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„Mit ein paar Klicks beworben“: Den Studierenden Maik Melcher und Maike Overkott macht ihr Nebenjob Spaß.

Personalvermittler

Wie Studitemps aus Frankfurt  Studierenden bei der Jobsuche hilft

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Die Mehrheit muss neben Studium arbeiten – von dem bundesweiten Trend profitiert der Personalvermittler Studitemps kräftig.

Im Eingangsbereich von Studitemps in der Frankfurter City hängen aktuelle Jobangebote: Zwölf Euro Stundenlohn gibt es für telefonische Kundenbetreuung, eine studentische Aushilfe im Einzelhandel bekommt zehn Euro. „Wir zahlen den Studierenden mindestens zehn Euro in der Stunde. Sind Kunden nicht bereit, diesen Betrag zu investieren, nehmen wir sie nicht an“, betont Tim Baaser, Standortleiter von Studitemps in Frankfurt. 

Monatlich hat Studitemps im Rhein-Main-Gebiet rund 800 Studierende unter Vertrag. Es überwiegen Werkstudentenverträge: Studitemps vermittelt junge Menschen von der Uni mittels Arbeitnehmerüberlassung an Unternehmen, die sich auf der Suche nach Zeitarbeit-Personal an Studitemps gewandt haben.

Studentenjobs mit Studitemps: Löhne liegen zwischen zehn und 15 Euro 

Die Löhne bewegen sich bei Studitemps im Schnitt zwischen zehn und 15 Euro; der Durchschnittslohn im Raum Frankfurt beträgt zwölf Euro. Im IT-Bereich oder Marketing könne man laut Baaser aber schon mal bis zu 20 Euro Stundenlohn verdienen, das sei aber nicht die Regel.

Am Frankfurter Flughafen sind beispielsweise im Monat zwischen 80 und 100 Studierende im Einsatz, sie prüfen Reisedokumente am Check-in-Bereich, arbeiten im Fundbüro, der Verwaltung oder der Gepäckabfertigung. „Germanistikstudenten, die das Sperrgepäck verluden, sagten mir, dass der Job super sei. Sie würden sich das Fitnesscenter sparen und bekämen bei der Arbeit den Kopf frei“, berichtet Baaser. In der Regel seien Studis motiviert und zeichneten sich durch hohe Produktivität aus. Am Flughafen Frankfurt punkten außerdem viele damit, dass sie mehrere Sprachen beherrschen.

Keine Gastrojobs für Studierende über Studitemps

Gastrojobs hingegen vermittelt Studitemps in der Regel nicht - außer am Stadion-Kiosk. Zum Kernangebot zählen Bürotätigkeiten und Mitarbeit in Branchen wie der Logistik, dem Einzelhandel, im Marketing- und IT-Bereich sowie neuerdings in Kitas. Mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren arbeitet an zwei Tagen in der Woche Maike Overkott. Die 20-Jährige studiert an der Frankfurter Goethe-Uni Förderschullehramt im dritten Semester.

Der Job mache ihr Spaß, der finanzielle Aspekt stehe nicht im Vordergrund: „Ich möchte vor allem Erfahrung sammeln für den späteren Beruf“, berichtet Overkott, die zusammen mit ihrem Freund in Bad Homburg wohnt. „Ich lerne beispielsweise, Elterngespräche zu führen.“ Natürlich bedeuteten Kinder auch Stress, aber „in solchen Fällen benötigt man Geduld und muss die Ruhe bewahren“. Schön sei es zu erleben, „wie die Kinder mich ins Herz schließen und mir immer mehr erzählen“.

Jobbörse für Studenten und Studentinnen: Die Registrierung dauert 10 Minuten

Die Studitemps-Jobbörse habe ihr eine Freundin empfohlen. Nach einer zehnminütigen Registrierung im Internet und einem Bewerbungsgespräch bei der Agentur habe sie per Mail Jobvorschläge erhalten. Aktuell unterstützt sie als studentische Aushilfe Erzieherinnen in Bad Soden bei der Betreuung von rund 20 Kindern. Was die Arbeitszeiten anbelangt, sei ihre Chefin flexibel, betont die Studentin, die darauf achten muss, dass sie parallel die Module an der Uni besuchen kann.

Maik Melcher wiederum, der in Wiesbaden Medieninformatik studiert und später Software-Entwickler werden möchte, will nebenher etwas Geld verdienen und jobbt seit zwei Jahren an den Kiosken oder im VIP-Bereich im Frankfurter Stadion. Zwischen zehn und 20 Stunden im Monat sitzt er an der Kasse, schenkt Getränke aus oder verkauft Essbares. Ihm gefällt besonders „die nette Atmosphäre im Stadion“, obwohl er gar kein eingefleischter Fußballfan ist.

Jobs für Studenten und Studentinnen: „Wir rekrutieren Studierende, stellen sie ein und kümmern uns um die Abrechnung“ 

Mit dem Stundenlohn von zehn Euro ist er zufrieden. Eingesetzt wird er je nach Bedarf, zwischen viereinhalb und sieben Stunden dauert eine Schicht – „je nachdem, wie viel am Ende noch aufzuräumen ist oder ob gerade Europa League ist“. Auch die Bewerbung bei Studitemps sei „mit ein, zwei Klicks“ einfach, sagt er.

