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Komet rast auf Sonne zu – Wie Sie ihn beobachten können

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Von: Tanja Banner

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So hell wie Komet Neowise im Sommer 2020 zu sehen war, wird K2 nicht werden. Trotz seiner Größe wird er nicht mit bloßem Auge zu sehen sein. (Symbolbild)
So hell wie Komet Neowise im Sommer 2020 zu sehen war, wird K2 nicht werden. Trotz seiner Größe wird er nicht mit bloßem Auge zu sehen sein. (Symbolbild) © imago images/imagebroker

Bei seiner Entdeckung 2017 brach der Komet C/2017 K2 Rekorde. Nun kommt er der Erde nahe und ist bereits mit kleinen Teleskopen zu sehen.

Frankfurt – Er wurde bereits 2017 entdeckt, doch nun wird der Komet C/2017 K2 (PanStarrs) für Beobachtende auf der Erde erst so richtig interessant. Der Grund: Am 14. Juli 2022 erreichte der Komet mit dem Spitznamen K2 die erdnächste Position seiner Umlaufbahn und war dann besonders gut von der Erde aus zu beobachten – bis in den Herbst hinein ist das noch möglich.

Der Komet K2 hat es in sich: Als er 2017 vom PanStarrs-Teleskopsystem auf Hawaii zum ersten Mal entdeckt wurde, galt er als der am weitesten entfernte Komet, der auf dem Weg ins Innere des Sonnensystems entdeckt wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich zwischen den Umlaufbahnen von Saturn und Uranus – etwa 2,4 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Mittlerweile befindet er sich im inneren Sonnensystem und näherte sich bereits seinem erdnächsten Punkt in etwa 270 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. Seitdem fliegt er weiter auf die Sonne zu. Seinen sonnennächsten Punkt, das sogenannte Perihel, erreicht der Komet am 19. Dezember 2022.

Komet C/2017 K2 (PanStarrs): Wann und wie man den Kometen am besten beobachtet

Das sind gute Nachrichten für Beobachtende auf der Nordhalbkugel der Erde: Mit einem kleinen Teleskop sollte der Komet den ganzen Sommer über zu beobachten sein. Der beste Zeitpunkt für die Beobachtung war jedoch nicht der Tag der erdnächsten Position sein – am Tag zuvor stand der größte Vollmond des Jahres (ein Supermond) am Himmel, und machte Beobachtungen wegen seiner Helligkeit schwierig. Einige Tage später ging der Mond nach Mitternacht auf, so dass der Himmel dunkler und der Komet besser zu war.

Doch wie findet man den Kometen? Er ist nach Anbruch der Dunkelheit im Süden zu finden. Bis etwa Ende Juli hält er sich im Sternbild Schlangenträger auf, anschließend wandert er weiter und befindet sich in der Nähe des Sterns Acrab im Sternbild Skorpion. Gegen etwa Mitte September steigt er in der Dunkelheit nicht mehr weit genug über den Horizont, um noch gut beobachtet werden zu können. Um die tagesgenaue Position des Kometen zu ermitteln, bieten sich kostenlose Astronomie-Programme und -Apps wie „Stellarium“, „SkySafari“ oder „Star Walk“ an.

Komet C/2017 K2 (PanStarrs): Was Beobachtende im Teleskop erkennen können

Wer den Kometen mit einem kleinen Teleskop beobachtet, sollte bei entsprechend dunklem Himmel einen diffusen oder unscharfen Lichtfleck (die Koma des Kometen) rund um den Kern des Kometen C/2017 K2 erkennen können. Geübte Beobachtende können möglicherweise sehen, dass die Koma (Dunst und Staub, die sich um den Kometenkern ansammeln) größer ist als bei vielen anderen Kometen. Möglicherweise ist auch ein Teil des Kometenschweifs im Teleskop zu erkennen. Auf Langzeitbelichtungen des Kometen sollte man sowohl den Kometen als auch seinen Schweif in all seinem Glanz sehen können.

