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Forschende haben einen besonders exzentrischen Exoplaneten entdeckt. TOI-2257 b könnte in Zukunft vom „James Webb“-Weltraumteleskop untersucht werden. (Symbolbild)
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Forschende haben einen besonders exzentrischen Exoplaneten entdeckt. TOI-2257 b könnte in Zukunft vom „James Webb“-Weltraumteleskop untersucht werden. (Symbolbild)

TOI-2257 b

Forschungsteam entdeckt exzentrischen Exoplaneten – Astronomin mit schlechter Nachricht

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Auf einem neu entdeckten Exoplaneten könnte es flüssiges Wasser geben – doch bedeutet das automatisch auch mögliches Leben?

Bern – Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Bern hat einen ganz speziellen Exoplaneten entdeckt, der einen roten Zwergstern umkreist. Der Planet mit der Bezeichnung TOI-2257 b wurde zunächst mithilfe des Nasa-Weltraumteleskops „Transiting Exoplanet Survey Satellite“ (TESS) identifiziert. Dabei stießen die Forschenden auf erste Ungereimtheiten: Zwar wurde der Stern, den der Planet umkreist, vier Monate lang beobachtet, doch trotzdem wurde anhand der Daten nicht klar, ob der Planet für eine Umkreisung des Sterns 176, 88, 59, 44 oder 35 Tage brauchte.

Das Las Cumbres Observatory Global Telescope half den Forschenden schließlich dabei, die Umlaufzeit von 59 Tagen auszuschließen. „Als nächstes wollten wir herausfinden, ob die 35 Tage Umlaufzeit möglich sein könnten“, erklärt die Astronomin Nicole Schanche, Erstautorin der Studie, die im Fachjournal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurde. Das Teleskop SAINT-EX in Mexiko konnte einen partiellen Transit des Exoplaneten beobachten, woraus die Forschenden schließlich auf die genaue Umlaufzeit von TOI-2257 b schließen konnten: 35 Tage.

Exoplanet TOI-2257 b hat einen exzentrischen Orbit

Da rote Zwergsterne kühler sind als unsere Sonne, wäre auf einem Planeten in diesem Abstand flüssiges Wasser möglich – was gleichzeitig förderliche Bedingungen für die Entstehung von Leben bedeuten könnte. Gegen eine lebensfreundliche Umgebung spricht jedoch der Radius von TOI-2257 b, der 2,2 Mal größer als der Radius der Erde ist. Das deutet den Forschenden zufolge darauf hin, dass der Planet eher gasförmig ist und ein hoher atmosphärischer Druck für die Entstehung von Leben nicht förderlich ist.

NameTOI-2257 b
HimmelskörperExoplanet
TypSub-Neptun
Masse5,45 Erd-Massen
Umlaufzeit35,2 Tage
Entfernung vom Stern21,75 Mio. Kilometer
Entdeckung2021
Quelle: Nasa

Nasa-Teleskop „TESS“ hat Exoplanet TOI-2257 b zuerst entdeckt

Ein weiterer Punkt, der gegen eine mögliche Bewohnbarkeit des neu entdeckten Exoplaneten spricht, ist seine Umlaufbahn: „Wir haben festgestellt, dass TOI-2257 b keine kreisförmige, konzentrische Umlaufbahn hat“, erläutert Erstautorin Schanche. Es handle sich im Gegenteil um den exzentrischsten Planeten, der einen kühlen Stern umkreist, der je entdeckt worden sei und das sei „im Hinblick auf eine mögliche Bewohnbarkeit leider eine schlechte Nachricht“.

Denn obwohl die durchschnittliche Temperatur des Planeten angenehm sei, „schwankt sie zwischen -80 Grad Celsius und etwa 100 Grad Celsius, je nachdem, wo an seiner Umlaufbahn der Planet sich befindet, ob fern oder nah vom Stern“, macht Schanche deutlich.

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Exoplanet TOI-2257 b könnte von größerem Planeten beeinflusst werden

Hinter der überraschenden Umlaufbahn könnte ein riesiger Planet stecken, der möglicherweise weiter außen im Planetensystem lauere und die Umlaufbahn von TOI-2257 b störe, so die Forschenden. Künftige Beobachtungen sollen nach einem solchen Planeten Ausschau halten. Für die weitere Erforschung des Exoplaneten könnte auch das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA zum Einsatz kommen, das am 25. Dezember 2021 gestartet ist und das etwa ab Sommer 2022 einsatzbereit sein soll. „Insbesondere könnte der Planet auf Anzeichen von Merkmalen wie Wasserdampf in der Atmosphäre untersucht werden“, blickt Schanche in die Zukunft.

Zuletzt haben Forschende weitere spannende Exoplaneten entdeckt: Ein Planet aus Eisen interessiert die Forschung sehr, aber auch ein besonders extremer „heißer Jupiter“ ist für die Forschenden weiter von Interesse. Ein weiterer Exoplanet ist so heiß, dass es dort geschmolzenes Eisen regnet. (tab)

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