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Studie

Neues Corona-Medikament? Antikörper-Cocktail wird als Sofort-Schutz gegen das Coronavirus getestet

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Ein neues Corona-Medikament wird derzeit in einer Studie getestet: Der Antikörper-Cocktail von AstraZeneca könnte einen Sofort-Schutz gegen Covid-19 bieten.

  • Ein mögliches neues Corona-Medikament könnte eine Lücke füllen, die Corona-Impfungen offen lassen.
  • Die Antikörper-Kombination AZD7442 von AstraZeneca soll sofort gegen Corona wirken - derzeit läuft eine Phase-3-Studie.
  • Auch Menschen mit eingeschränktem Immunsystem könnte das mögliche neue Corona-Medikament vor Covid-19 schützen.

Frankfurt – Seit etwa einem Jahr hält das Coronavirus Sars-CoV-2 die Welt in Atem - nun gibt es endlich erste Hoffnungsschimmer. Am 21. Dezember wurde der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in der EU zugelassen, mittlerweile haben auch die Impfungen damit begonnen.

Weitere Impfstoffe werden derzeit getestet, am 6. Januar wurde von der EU-Kommission der Corona-Impfstoff von Moderna ebenfalls zugelassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hofft, Mitte des Jahres „jedem der will ein Impfangebot“ machen zu können.

Das analysierte Mittel könnte einen Sofort-Schutz für Covid-19 darstellen. (Archivfoto)

Corona-Medikament: Sorgt Mittel von AstraZeneca für sofortigen Schutz?

Doch Impfungen haben – bei allen Vorteilen, die sie mit sich bringen – auch einen entscheidenden Nachteil: Es dauert meist einige Zeit, bis sie wirken, manchmal werden gar mehrere Impfungen benötigt, um den vollen Impfschutz aufzubauen. Doch bei einem möglichen neuen Corona-Medikament, das vom University College London Hospitals NHS Foundation Trust (UCLH) derzeit getestet wird und das vom Pharmaunternehmen AstraZeneca entwickelt wurde, soll das anders sein.

Corona-Medikament von AstraZeneca und UCLH: Antikörper aus dem Labor

Bei dem Corona-Medikament soll es sich um die Antikörper-Kombination AZD7442 handeln, die von AstraZeneca entwickelt wurde, wie der „Guardian“ berichtet. Dabei handelt es sich nicht um Antikörper, die im Körper gebildet werden, um gegen eine Infektion zu kämpfen, sondern um Antikörper, die im Labor hergestellt wurden. Diese Antikörper könnten Menschen, die dem Coronavirus direkt ausgesetzt waren, davor schützen, die Krankheit Covid-19 zu entwickeln, heißt es im „Guardian“ weiter. Das könne nach Angaben von Experten viele Leben retten.

Die Virologin Catherine Houlihan vom UCLH leitet die Phase-3-Studie „Storm Chaser“ zu dem möglichen Corona-Medikament und sagt: „Wir wissen, dass diese Antikörper-Kombination das Virus neutralisieren kann.“ Deshalb hofft die Studienleiterin, dass die Injektion bei Menschen, die dem Coronavirus ausgesetzt waren, zu einem sofortigen Schutz vor Covid-19 führen kann. „Eine Impfung anzubieten wäre dann bereits zu spät“, betont sie.

Eine Antikörper-Kombination von AstraZeneca könnte als Corona-Medikament sofort gegen Covid-19 schützen.

Phase-3-Studie für neues Corona-Medikament: Entwickeln Teilnehmer Covid-19?

Bisher sei zehn Studienteilnehmern, die zuvor dem Coronavirus ausgesetzt waren, das mögliche neue Corona-Medikament injiziert worden, erklärt Studienleiterin Houlihan. Nun soll genau beobachtet werden, ob die Personen Covid-19 entwickeln. An mehreren britischen Krankenhäusern und an weiteren Orten weltweit läuft derzeit die Studie. Die Forschenden hoffen, dass der Antikörper-Cocktail sechs bis zwölf Monate lang gegen Corona schützen kann. Studienteilnehmer erhalten dazu zwei Dosen des möglichen neuen Medikaments gegen Corona - oder einen Placebo.

Die Antikörper gegen Corona könnten bereits im März oder April zugelassen werden, heißt es im „Guardian“. Wenn das Corona-Medikament von den Behörden zugelassen wird, soll es Personen angeboten werden, die in den vergangenen acht Tagen dem Coronavirus ausgesetzt waren, heißt es weiter.

Neues Corona-Medikament könnte nach Zulassung als Notfall-Medikament fungieren

Wirkt das Medikament tatsächlich sofort gegen Corona, könnte es eine Lücke füllen, die Impfstoffe nicht ausfüllen können: Das Corona-Medikament von AstraZeneca und UCLH könnte als Notfall-Medikament für die Behandlung von Menschen*, die dem Coronavirus ausgesetzt waren und denen ein schwerer Verlauf droht, eingesetzt werden. Der „Guardian“ nennt als Beispiele Patienten in Krankenhäusern oder Bewohner von Pflegeheimen. Dort könnte man beispielsweise auch größere Corona-Ausbrüche mit Hilfe des Medikaments unter Kontrolle bringen, betont Paul Hunter, ein Spezialist für Infektionskrankheiten, gegenüber dem „Guardian“. „Vorausgesetzt, es wird in Phase-3-Studien bestätigt, könnte es eine große Rolle dabei spielen, Menschen am Leben zu erhalten, die sonst sterben würden. Es sollte also eine große Sache sein“, so Hunter.

Auch Personen, die in Haushalten mit bereits infizierten Menschen leben, könnten sich so vor einer eigenen Covid-19-Erkrankung schützen. „Wenn man mit der älteren Großmutter zusammenlebt und jemand im Haushalt infiziert wird, könnte man ihr das Medikament geben, um sie zu schützen“, erklärt Hunter. „Der Vorteil dieses Medikaments ist, dass man sofort Antikörper bekommt“, betont Studienleiterin Houlihan.

Forschende haben das mögliche Corona-Medikament in einer Studie analysiert. (Archivfoto)

Covid-19: Neues Corona-Medikament könnte auch bei beeinträchtigtem Immunsystem schützen

In Großbritannien läuft eine weitere Studie („Provent“), in der die UCLH untersucht, ob das mögliche Corona-Medikament auch Menschen mit einem beeinträchtigten Immunsystem vor Corona schützen kann. „Wir werden Teilnehmer suchen, die älter oder in Langzeitpflege sind und die Beeinträchtigungen wie Krebs oder HIV haben, die ihr Immunsystem beeinträchtigen“, erklärt Nicky Longley, die die Phase-3-Studie „Provent“ leitet. „Wir wollen diejenigen, für die eine Impfung nicht funktioniert, beruhigen, dass wir eine Alternative anbieten können, die genauso gut schützt.“

Das Pharmaunternehmen AstraZeneca, das das mögliche neue Corona-Medikament mitentwickelt hat, hat gemeinsam mit der Universität von Oxford einen Corona-Impfstoff entwickelt, der bereits Ende 2020 in Großbritannien die Notfallzulassung erhalten hat. (Tanja Banner) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © National Institute of Allergy and Infectious Diseases/Handout/AFP

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