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Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung: Die einen essen zu viel, die anderen haben zu wenig, um satt zu werden.
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Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung: Die einen essen zu viel, die anderen haben zu wenig, um satt zu werden.

Übersättigte Gesellschaft

Unterernährung vs. Fettleibigkeit: Was Ernährung über die weltweite Ungleichheit sagt

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Die einen essen zu viel, die anderen haben zu wenig, um satt zu werden. Die Kolumne.

Frankfurt – Ein Doppel-Burger mit Pommes und Ketchup, dazu eine Cola; danach Eiscreme. Oder eine Handvoll Reis mit Bohnen, und ein Glas Wasser. Hauptmahlzeiten, wie sie auf der Welt üblich sind. Die einen essen zu viel, die anderen haben zu wenig, um satt zu werden. Im Jahr 2000 machte das renommierte Worldwatch Institute in Washington auf den Skandal aufmerksam: Damals gab es auf der Welt in etwa genauso viele Menschen, die unter Hunger und die unter Übergewicht litten – nämlich jeweils rund eine Milliarde.

Der reiche Norden als Ernährungsvorbild

Inzwischen hat sich die Kluft weiter vergrößert. Die Zahl der Hungernden ist nur wenig gesunken, gleichzeitig hat die der Zu-Viel-(und Falsch-)Esser stark zugenommen. Schätzungen besagen, dass heute rund zwei Milliarden Menschen übergewichtig sind, von denen 650 Millionen sogar als fettleibig gelten. Der Grund: Die globalen Ernährungsgewohnheiten verändern sich rasant, besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen, wer es sich leisten kann, den reichen Norden kopiert. Der Trend geht von eher knappen, auf Stärke basierenden Mahlzeiten hin zu tierischen Produkten und verarbeiteten Lebensmitteln.

Und es droht noch schlimmer zu werden. Fachleute des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung warnten jetzt aufgrund einer Studie: Setzen sich die Trends weiter fort, können 2050 über vier Milliarden Menschen übergewichtig sein – fast die Hälfte der dann erwarteten Weltbevölkerung –, davon 1,5 Milliarden fettleibig. Gleichzeitig würden immer noch 500 Millionen an Untergewicht leiden.

Trotz Übergewicht und Umweltschäden: Der Hunger bleibt

Das hieße: Nicht nur das Ziel der UN würde verfehlt, den Hunger weltweit zu besiegen, auch die Gesundheitsrisiken durch Übergewicht und Fettleibigkeit stiegen rasant. Auch im Agrarsystem wären die Umweltfolgen nicht mehr beherrschbar - durch die stark steigende Nachfrage nach Lebensmitteln, der wachsende Konsum von tierischem Eiweiß und die laut der Studie ebenfalls zunehmende Verschwendung von Nahrungsmitteln. „Ob Treibhausgase, Stickstoffverschmutzung oder Entwaldung - wir gehen an die Belastungsgrenzen unseres Planeten und darüber hinaus“, so Hauptautor Benjamin Bodirsky.

Was zu tun wäre, ist bekannt. Die globalen Ernährungstrends umkehren, die Verschwendung bekämpfen, das Wissen über gesunde Ernährung vermehren. Es muss nur noch getan werden. (Joachim Wille)

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