Das Bild zeigt vergrößerte Mikrofasern: Elektrische Wäschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab.
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Das Bild zeigt vergrößerte Mikrofasern: Elektrische Wäschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab.

Umwelt

Tausende Mikrofasern

Wäschetrockner geben Unmengen von Kunststoff-Mikrofasern an die Umwelt ab.

Elektrische Wäschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab – bei einem einzigen Durchlauf. Trotz Filter gelangen die aus der Wäsche stammenden Fasern über die Entlüftungseinrichtung der Trockner direkt in die Natur, berichten zwei US-Forscherinnen in der Fachzeitschrift „Plos One“. Wäschetrockner müssten künftig mitberücksichtigt werden, wenn es darum gehe, wie man die Mikrofaser-Belastung der Umwelt reduzieren könne. Bekannt sei, dass Mikroplastik in Form von Textilfasern über Waschmaschinen und Abwasser aus Kläranlagen in die Umwelt gelange, schreiben Kirsten Kapp vom Central Wyoming College in Jackson und Rachael Miller vom Rozalia Project for a Clean Ocean in Burlington (Vermont) .

Kunststoff-Mikrofasern wurden kürzlich selbst im Schnee der Arktis nachgewiesen. Sie gelangten sehr wahrscheinlich durch die Luft dorthin. Wie Mikrofasern überhaupt in die Luft gelangten, wie sie transportiert und abgelagert würden, sei nicht ganz verstanden, erläutern die Wissenschaftlerinnen. Sie untersuchten Wäschetrockner als mögliche Quelle und bestimmten die Menge an freigesetzten Mikrofasern an zwei unterschiedlichen Orten (Idaho und Vermont) und mit unterschiedlichen Trocknern: Der in Idaho war mehr als zehn Jahre alt, der andere zwei Jahre. Für die Untersuchung wurden zwölf neue rosafarbene Fleece-Decken verwendet. Da diese Farbe in der Wäsche der Haushalte sonst nicht vorhanden war, konnten sie diese Fleece-Fasern gut von anderen Fasern unterscheiden. Ihre Versuche führten Kapp und Miller durch, wenn wenigstens sieben Zentimeter Schnee gefallen waren. Dann nahmen sie Schneeproben aus abgegrenzten Bereichen, um die Verteilung der Mikrofasern zu erfassen. Die meisten Fasern fanden sie stets im Umkreis von drei Metern um die Entlüftungsöffnung. Aber selbst in neun Metern Entfernung entdeckten sie noch einige rosafarbene Mikrofasern.

In Vermont erfassten sie im Schnitt 12 570 Mikrofasern der Fleece-Decke pro Quadratmeter bei jedem Trocknerdurchlauf. Das war fast dreimal so viel wie beim Trockner in Idaho (4344), obwohl dieser wesentlich älter war. Dafür war die Oberfläche von dessen Flusensieb mit 851 Quadratzentimetern etwa dreimal so groß wie die Fläche des Flusensiebs in Vermont mit 282 Quadratzentimetern. Während das Flusensieb in Idaho im Schnitt 68 Milligramm Fasern pro Durchgang sammelte, waren es in Vermont nur 27 Milligramm. Kapp und Miller fanden auch jede Menge andere Mikrofasern. Sie verweisen darauf, dass in 80 Prozent der US-Haushalte ein Wäschetrockner steht (Stand 2015). In Deutschland sind es 42 Prozent (Stand 2017). Es müsse dringend erforscht werden, wie sich der Mikrofaser-Eintrag in die Umwelt verringern lasse. (dpa)

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