+
Bei künftigen Missionen kämen verschiedene Arten von Robotern zum Einsatz. ≈

Raumfahrt

Üben für die Arbeit auf dem Mars

  • schließen

Wissenschaftler der Universität Bremen simulieren Robotermissionen zum Roten Planeten.

Die Erforschung des Mars ist eines der großen Ziele der Raumfahrt für die nahe Zukunft, gleich mehrere internationale Weltraumagenturen planen Reisen zum Nachbarn der Erde. Natürlich wünschen sich viele, dass möglichst bald der erste Mensch seinen Fuß in den roten Sand setzt. Doch selbst wenn es gelingen sollte, bemannte Missionen mit akzeptablem Risiko zum Mars zu schicken, so werden dabei doch auch Roboter eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen müssen, um Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Auch deren Einsatz muss vorher getestet werden, sie müssen gut an die extraterrestrische Umgebung angepasst werden, damit sie ihre Arbeit optimal leisten können und ihr Aufenthalt nicht nur von kurzer Dauer ist.

Wissenschaftler des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen haben deshalb in der virtuellen Realität 40 Quadratkilometer Marslandschaft rekonstruiert, um darin Robotermissionen und dazugehörige Funknetze in einer Simulation zu testen.

Als Testumfeld haben sie das Canyon-System „Valles Marineris“ ausgewählt. Dieses Gebiet erstreckt sich entlang des Äquators des Mars im Osten der vulkanischen Tharsis-Region. Dort befindet sich mit Olympus Mons auch der wohl höchste Berg unseres Sonnensystems. Benannt ist die Gegend nach der Sonde Mariner 9 der US-Raumfahrtbehörde Nasa, auf deren Fotos das Gebiet erstmals zu sehen war. Die Bremer und Wissenschaftler haben das Grabenbruchsystem auf der Basis von Scans der Nasa gestaltet. „Die Region wurde ausgewählt, weil dort Rohstoffe vermutet werden, die für spätere bemannte Missionen und menschliche Siedlungen auf dem Planeten nützlich wären“, erklärt Gabriel Zachmann, Leiter der Forschungsgruppe.

Andere Algorithmen

Darüber halten es die Forscher für möglich, dass dort einmal Hinweise auf außerirdisches Leben gefunden werden. Denn der Mars war nicht immer so unwirtlich wie heute, zumindest in der Vergangenheit könnten die Bedingungen für die Entstehung von Mikroorganismen gut gewesen sein.

Weil die Landschaft in den Valles Marineris sehr vielgestaltig ist, werden für die Erkundung ganz unterschiedliche Roboter benötigt. So können in der Bremer Simulation einige klettern, andere fliegen oder Nutzlasten transportieren. Zusätzlich müsse man ein Netzwerk aus kleinen, funkbasierten „Leuchttürmen“ errichten, damit die Roboter jederzeit ihre Position bestimmen können, erläutert Zachmann. In der virtuellen Mission lassen sich alle Besonderheiten des Mars wie Schwerkraft, Bodenbeschaffenheit und extreme Temperaturschwankungen von bis zu 100 Grad Celsius an einem einzigen Tag simulieren. Dafür habe man „enorme Datenmengen“ verarbeiten müssen, sagt der Wissenschaftler. Eine Herausforderung sei auch die Anbindung der unterschiedlichen Roboter-Software gewesen, damit sie untereinander Informationen austauschen können.

Bereits die ersten Tests förderten ein wichtiges Ergebnis zutage: So haben die Forscher bemerkt, dass Roboter auf dem Mars andere Algorithmen benötigen als auf der Erde, um ihre Position bestimmen können. Das hat unter anderem damit zu tun, dass das Gelände auf dem Mars so eintönig rot ist – was das Wiedererkennen von landschaftlichen Merkmalen schwierig macht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare