Auch wenn er nur spielen will: US-Präsident Donald Trump wirkt auf viele abschreckend.
+
Auch wenn er nur spielen will: US-Präsident Donald Trump wirkt auf viele abschreckend.

DAAD

Trump schreckt ab

  • Tobias Peter
    vonTobias Peter
    schließen

Die Nachfrage nach Stipendien und Förderprogrammen des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) hält an. Allerdings wollen weniger Studenten in die USA.

Was hat Donald Trump mit einem deutschen Studenten zu tun? Eine ganze Menge. Oder auch sehr wenig – je nachdem, wie man es sieht. Denn Trump schreckt viele deutsche Studenten davon ab, in die USA zu gehen. „Der Regierungswechsel und die wissenschaftsfeindliche Stimmung in den USA haben Spuren im akademischen Austausch hinterlassen“, heißt es im Jahresbericht des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). „So ist die Zahl der Studierenden, die sich für ein Studium in den USA eingeschrieben haben, um sieben Prozent gesunken, sicherlich auch wegen der steigenden Studiengebühren.“ Und: „Beim DAAD ist die Zahl der Bewerbungen sogar um 20 Prozent zurückgegangen.“

Wandel durch Austausch – dieses Motto hat sich der DAAD auf seine Fahnen geschrieben. In Zeiten, in denen Trump in den USA, Wladimir Putin in Russland, aber auch Recep Tayyip Erdogan in der Türkei für Turbulenzen in der internationalen Politik sorgen, wird diese Aufgabe nicht einfacher. Aber auch umso wichtiger, wie DAAD-Präsidentin Magret Wintermantel findet.
„Internationale Bildung schafft nicht nur einen Wert in der individuellen Bildungsbiografie, sondern verbindet Länder und Kontinente“, sagt Wintermantel bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Der DAAD vergibt Stipendien für deutsche Studenten und Wissenschaftler, die eine Zeit im Ausland verbringen wollen, aber auch für Ausländer, die es an deutsche Hochschulen zieht. 

Herausforderung Brexit

Insgesamt zieht Wintermantel eine positive Bilanz. 2017 hat der DAAD Auslandsaufenthalte von fast 140.000 Studenten, Wissenschaftlern und Professoren gefördert, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Eine beachtliche Bilanz für eine Organisation, die 1925 aus einer studentischen Initiative hervorgegangen ist. Heute sind 241 Hochschulen und 104 Studierendenvertretungen Mitglieder des DAAD. Die wichtigsten Geldgeber sind das Auswärtige Amt, das Bundesbildungsministerium und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Eine der großen Herausforderungen für den DAAD in den kommenden Jahren ist der Brexit – denn Großbritannien ist und bleibt ein Land, in dem viele Deutsche studieren wollen. Wintermantel hofft hier auf gute Lösungen für die Studenten und Wissenschaftler, sieht aber gleichzeitig auch Chancen für eine vertiefte deutsch-französische Zusammenarbeit. In den kommenden Jahren will sie mehr Erstakademiker und Lehramtsstudenten für ein Auslandsstudium gewinnen. Gerade angehende Grundschullehrer könnten von einer Zeit im Ausland profitieren. 

Wintermantel will bei der Werbung um diese Gruppen „dran bleiben“, wie sie sagt. Ebenso wie sie weiter deutsche Studenten für eine Zeit in den USA interessieren möchte. Bei den Wissenschaftlern gebe es das Problem so ohnehin nicht, weil für diese ein Aufenthalt an einer US-Spitzenuniversität wichtig für die Karriere sei. Es gehe darum, auf allen Ebenen die Kanäle für eine gute Zusammenarbeit in der Forschung offen zu halten.

Eine Antwort auf Trump, der die globale Erwärmung als Schwindel bezeichnet hat, gibt der DAAD auch mit der Förderung eines internationalen Programms für Klimaforscher. Der Titel: „Make our planet great again.“ Auch Wissenschaftler aus den USA sind dabei.

Kommentare