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Studie aus den USA: Mehr Fehlgeburten im Sommer

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Von: Pamela Dörhöfer

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Hohe Temperaturen belasten Schwangerschaften. Deshalb kommt es im Sommer zu mehr Fehlgeburten. (Symbolbild)
Hohe Temperaturen belasten Schwangerschaften. Deshalb kommt es im Sommer zu mehr Fehlgeburten. (Symbolbild) © IMAGO/Ute Grabowsky/photothek.de

Hohe Temperaturen belasten Schwangerschaften. Eine US-Studie wertet Daten aus Nordamerika aus und zeigt: Im Sommer gibt es mehr Fehlgeburten.

Boston – Das Risiko einer Fehlgeburt ist im Sommer deutlich höher als im Winter. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachmagazin „Epidemiology“ veröffentlichte Studie unter der Leitung von Forschenden der Boston University School of Public Health (USA). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben für ihre Arbeit saisonale Unterschiede bei der Zahl der Fehlgeburten in Nordamerika untersucht. Sie stellten fest, dass das Risiko für schwangere Frauen in den Sommermonaten im Vergleich zum Winter um 44 Prozent erhöht ist, vor allem im August. Insbesondere soll laut Studienleiterin Amelia Wesselink das Risiko einer frühen Fehlgeburt steigen.

Zusammenhang zwischen Hitze und Fehlgeburten nur wenig erforscht

Bis zu 30 Prozent der Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt vor der 20. Woche. Die Ursachen lassen sich häufig nicht feststellen, laut den Forschenden aus den USA gibt es bislang nur wenige bekannte Risikofaktoren. Das Team um Amelia Wesselink hatte für seine Arbeit Daten einer seit 2013 laufenden US-Studie genutzt, die Frauen von der Empfängnis bis sechs Monate nach der Geburt ihres Kindes begleitet. Die Forschenden konzentrierten sich für ihre Studie auf 6104 Teilnehmerinnen.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, „dass zusätzliche Forschung erforderlich ist, um die mögliche Rolle von extremer Hitze und anderen Umwelt- oder Lebensstilfaktoren bei unerwarteten Schwangerschaftsverlusten zu verstehen“, heißt es in einer Mitteilung der Boston University.

Bislang hätten nur wenige Studien den Zusammenhang zwischen Hitze und Fehlgeburtsrisiko untersucht, sagt Wesselink; das sei „definitiv ein Thema, das weitere Untersuchungen rechtfertigt“. Bereits bekannt sei allerdings, dass Hitze mit anderen Risiken während einer Schwangerschaft einhergehe, erklärt die Epidemiologin und nennt „Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht und insbesondere Totgeburt“.

Auswirkungen hoher Temperaturen auf Schwangere und Babys mehr berücksichtigen

An die Ärzteschaft und die politisch Verantwortlichen appellieren die Studienautorinnen und -autoren, Maßnahmen zu ergreifen, um die Risiken durch Hitze während der Schwangerschaft zu mindern. So müssten medizinische Leitlinien, Hitzeaktionspläne und öffentliche Gesundheitsbotschaften stärker die Auswirkungen heißer Temperaturen auf die Gesundheit von Schwangeren und ihren Babys berücksichtigen.

Die Studie fokussiert sich auf die Situation in Nordamerika, doch das Problem existiert freilich auch andernorts. So zitiert das Medizinportal DocCheck in diesem Zusammenhang Ekkehard Schleußner, den Leiter der Geburtsmedizin an der Uniklinik Jena. Er weist darauf hin, dass sich auch in Deutschland „eine Erhöhung des Frühgeburtsrisikos nachweisen“ lasse: „Hitzestress ist stärker mit früher und extremer Frühgeburtlichkeit assoziiert.“ (Pamela Dörhöfer)

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