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Ein Jupiter-großer Exoplanet – also ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems – könnte von einem Mond umkreist werden, zeigt eine neue Studie. (Künstlerische Darstellung)
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Ein Jupiter-großer Exoplanet – also ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems – könnte von einem Mond umkreist werden, zeigt eine neue Studie. (Künstlerische Darstellung)

Universum

Exomond: Forschende entdecken möglichen Mond außerhalb des Sonnensystems

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Tausende Planeten außerhalb unseres Sonnensystems wurden entdeckt – doch noch kein bestätigter Exomond. Nun haben Forschende einen Verdacht.

New York – In den vergangenen 30 Jahren wurden mehr als 4000 Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, entdeckt. Bisher wurden unterschiedlichste Exemplare gefunden: darunter ein exzentrischer Exoplanet, ein Planet aus Eisen, ein besonders extremer „heißer Jupiter“ und ein Exoplanet, auf dem es Eisen regnet. Was dagegen bisher nicht gefunden wurde: Ein bestätigter Exomond, also ein Mond, der um einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems kreist.

Alleine in unserem Sonnensystem gibt es mehr als 200 Monde – die Erde steuert nur einen Mond bei, ein Großteil der Monde umkreist die Gasriesen Jupiter und Saturn. Deshalb gehen Forschende davon aus, dass es auch jenseits unseres Sonnensystems Monde geben dürfte – nur hat man sie bisher nicht gefunden. Denn die Suche nach ihnen ist schwer.

Neue Studie: Forschende haben Exomond-Kandidaten entdeckt

Exoplaneten werden meist mithilfe der sogenannten Transit-Methode entdeckt: Ein Teleskop wie das Nasa-Weltraumteleskop „TESS“ entdeckt eine regelmäßige Helligkeitsschwankung in der Lichtkurve eines Sterns, die immer dann geschieht, wenn ein Planet vor dem Stern vorbeizieht. Zahlreiche Exoplaneten wurden so entdeckt, doch mit dieser Methode ist es äußerst schwierig, langperiodische, kühle Planeten zu finden – und genau solche Planeten werden den Theorien zufolge am häufigsten von Monden umkreist.

(Zwerg-)PlanetMonde
Merkur0
Venus0
Erde1
Mars2
Jupiter79
Saturn82
Uranus27
Neptun14
Pluto (Zwergplanet)5
Haumea (Zwergplanet)2
Makemake (Zwergplanet)1
Eris (Zwergplanet)1

Blick ins Universum: Forschende finden möglichen Mond außerhalb unseres Sonnensystems

Bisher hat sich die Forschung hauptsächlich auf Exoplaneten konzentriert, die ihren Stern in einer maximalen Entfernung von einer Astronomischen Einheit (1 AU entspricht dem Abstand zwischen Erde und Mond – 150 Millionen Kilometer) umkreisen. Dabei wurde bisher genau ein Exoplanet identifiziert, der möglicherweise von einem Mond umkreist wird: der Jupiter-große Planet Kepler-1625 b. Dass es sich bei Kepler-1625 b-i tatsächlich um einen Exomond handelt, ist bisher jedoch nicht bestätigt.

Nun haben Forschende um den Astronomen David Kipping von der Columbia University in New York einen neuen Exomond-Kandidaten ausfindig gemacht. Die Studie, in der das Forschungsteam um Kipping seine Ergebnisse vorstellt, wurde im Fachjournal Nature Astronomy veröffentlicht. Insgesamt 70 Exoplaneten, die vom längst eingestellten Nasa-Weltraumteleskop Kepler mittels der Transit-Methode ausfindig gemacht wurden, haben die Forschenden für ihre Studie unter die Lupe genommen. Es handelt sich dabei um Exoplaneten, die eine Temperatur von weniger als 300 Kelvin (etwa 27 Grad Celsius) aufweisen und ihren Stern in einer größeren Entfernung umkreisen als die Erde die Sonne umrundet.

Ist Kepler-1708 b-i ein Exomond? Forschenden fehlt noch der letzte Beweis

Nur bei einem der Planeten wurden die Forschenden offenbar fündig: bei Exoplanet Kepler-1708 b (KIC-7906827.01). „Kurz gesagt, wir können derzeit keinen Grund finden, Kepler-1708 b-i als Exomond-Kandidaten abzulehnen“, schreiben die Forschenden in ihrer Studie. Der mögliche Mond außerhalb unseres Sonnensystems ist 2,6 Mal größer als die Erde und könnte den Forschenden zufolge ein fehlendes Puzzleteil darstellen, um die Entstehung und Entwicklung extrasolarer Planetensysteme zu verstehen. Der Planet, den der mögliche Exomond umkreist, ist etwa so groß wie der Planet Jupiter.

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Genug Daten, um Kepler-1708 b-i zu einem Exomond zu erklären, haben die Forschenden jedoch noch nicht. In ihrer Studie fordern sie deshalb sowohl zur Vorsicht als auch zu weiteren Beobachtungen auf. (tab)

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