Den Kometen im Livestream beobachten

Wer kein Teleskop besitzt, den Kometen jedoch trotzdem beobachten möchte, der wird im Internet fündig: Das Virtual Telescope Project zeigt den Kometen im Livestream, beginnend am 15. Juli um 00.15 Uhr.

Komet C/2017 K2 (PanStarrs) brach bei seiner Entdeckung Rekorde

Kometen bestehen größtenteils aus Steinen und Staub, die von Eis zusammengehalten werden. Nähert sich ein Komet aus den eisigen Außenbereichen des Sonnensystems der Sonne, erwärmt sich das Eis und sublimiert, der Komet wird aktiv und beginnt, auszugasen. Die Koma und der charakteristische Schweif des Kometen entstehen. Komet C/2017 K2 war bereits bei seiner Entdeckung im Jahr 2017 aktiv – obwohl er noch 2,4 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt war.

Doch die früh beobachtete Aktivität des Kometen scheint nur bedingt mit der Sonne zu tun zu haben. „K2 ist so weit von der Sonne entfernt und so kalt, dass wir mit Sicherheit wissen, dass die Aktivität nicht wie bei anderen Kometen durch die Verdampfung von Wassereis entsteht“, erklärte der leitende Forscher David Jewitt von der University of California nach der Beobachtung des Kometen mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop im Jahr 2017. „Wir glauben, dass die Aktivität stattdessen auf die Sublimation von superflüchtigen Stoffen zurückzuführen ist, als K2 erstmals die planetarische Zone des Sonnensystems erreichte. Das ist der Grund, warum er so besonders ist. Dieser Komet ist so weit entfernt und so unglaublich kalt, dass das Wassereis dort wie Stein gefroren ist.“

Noch weiter entfernter Komet entdeckt

Mittlerweile wurde mit Bernardinelli-Bernstein ein Komet noch weiter draußen im Sonnensystem (4,4 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt) entdeckt. Auch er ist bereits aktiv und fliegt ins Innere des Sonnensystems hinein. Er kommt der Sonne jedoch nicht näher als die Saturn-Umlaufbahn.

Erste Teleskopbeobachtungen des Kometen C/2017 K2 deuteten an, dass der Komet einen Kern mit einem Durchmesser von 30 bis 160 Kilometern haben könnte. Spätere Beobachtungen mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa zeigten jedoch, dass der Kern kleiner sein dürfte, etwa 18 Kilometer oder weniger. Ein Zeichen dafür, dass der Komet groß (oder zumindest sehr aktiv) sein dürfte, ist auch die Größe seiner Koma: Sie hat einen Durchmesser von 130.000 Kilometern – der zehnfache Durchmesser des Planeten Erde. Beobachtungen gehen außerdem davon aus, dass sein Schweif etwa 800.000 Kilometer lang ist.

Der Komet C/2017 K2 (PanStarrs) wurde im Juni 2017 vom „Hubble“-Weltraumteleskop von Nasa und Esa aufgenommen. Zu sehen ist der Kometenkern, der von der diffusen und unscharfen Koma umgeben ist. (Archivbild)
Der Komet C/2017 K2 (PanStarrs) wurde im Juni 2017 vom „Hubble“-Weltraumteleskop von Nasa und Esa aufgenommen. Zu sehen ist der Kometenkern, der von der diffusen und unscharfen Koma umgeben ist. (Archivbild) © NASA, ESA, and D. Jewitt (UCLA)

Kometen-Kerne sind meist bis zu drei Kilometer groß – K2 ist größer

Die meisten Kometen haben einen Kern, der einen Durchmesser von etwa einem bis zu drei Kilometern hat. Manche können auch bis zu 16 Kilometer groß sein. Der bekannte Komet Hale-Bopp hat einen Durchmesser von 60 Kilometern, Bernardinelli-Bernstein ist etwa 150 Kilometer groß. Genau wie Bernardinelli-Bernstein soll auch Komet C/2017 K2 aus der Oortschen Wolke am Rande des Sonnensystems stammen. Von dort ist er seit etwa drei Millionen Jahren unterwegs ins Innere des Sonnensystems. (tab)

Beobachtungstipps und Weltraum-Newsletter

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