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An der Charité werden derzeit Ungereimtheiten einer Forschungsarbeit der Neurologin Frauke Zipp untersucht.
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An der Charité werden derzeit Ungereimtheiten einer Forschungsarbeit der Neurologin Frauke Zipp untersucht.

Charité Berlin

Untersuchung wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens

Die Neurologin Frauke Zipp soll an der Uniklinik Hamburg Ärztliche Direktorin werden. Gleichzeitig nimmt die Charité Ungereimtheiten in einer ihrer Forschungsarbeiten unter die Lupe.

Von Thorkit Treichel

An der Berliner Charité läuft noch eine interne Untersuchung wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens in einer Arbeit, an der die Neurologin Frauke Zipp beteiligt war. Gleichzeitig will die Professorin jetzt offenbar neu im Norden durchstarten. Frauke Zipp soll nach Informationen der Berliner Zeitung neue Ärztliche Direktorin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) werden.

An der Charité wurde der voraussichtliche Wechsel der 49-Jährigen an die Spitze des UKE mit Erstaunen aufgenommen. Eine wissenschaftliche Publikation, an der Zipp als verantwortliche Seniorautorin beteiligt war, ist dort gegenwärtig Gegenstand einer internen Untersuchungskommission zu wissenschaftlichem Fehlverhalten. In der Studie aus dem Jahr 2003 werden Zellschädigungen im Gehirn untersucht.

Bereits dritte Untersuchungskommission an der Charité

„Der Charité wurde vor über drei Jahren eine Liste von mehr als 20 inkriminierten Publikationen vorgelegt, darunter auch das Paper, an dem Zipp mitgearbeitet hat“, sagte Christoph Berndt, Vorsitzender des Personalrats der Fakultät. Dazu habe die Charité die inzwischen dritte Untersuchungskommission eingesetzt. Inzwischen soll es nach Angaben Berndts Voruntersuchungen zu der Zipp-Studie geben. „Wir sind sehr gespannt, was sie ergeben.“ Vom Charité-Vorstand war keine Stellungnahme zu erhalten.

Das Magazin Laborjournal hatte sich im Jahr 2010 die Studie vorgenommen und Fehler benannt. Dies sollte in Wissenschaftskreisen nicht unbemerkt geblieben sein. In Hamburg dürfte Zipp auf einen guten Bekannten treffen. Professor Dieter Lenzen, der Präsident der Universität Hamburg, leitete bis 2009 die Freie Universität Berlin und kennt die Neurologin aus dieser Zeit.

Abschied im Streit

Die Charité verließ Zipp, die dort 2002 eine Professur erhalten hatte, im Streit. Für sie begann der Ärger, als die Kooperation des Uniklinikums mit der Helios-Klinik in Berlin-Buch Ende 2008 aufgekündigt wurde. Forscher der Charité hatten mit Klinikärzten von Helios zusammengearbeitet. Jedoch sollen Charité-Mitarbeiter über Jahre hinweg vertragswidrig im Klinikbetrieb von Helios eingesetzt worden sein, ohne dass der private Konzern die Personalkosten erstattete.

Als die Berliner Zeitung dies öffentlich machte, wurde die Kooperation wegen des Verdachts der Quersubventionierung beendet. Zipp, die bis zum Ende der Zusammenarbeit designierte Direktorin einer Klinik in Buch gewesen war, bemühte sich daraufhin vergeblich, eine Klinik an der Charité zu übernehmen. Um weiterhin Forschung betreiben zu können, wechselte sie 2009 an die Gutenberg-Universität nach Mainz.

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