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Immer weniger Bäume in Bayern: Markus Söder muss Gas geben

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Von: Joachim Wille

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Nicht, dass sich die bayrische Idylle einmal ohne Bäume zeigen muss.
Nicht, dass sich die bayrische Idylle einmal ohne Bäume zeigen muss. © Daniel Vogl/dpa

Warum Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim Schutz von Bäumen mehr machen muss, als diese nur zu umarmen. Die Kolumne „Öko-Logisch“.

München – Ein Job für Markus Söder! Denn jeder hat doch noch das Bild vom Baum-Umarmer vor Augen. Das war 2019, aufgenommen im Münchner Hofgarten, gleich neben der Staatskanzlei, als der bayerische Ministerpräsident sich einen grünen Anstrich geben wollte und das Pflanzen und Hegen von Bäumen als bajuwarische Kernkompetenz präsentierte. Und nun, drei Jahre später, das: In den Großstädten des Freistaats, gerade auch in München, schwinden die Bäume. Die Natur-Klimaanlage funktioniert immer schlechter.

Woher man das weiß? Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat bei den 15 größten Städten in Bayern und den Hauptstädten der sieben Regierungsbezirke abgefragt, wie viele Bäume in den letzten zehn Jahren gefällt und wie viele nachgepflanzt wurden. Ergebnis: Mindestens 165 000 wurden abgesägt.

Söder und Umweltschutz in Bayern: Straßen ohne Bäume sind deutlich wärmer

Zieht man die Nachpflanzungen ab, bleibt immer noch ein Verlust von 34 560. Hinzu kommt eine Dunkelziffer. Da die Kommunen teils nur lückenhafte Daten liefern konnten, schätzt der BN, dass brutto bis zu 300 000 und netto bis zu 50 000 Bäume gefällt wurden.

In Zeiten des Klimawandels ist das keine Petitesse. Bäume spielen wie Grünflächen insgesamt eine wichtige Rolle, um die Temperaturen in den Städten erträglich zu halten. Große Bäume kühlen ihre Umgebung auf doppelte Weise. Laut BN verdunstet ein ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag locker 400 Liter Wasser, zudem spendet er bei 15 Meter Kronendurchmesser je nach Sonnenstand einer Fläche von mindestens 170 Quadratmetern Schatten. Baumlose Straßen sind locker zwei bis drei Grad heißer als solche mit vielen Bäumen.

Bäume in Bayern schützen: Baumerhalt muss oberste Priorität erhalten

Die Umweltschützer haben recht. Es ist ein Skandal, dass selbst im Land von Baum-Umarmer Söder so wenig Wert auf Bäume gelegt wird. Also, was tun? Umdenken. Dem Baumerhalt oberste Priorität einräumen. Und überall Baumschutzverordnungen vorschreiben, wo es sie noch nicht gibt, nämlich in etwa 1950 der rund 2050 bayerischen Städte und Gemeinden. Söders Koalition (mit den Freien Wählern) muss sich das dringend vornehmen. Nicht nur wegen der Klimatisierung der Straßen. Sondern auch wegen der Biergärten.

Nicht auszudenken, wenn künftige Bayern-Generationen ihre Maß ohne Baum-Schutz zu sich nehmen müssten. Das würde man Söder noch stärker übel nehmen als ein Fake-Foto. (Joachim Wille)

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