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Das von der Esa veröffentlichte Foto zeigt die Alpen (Italien links). Nach Angaben des deutschen Astronauten Alexander Gerst soll Smog sowohl südlich als auch nördlich der Alpen zu sehen sein.

Klima

Treibhausgas-Emissionen nehmen weiter zu

Zu wenig Ehrgeiz, zu langsam: Die bisherigen Anstrengungen im Kampf gegen die globale Erwärmung reichten nicht aus, warnen Experten. Wenn die Staaten so weiter machten wie bisher, drohe eine Katastrophe.

Kurz vor der UN-Klimakonferenz in Kattowitz hat das UN-Umweltprogramm (Unep) die Weltgemeinschaft aufgefordert, ihre Bemühungen zum Erreichen der Pariser Klima-Ziele mindestens zu verdreifachen. In seinem Emissions Gap Report legte das Unep am Dienstag dar, dass die weltweiten Treibhausgas-Emissionen neue Höchststände erreicht haben. Damit rücke das Ziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung auf deutlich unter zweit Grad zu begrenzen, in noch weitere Ferne.

Der Unep-Bericht ermittelt alljährlich die Lücke zwischen den zu erwartenden Emissionen bis zum Jahr 2030 und den Werten, die für eine Erreichung der Pariser Klimaziele notwendig sind. Bei der UN-Klimakonferenz Ende 2015 in Paris hatte die internationale Gemeinschaft sich darauf verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Dessen ungeachtet hätten die Treibhausgasemissionen weiter zugenommen, und ein Wendepunkt sei nicht absehbar, bemängelte das Unep. Nach drei Jahren Stagnation habe der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid einen neuen Rekordstand von 53,5 Gigatonnen erreicht.

Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die Länder ihre Klimaschutzziele verdreifachen und für das 1,5-Grad-Ziel sogar verfünffachen. Der Weltklimarat IPCC hatte in einem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel Anfang Oktober dargelegt, nötig seien „schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen“, um dieses Ziel noch zu erreichen.

„Wenn der IPCC-Bericht ein globaler Feueralarm war, dann ist dieser Bericht die Brandermittlung“, erklärte Unep-Vizechefin Joyce Msuya mit Blick auf den Emissions Gap Report. Die Regierungen in aller Welt müssten schneller und entschlossener handeln. „Wir nähren dieses Feuer, obwohl die Mittel, es zu löschen, in Reichweite sind“, kritisierte Msuya.
Je nach Schätzung könnte der CO2-Ausstoß bei entsprechenden Maßnahmen von nationalstaatlichen, regionalen und kommunalen Behörden, Investoren und nichtstaatlichen Akteuren bis 2030 um 19 Gigatonnen verringert würden, heißt es in dem Unep-Bericht. Dies würde zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels reichen.

Die Berichtsautoren riefen dazu auf, technische Innovationen sowie eine geschickte Fiskalpolitik für einen klimapolitischen Umbruch zu nutzen. Wenn Regierungen die Steuerpolitik nutzten, um „Alternativen mit geringen Emissionen zu subventionieren“ und fossile Energieträger zu verteuern, könnten sie damit „die richtigen Investitionen im Energiesektor stimulieren und die Kohlendioxidemissionen deutlich verringern“, erklärte Unep-Chefwissenschaftler Jian Liu. Auch eine angemessene CO2-Bepreisung sei entscheidend.

Die Erde steuert dem Bericht zufolge auf eine Erwärmung um rund drei Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu. Danach werde die Durchschnittstemperatur nach jetzigem Stand voraussichtlich weiter steigen.

Gunnar Luderer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der an dem Unep-Bericht mitgearbeitet hatte, kritisierte die internationale Klimapolitik: „Es klafft weiter eine fatale Lücke zwischen Worten und Taten“, erklärte er. „Deutschland und Europa könnten hier Führungsstärke zeigen, indem sie die vollständige Treibhausgasneutralität bis 2050 und eine deutliche Stärkung der Emissionsminderungsziele für 2030 festschreiben.“

Die Chefin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, warnte, durch das Zaudern der Regierungen drohe eine „katastrophale globale Erwärmung, die den Planeten unwiderruflich verändern und Millionen zum Leiden verdammen wird“.

Der nun veröffentlichte neunte Emissions Gap Report wurde von einem internationalen Wissenschaftlerteam zusammengestellt, die dafür nach eigenen Angaben alle verfügbaren wissenschaftlichen Studien zum Klimawandel auswertete. (afp/dpa)

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