„Im Rhein-Main-Gebiet haben wir nahezu Vollbeschäftigung“, betont Baaser; für viele Firmen werde es daher zunehmend schwieriger, kurzfristig Personal zu finden. Das Konzept von Studitemps: „Wir rekrutieren Studierende, stellen sie ein und kümmern uns um die Abrechnung.“ 

So verdient Studitemps Geld

„Mit ein paar Klicks beworben“: Den Studierenden Maik Melcher und Maike Overkott macht ihr Nebenjob Spaß.

„Studitemps erhält von den Unternehmen etwa das Zweifache des Stundenlohns. Damit trägt der Personaldienstleister die Kosten für die Auswahl, Vermittlung und Überlassung, aber auch für sonstige Ausgaben: Denn als Arbeitgeber zahlt Studitemps zusätzlich noch für Urlaub, Feiertage, Krankheit oder Zeiten, in denen die Studenten zwar bei Studitemps beschäftigt sind, jedoch keine Aufträge für sie vorliegen. Hinzu kommt der Arbeitgeberanteil bei den Lohnnebenkosten.

Probleme mit den jobbenden Studierenden habe es bisher bis auf „Kleinigkeiten wie mangelnde Pünktlichkeit“ bisher nicht gegeben, sagt Baaser. 

Für viele Studierende ist es der erste richtige Job 

Im Gespräch lasse sich das aber meist schnell klären. Häufig gebe es aber Nachfragen bezüglich der Abrechnung – denn viele Studierende bekommen zu ersten Mal eine Lohnbescheinigung inklusive Sozialabgaben und Lohnsteuerabzug zu Gesicht und haben dementsprechend Aufklärungsbedarf. Außerdem bekommen Studierende auch ein Zeugnis, wenn sie das wünschen.

Tim Baaser und seinem jungen Studitemps-Teams ist es wichtig, nah dran an den Studis zu sein, ihre Ideen und Nöte – etwa während der Klausurphasen – ernst zu nehmen. 

Von den 15 Mitarbeitern in Frankfurt sind sechs Recruiter: Sie schalten die Stellenanzeigen und screenen die Bewerber. Gibt es interne Engpässe beim Personal, helfen schon mal Mitarbeiter aus Mannheim oder Bonn mit. 

Studitemps: So stellt sich die Jobbörse für Studierende in Frankfurt auf

Alle sechs Woche besprechen sie am Standort Frankfurt, was gut läuft und was noch verbessert werden muss. Viermal im Jahr können zudem Teilnehmer bei Open-space-Veranstaltungen neue Ideen einbringen. Bei den Treffen hat jede Stimme das gleiche Gewicht, egal ob es sich um den CEO oder einen externen Gast handelt.

Ganz unterschiedlich sind die Bewerberzahlen für die Jobs. „Das kann nur einer sein, es können aber auch mal 100 sein“, sagt Baaser. Die Vermittlung könne zwei Tage bis zu zwei Wochen dauern. Die Beschäftigungsdauer ist unterschiedlich: angefangen bei einer vierstündigen Inventur bis hin zu monatelangen Einsätzen.

Die Studierenden geben dabei im Vorfeld an, zu welchen Zeiten sie arbeiten können – halbtags, ganztags oder am Wochenende - und welche Job-Vorlieben sie haben. „Im besten Fall übernehmen die Unternehmen die Studierenden später als Nachwuchs- oder Führungskräfte“, sagt Baaser; auch die Absolventenvermittlung sei Teil des Geschäftsmodells.

Studitemps ist als Start-up 2008 in Köln gegründet worden: „Wir sind schnell gewachsen und wollen ins Unermessliche wachsen“, lautet Baasers optimistischer Kommentar. Das Marktpotenzial in Deutschland ist seiner Einschätzung nach immens, denn rund zwei Drittel jobben neben dem Studium. Zudem haben die Mieten mittlerweile in vielen Städten ein hohes Niveau erreicht.

Zeitarbeit, Werkstudent & Co.: So arbeiten Studierende

Der Personaldienstleister Studitemps mit Hauptsitz in Köln hat nach eigenen Angaben monatlich 8000 Studierende unter Vertrag, die bei mehr als 1000 Unternehmen bundesweit im Einsatz sind. Mit Frankfurt gibt es insgesamt 22 Standorte. Studitemps erwirtschaftete im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 74 Millionen Euro – dem Unternehmen zufolge beträgt das durchschnittliche Umsatzwachstum pro Jahr 35 Prozent.

In der Regel sucht Studitemps Werkstudenten für Zeitarbeitsjobs – manchmal für nur einen Tag oder auch mehrere Monate. Interessierte können sich bei der Studitemps-Jobbörse anmelden unter www.jobmensa.de. Im Netz tummeln sich zahlreiche Jobbörsen für Studis, unter anderem Academic Work, Jobruf, Zenjob, Studiwork, Studentenvermittlung, Student First, Jobcafé, Young Capital.

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