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Ein Kind mit Mundschutz geht spazieren am ersten Tag, an dem die Ausgangsbeschränkungen für Kinder gegen die Ausbreitung des Coronavirus gelockert wurden.
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Eine neue Meta-Studie legt nahe, dass Spätfolgen einer Corona-Infektion auch Kinder massiv betreffen können (Symbolbild).

Pandemie

Corona-Studie zeigt: Spätfolgen bei Kindern möglich – sogar ohne typische Symptome

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
    schließen

Auch Kinder können nach einer Corona-Infektion unter massiven Spätfolgen leiden. Das kann das Herz betreffen.

  • Eine neue Studie deutet einen Zusammenhang zwischen Corona und einem schweren Entzündungssyndrom an.
  • Dies betrifft allerdings nicht Erwachsene, sondern Kinder.
  • Auch Kinder ohne typische Corona-Symptome können nach einer Infektion starke Entzündungen im Körper entwickeln.

Frankfurt - Kinder leiden unter den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie genauso wie Erwachsene. Sei es der Wechselunterricht oder die Schließungen von Zoos, Kinos und anderen Freizeiteinrichtungen, die vor Corona Kinderherzen höher schlagen ließen.

Doch eine Infektion mit dem Coronavirus verläuft bei Kindern anders als bei deren Eltern und anderen Erwachsenen, darauf deuteten bisherige Studien hin. Es wurde nahegelegt, dass kleine und große Kinder weniger stark an den Folgen einer Corona-Infektion leiden würden. Doch eine Meta-Studie deutet jetzt darauf hin, dass auch bei Kindern schwerwiegende Spätfolgen auftreten können – selbst dann, wenn sie während der akuten Infektion keine Symptome hatten.

Corona-Studie: Erste Fälle von Kindern mit schwerem Entzündungssyndrom schon im Mai

Schon im Mai 2020 häuften sich die Berichte über Fälle in Großbritannien und den USA. Immer mehr Kinder wurden mit einem schweren Entzündungssyndrom in Kliniken eingeliefert. Dies wird in der Forschung mit einer vorhergehenden Corona-Infektion in Zusammenhang gebracht.

Denn das multiinflammatorische Syndrom (MIS-C) betreffe, wie das Portal Scinexx resümiert, 2 von 100.000 an Covid-19 erkrankten Kindern und Jugendlichen. Es verursacht starke Bauchschmerzen, Fieber und Entzündungen. Unbehandelt könne es, so das Portal weiter, bei einem Kind zu Kreislaufkollaps und Schäden an den Herzgefäßen führen.

Symptome des multiinflammatorische SyndromAnteil von 662 betroffenen Kindern
Fieber100 Prozent
Bauchschmerzen oder Durchfall73,7 Prozent
Erbrechen68,3 Prozent
Abnormale EKG ErgebnisseEKG von 581 Kindern angefertigt, 54 Prozent davon auffällig
Quelle: Meta-Studie von Mubbasheer Ahmed et al., 2020

In einer Meta-Studie führten die Forscher Mubbasheer Ahmed, Alvaro Moreira und Kolleg:innen die Ergebnisse bisheriger Forschung zum Entzündungssyndrom zusammen und kamen zu beunruhigenden Erkenntnissen. „Die Kinder mussten keineswegs Covid-19-Symptome in den oberen Atemwegen haben, um MIS-C zu bekommen, das ist beängstigend“, betont der Forscher Alvaro Moreira gegenüber „EurekAlert!“. „Die Kinder haben möglicherweise keine Symptome, die Erkrankung wird daher nicht bemerkt - und dann, einige Wochen später, entwickeln sie diese starke Entzündung im Körper“, so Moreira.

Meta-Studie: Auch Kinder ohne typische Covid-Symptome können von den Spätfolgen betroffen sein

Insgesamt 662 Kinder wurden untersucht. Sie waren im Schnitt 9,3 Jahre alt, alle waren an dem multiinflammatorischen Syndrom erkrankt. Sie litten unter Symptomen wie Fieber (alle betroffenen Kinder), Bauchschmerzen oder Durchfall (73,3 Prozent) und Erbrechen (68,3 Prozent). Bei 581 der betroffenen Kinder wurde ein EKG vorgenommen. Dabei wird mittels Elektrokardiografie (EKG) die Herzfunktion überprüft. Von diesen Kindern ließen sich am EKG bei 54 Prozent Auffälligkeiten bei der Herzfunktion feststellen. Von 628 getesteten Kindern hatten 84,7 Prozent ein positives Corona-Testergebnis.

Es handele sich bei dem multiinflammatorischen Syndrom um eine neue Kinderkrankheit, die offenbar mit Sars-CoV-2 in Verbindung stehe, erklärt Moreira. „Es kann tödlich sein, denn es betrifft meist mehrere Organe. Ob es Herz und Lungen oder das Verdauungssystem oder das Neurologische System betrifft, es hat so viele Gesichter, dass sich Expert:innen anfangs dabei schwer taten, es zu verstehen.“

Corona-Studie: Bei vielen Kindern werden Auffälligkeiten am Herzen festgestellt

Die Auffälligkeiten am Herzen waren dabei dahingehend beunruhigend, da Langzeitfolgen besonders gravierende Auswirkungen haben können. Eine Frankfurter Studie deutete bei Erwachsenen darauf hin, dass eine Infektion mit dem Coronavirus zu Herzschäden führen kann. Bei 78 Prozent der Studien-Teilnehmer:innen in Frankfurt wurden Auffälligkeiten am Herzen noch mehrere Wochen nach einer Corona-Infektion festgestellt. Auch bei den Kindern wurden erst einige Wochen nach der Infektion mit dem Coronavirus die Entzündung im Körper festgestellt, so Moreira.

Bei den 581 via EKG untersuchten Kindern, die am Entzündungssyndrom litten, wurden die EKGs deshalb ausgeführt, „weil sie deutliche Beeinträchtigungen ihrer Herzfunktion zeigten“, erklärt Moreira gegenüber „EurekAlert!“. Hierbei ergaben die Untersuchungen folgende Auffälligkeiten und Erkrankungen am Herzen:

  • Krankhafte Erweiterung der Herzkranzgefäße.
  • Verringerte Pumpfunktion des Herzens bei rund der Hälfte der untersuchten Kinder.
  • Bei fast 10 Prozent der Kinder bildete sich ein Aneurysma.

Studie betont: Kinder mit Entzündungssyndom müssen engmaschig überwacht werden

Kinder mit einem Aneurysma sind besonders gefährdet, denn die Arterienerweiterung kann reißen und zu inneren Blutungen führen. Daher müssen die Kleinen engmaschig überwacht und immer wieder via Ultraschall untersucht werden. „Eine Katastrophe für Eltern, die ein zuvor vollkommen gesundes Kind hatten“ und das nach einer Infektion mit Corona das Entzündungssyndrom entwickelt hat, unterstreicht Moreira.

Generell müssten alle Kinder, die an dem multiinflammatorische Syndrom (MIS-C) erkrankten, aus medizinischer Sicht im Auge behalten werden, auch um zu verstehen, welche Langzeitfolgen aus der Erkrankung noch resultieren könnten, so Moreira. (Sophia Lother)

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