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Neuer Superkontinent: Wenn „Amasia“ entsteht, muss der Pazifik weichen

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Von: Tanja Banner

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So sehen die Kontinente der Erde heute aus – doch in weniger als 300 Millionen Jahren könnte sich die komplette Landmasse zu einem Superkontinent namens „Amasia“ vereinigen.
So sehen die Kontinente der Erde heute aus – doch in weniger als 300 Millionen Jahren könnte sich die komplette Landmasse zu einem Superkontinent namens „Amasia“ vereinigen. © imago/Planet Observer/UIG

In weniger als 300 Millionen Jahren soll auf der Erde erneut ein Superkontinent entstehen – mit drastischen Folgen für den Planeten, wie eine neue Studie zeigt.

Perth – Je nach Zählweise gibt es auf der Erde sechs oder sieben Kontinente. Doch das war nicht immer so: Einst gab es „Superkontinente“ wie Gondwana oder Pangaea, die aus großen Teilen der irdischen Landmasse bestanden. Nun zeigt eine neue Studie, dass in Zukunft erneut ein Superkontinent auf der Erde entstehen könnte.

Mithilfe eines Supercomputers haben Forschende der Curtin University im australischen Perth Simulationen zur Plattentektonik der Erde durchgeführt und dabei herausgefunden, dass in weniger als 300 Millionen Jahren ein neuer Superkontinent entstehen könnte. „In den letzten zwei Milliarden Jahren sind die Kontinente der Erde alle 600 Millionen Jahre zu einem Superkontinent zusammengestoßen, was als ‚Superkontinent-Zyklus‘ bezeichnet wird. Das bedeutet, dass die heutigen Kontinente in ein paar hundert Millionen Jahren wieder zusammenkommen werden“, erklärt Chuan Huang, der Hauptautor der Studie, die im Fachjournal National Science Review veröffentlicht wurde.

Superkontinent „Amasia“ entsteht: Pazifik wird laut Studie verschwinden

Der Superkontinent, der nach Ansicht der Forscher in weniger als 300 Millionen Jahren auf der Erde entstehen wird, hat schon einen Namen: „Amasia“. Der Name habe den Hintergrund, dass „der Pazifik sich schließen wird, wenn Amerika mit Asien kollidiert“, so Huang, der fortfährt: „Es wird erwartet, dass auch Australien eine Rolle in diesem wichtigen Ereignis spielt. Der Kontinent wird erst mit Asien kollidieren und sobald der Pazifik schließt, wird er Amerika mit Asien verbinden“.

So soll der künftige Superkontinent „Amasia“ aussehen: Süd- und Nordamerika treiben nach Westen und kollidieren mit Asien. Australien und Antarktika treiben nach oben und schließen sich mit den anderen Kontinenten zu Amasia zusammen, während der Pazifik verschwindet.
So soll der künftige Superkontinent „Amasia“ aussehen: Süd- und Nordamerika treiben nach Westen und kollidieren mit Asien. Australien und Antarktika treiben nach oben und schließen sich mit den anderen Kontinenten zu Amasia zusammen, während der Pazifik verschwindet. © Curtin University

Ganz konkret sollen offenbar Nord- und Südamerika nach Westen treiben, bis sie mit Australien und Asien kollidieren, der Kontinent Antarktika soll sich außerdem nach oben bewegen und ebenfalls Teil der Superkontinents Amasia werden. Der Pazifik – der älteste Ozean der Welt – wäre dann Geschichte. Den Forschenden zufolge schrumpft der Ozean seit der Zeit der Dinosaurier, derzeit wird er um einige Zentimeter pro Jahr kleiner. Derzeit dehnt sich der Pazifik von einem Ende zum anderen über etwa 10.000 Kilometer aus – die Forschung schätzt, dass es etwa 200 bis 300 Millionen Jahre dauern wird, bis der Ozean geschlossen ist.

Neuer Superkontinent entsteht – mit großen Auswirkungen auf die Erde

Eine solch große Veränderung auf der Erde bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen, betont Co-Autor Zheng-Xiang Li in einer Mitteilung der Curtin University: „Die Erde, wie wir sie kennen, wird sich drastisch verändern, wenn sich Amasia bildet. Der Meeresspiegel wird voraussichtlich niedriger sein, und das riesige Innere des Superkontinents wird sehr trocken sein, mit hohen täglichen Temperaturschwankungen“, so Li. „Derzeit besteht die Erde aus sieben Kontinenten mit sehr unterschiedlichen Ökosystemen und menschlichen Kulturen, sodass es faszinierend wäre, sich vorzustellen, wie die Welt in 200 bis 300 Millionen Jahren aussehen könnte. (tab)

Die Korbacher Spalte ist ein Beweis für den Urkontinent Pangaea, der vor 250 Millionen Jahren die heutigen Landmassen von Afrika und Europa miteinander verband.

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