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Wissenschaftler:innen sind beim Genanalysen von 26 Populationen weltweit auf eine mögliche Corona-Epidemie in der ostasiatischen Steinzeit gestoßen.
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Wissenschaftler:innen sind beim Genanalysen von 26 Populationen weltweit auf eine mögliche Corona-Epidemie in der ostasiatischen Steinzeit gestoßen.

Corona-Studie

Coronavirus-Epidemie: Das Virus gab es schon in der Steinzeit

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Forschende haben festgestellt, dass die Gene von Menschen aus Ostasien darauf hinweisen, dass ihre Vorfahren schon Kontakt zu Coronaviren hatten - vor 25.000 Jahren.

Canberra - Die Einzigartigkeit des „neuartigen“ Coronavirus wird häufig hervorgehoben - doch Forschende aus Australien könnten diese jetzt widerlegt haben. Einer Studie nach hat es vor rund 25.000 Jahren schon einmal eine Epidemie mit Coronaviren gegeben. Sie breitete sich nur im ostasiatischen Raum aus, hielt womöglich Jahrzehnte an und endete erst, als die Bewohner der Region über Generationen eine Immunität entwickelt hatten. Eine Analyse des Erbguts von 2.500 Menschen aus 26 Populationen weltweit haben die Wissenschaftler der Australian National University zu dem Ergebnis gebracht.

Der deutliche und anhaltende Ausschlag der Genanalyse spreche dafür, dass die steinzeitliche Coronavirus-Epidemie wahrscheinlich mehrere Generationen lang anhielt, heißt es in der Studie. Anders als in der aktuellen Coronavirus-Pandemie, in der Menschen weltweit auf die Eindämmung durch Impfstoffe hoffen, sei die Epedemie damals irgendwann von selbst abgeflaut.

Evolution in Ostasien: Proteine bei Genanalyse zeigen Reaktion auf Coronavirus-Epidemie

Für die Studie, die bereits im Januar vorveröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler:innen aus Australien Daten aus dem Erbgut von 2500 Menschen weltweit verglichen. Aufgefallen sind dabei mehrere ostasiatische Menschengruppen und ihre Vorfahren vor rund 900 Generationen. Die Wissenschaftler hatten beim Datenabgleich gezielt nach Hinweisen gesucht, dass Menschen schon einmal mit dem Coronavirus konfrontiert waren.

Die natürliche Selektion im Laufe der Evolution der Menschheit habe „häufig Proteine begünstigt, die mit Viren interagieren“, schreiben die Forschenden in dem Studienergebnis. Die virusinteragierenden Proteine (VIP) hätten in der Geschichte häufig den Immunschutz verbessert oder seien Helfer der Viren beim Endringen in die Zellmaschinerie gewesen.

Es sind rund 420 dieser Proteine bekannt, die mit Coronaviren interagieren. Kommt es zu einer Epidemie, reagieren die Körper so, dass sie diese Proteine bevorzugt weitervererben - sie bringen Überlebensvorteile.

Studie: Genveränderung bei ostasiatische Populationen weisen auf Corona-Epidemie in der Steinzeit hin

Tritt diese Genveränderung bei einer Analyse auf, lässt sich ableiten, dass die Vorfahren eines Menschen dem Selektionsdruck durch Coronaviren ausgesetzt waren - auch über den Zeitpunkt lassen sich Rückschlüsse ziehen. Bei der Genanalyse der australischen Forschenden gab es Auffälligkeiten bei ostasiatischen Menschen. In diesen Gruppen fanden sie „ein starkes Anreicherungssignal“ von virusinteragierenden Proteinen - speziell der Art, die auf Coronaviren regieren.

Dass Proteine, die mit anderen Viren interagieren, dagegen nicht signifikant verändert waren, spräche dafür, dass die Coronavirus-Epidemie in der Vergangenheit schwerwiegender war und länger anhielt. In Populationen aus anderen Regionen fehlte dieses genetische Signal dagegen komplett.

Dass diese steinzeitliche Epidemie gerade Ostasien traf, halten die Wissenschaftler:innen nicht für Zufall. Bis heute ist diese Region der Erde das Hauptverbreitungsgebiet potenziell zoonotischer Coronaviren. So hat auch das aktuell als Pandemie über den Erdball ziehende Virus seinen Ursprung mit hoher Wahrscheinlichkeit im asiatischen Raum.

Anders als vor 25000 Jahren ist eine Eindämmung des Coronavirus durch Impfstoffe sehr wahrscheinlich. Damals hielt die Epidemie wohl über Generationen an.

Studie aus Australien: Plötzlicher Anstieg der Steinzeit-Corona-Epidemie in Ostchina

Für die Datierung der Epidemie haben die Forschenden 42 der virusinteragierenden Proteine genauer untersucht. Die Zahl der Mutationen früherer Bewohner Ostasiens muss den Studienergebnissen nach deutlich angestiegen sein. „Das Muster passt zum Auftreten einer Epidemie, die vor 25.000 Jahren einen starken Schub der Selektion für solche virusinteragierenden Proteine bewirkte“, heißt es von den Forschenden der Australian National University.

Seit rund 200 Generationen seien dann keine weiteren Genvarianten mehr hinzugekommen, die sich in Zusammenhang mit dem Coronavirus bringen lassen - weder in Ostasien noch in anderen Regionen der Welt. (Sophie Vorgrimler)

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