gleisen und Straßen (wie auf der A1), sorgen unter Wasser stehende Keller für Probleme. Wichtig zu wissen: In einer Gebäude- oder Hausratversicherung sind Sturm ab Windstärke 8, Hagel oder ein Blitzschlag meist mitversichert. Weitere Schäden durch Naturereignisse müssen jedoch zusätzlich mit einer Elementarschadenversicherung versichert werden. Das erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW).

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind im Elementarschutz meist folgende Schäden gedeckt: Schäden durch Starkregen, Hochwasser, Schneedruck, Lawinen, Erdrutsche, Erdsenkungen, Erdbeben und Vulkanausbrüche. In der Regel verpflichtet sich der/die Versicherungsnehmer:in darüber hinaus zu einer Selbstbeteiligung. Das heißt, er oder sie zahlt einen Teil der Schäden selbst. Das ist aber von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.

Unwetter in Deutschland: Ein Auto ist von Schutt bedeckt, den Hochwasser gebracht hatte. Welche Versicherung ist hier zuständig?

Unwetter in Deutschland: Wann zahlt die Versicherung trotz Elementarschutz nicht?

Wer eine Versicherung mit Elementarschutz abgeschlossen hat, wird zu einer gewissen Sorgfalt verpflichtet. Die Sorgfaltspflicht ist erfüllt, wenn bei zum Beispiel Sturm und Starkregen alle Fenster fest verschlossen sind. Wer ein Fenster offen stehen oder gekippt lässt und die dadurch entstanden Schäden über die Versicherung abwickeln will, wird damit wenig Glück haben.

Als Mieter gibt es bei Unwetterschäden die Möglichkeit zur Mietminderung, wenn die betroffene Wohnung nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar ist. Der Schaden sollte von Beginn an dokumentiert und der Vermieter über die Sachlage informiert werden. Je größer der Schaden, desto größer die Mietminderung. Bei einer unbewohnbaren Wohnung ist auch eine Minderung in voller Höhe (100 Prozent) möglich.

Laut VZ NRW haben in Deutschland ungefähr 45 Prozent aller Privathäuser einen Elementarschutz in der Versicherung. „Problemlos versicherbar“ seien allerdings knapp 99 Prozent, erklärt der GDV. Wann und ob es sich lohnt, Elementarschäden zu versichern, sollte mit dem zuständigen Versicherungsvertreter besprochen werden. „Starkregen kann Sie überall treffen und Schäden verursachen - auch wenn Sie auf einem Berg wohnen“, heißt es dazu von der GDV. (jey/dpa)

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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