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Nicht erst seit Corona schwören viele Menschen auf Zink zur Stärkung der Abwehrkräfte. 
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Nicht erst seit Corona schwören viele Menschen auf Zink zur Stärkung der Abwehrkräfte. 

Prophylaxe

Studie: Mit Zink Erkältungen vorbeugen

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Eine australische Studie liefert Hinweise auf die Wirksamkeit des Spurenelements bei Prophylaxe und Behandlung.

Canberra – Nicht erst seit Corona schwören viele Menschen auf Zink zur Stärkung der Abwehrkräfte. Die Regale von Apotheken, Drogerien und Supermärkten sind voll mit entsprechenden Produkten, die gern das Wörtchen „Immun“ im Namen tragen. Zink kommt darin entweder solo oder auch in Kombination mit anderen Spurenelementen wie Selen oder Vitaminen vor. Die Hoffnung: Das Spurenelement Zink, das der Körper selbst nicht bilden und nur kurze Zeit speichern kann, soll Infekten insbesondere der Atemwege vorbeugen und bei einer bestehenden Erkrankung zu einer schnelleren Genesung beitragen.

Doch hilft Zink wirklich oder ist es doch eher der Glaube daran? Ein australisches Forschungsteam ist dieser Frage in einer im Fachmagazin British Medical Journal erschienen Meta-Analyse nachgegangen. Um es vorwegzunehmen: Ein gewisser Effekt bei der Prophylaxe und Behandlung von Erkältungen ist Zink nicht abzusprechen. Die Autorinnen und Autoren kommen in ihrer Studie zu dem Schluss, es gebe „einige Evidenz“, dass Zink Symptomen vorbeugen und deren Dauer verkürzen könne.

Gute Verträglichkeit: Zink mit Vorteilen gegenüber Pharma-Präparaten

Was schon eine ganze Menge wäre: Denn die Zahl der Mittel, die bei viralen Atemwegsinfekten mehr leisten können als Beschwerden wie Kopf- oder Halsschmerzen zu lindern, ist überschaubar; Antibiotika sind nur dann angezeigt, wenn sich eine bakterielle Infektion hinzugesellt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen für ihre Arbeit die Ergebnisse von 28 randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien aus Europa, den USA, Australien und China mit insgesamt 5446 Teilnehmenden. Der Fokus lag auf Atemwegserkrankungen, die durch Viren hervorgerufen werden (was auf die Mehrzahl dieser Infektionen zutrifft). Dazu gehören Erkältungen, Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Rachenentzündung (Pharyngitis) und Laryngitis (Kehlkopfentzündung). Auch Nebenwirkungen waren Bestandteil der Untersuchung.

Zink kann Erkrankung verhindern und das Risiko heftiger Beschwerden verringern

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studien hatten Zink in verschiedenen Darreichungsformen zu sich genommen, die meisten von ihnen oral als Lutschpastillen, einige hatten auch Nasenspray oder Gel verwendet. Die Dosis war bei der oralen Gabe am höchsten und variierte zwischen 15 und 300 Milligramm. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt der Tagesbedarf bei Zink von erwachsenen Frauen bei sieben bis acht und der von Männer bei etwa zehn Milligramm.

Die Analyse ergab, dass vorbeugend genommene Zinkpräparate im Vergleich zu Placebo das Erkältungsrisiko reduzierten, pro Monat ließen sich im Schnitt bei 100 Menschen fünf Erkrankungen verhindern. Noch deutlicher gesenkt wurde das Risiko von heftigeren Beschwerden wie Fieber gesenkt. Auch die durchschnittliche Dauer der Symptomatik wurde durch Zink verkürzt, im Schnitt um zwei Tage. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet, leichtere wie Übelkeit oder Irritationen im Mundraum kamen allerdings vor.

Coronavirus: Studie sollte Covid-19 Forschung beinhalten

Bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis der Meta-Analyse: Demnach konnte Zink seine vorbeugende Wirkung nur bei natürlichen Infektionen entfalten. Wurden die Teilnehmenden gezielt Schnupfenviren ausgesetzt, waren keine signifikanten Effekte zu erkennen.

Ursprünglich war es das Ziel der Forschenden gewesen, die Wirksamkeit von Zink auch mit Blick auf Sars-CoV-2 zu untersuchen. Weil zum Zeitpunkt der Analyse allerdings viele Daten aus Primärstudien zu Covid-19 noch nicht vorlagen, verzichteten die Autorinnen und Autoren darauf. (Pamela Dörhöfer)

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