„Laurentiustränen“

Perseiden: So sehen Sie den bekanntesten Sternschnuppen-Regen des Jahres

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Die Perseiden sind der wohl bekannteste Sternschnuppen-Regen des Jahres. Wer die Meteore sehen will, dem spielen laue Sommernächte im August in die Karten.

  • Die Perseiden sind der bekannteste und beliebteste Sternschnuppen-Regen des Jahres
  • Die Sternschnuppen fallen von Mitte Juli bis Mitte August, das Maximum liegt um den 12. August herum
  • Das müssen Sie über die Perseiden wissen und so können Sie sie beobachten

Wer in lauen Sommernächten den Sternenhimmel betrachtet, wird sie fast garantiert sehen: Sternschnuppen aus dem Meteorstrom der Perseiden, im Volksmund auch „Laurentiustränen“ oder „Tränen des Laurentius“ genannt. Von Mitte Juli bis Mitte August können sie auftreten, ihr Maximum haben die Perseiden jedes Jahr um den 12. August herum. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Sternschnuppen allgemein und die Perseiden im Speziellen.

Wie entstehen Sternschnuppen wie die Perseiden?

Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde die Staubspur eines Kometen kreuzt. Die Staubteilchen treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und regen die Atome der Atmosphäre zum Leuchten an. Das Ergebnis: eine mehr oder weniger helle Lichtspur zieht über den Nachthimmel. Auch einzelne Feuerkugeln oder Feuerbälle - besonders helle Sternschnuppen - können dabei sein. Weil die Erde immer wieder die selben Staubspuren von Kometen kreuzt, treten viele Sternschnuppen-Ströme regelmäßig auf. Bekannte Sternschnuppen-Ströme sind neben den Perseiden im August beispielsweise die Leoniden (November), die Geminiden (Dezember) oder die Lyriden (April). Besonders im Sommer überschneiden sich einige Sternschnuppen-Ströme - darunter auch die Perseiden.

Wann kann man die Sternschnuppen der Perseiden im Jahr 2020 sehen?

Vom 17. Juli bis 24. August kreuzt die Erde die Staubspur, die der Komet 109P/Swift-Tuttle im All hinterlassen hat. Um den 12. August herum durchquert die Erde den dichtesten Teil dieser Staubspur - rund um diesen Tag haben die Perseiden ihr Maximum. Im Jahr 2020 liegt das Maximum der Perseiden zeitlich allerdings eher ungünstig: Am 12. August 2020 zwischen 10 Uhr und 23 Uhr durchquert die Erde den dichtesten Bereich der Kometen-Staubspur - bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde kann man zu dieser Zeit theoretisch sehen. Dazu müsste es allerdings dunkel sein und das ist es in diesem Zeitraum nur für kurze Zeit, gegen Ende des Maximums.

Wer versuchen möchte, die Perseiden rund um das Maximum am 12. August 2020 zu sehen, der hat zwei Möglichkeiten:

  • Früh morgens: am 12. August 2020 kann man vor Einsetzen der Morgendämmerung sein Glück versuchen. Allerdings dürfte dabei das Licht des abnehmenden Halbmondes stören.
  • Spät abends: Etwas besser sieht es am späten Abend des 12. August 2020 aus: Nach dem Ende der astronomischen Dämmerung gegen 23 Uhr haben Beobachter etwa eineinhalb Stunden Zeit, bis der Mond mit seinem störenden Licht aufgeht.

Wann ist der beste Beobachtungszeitpunkt für die Perseiden 2020?

Da die Beobachtungsbedingungen rund um das Maximum der Perseiden nicht ideal sind, lohnt es sich, bereits früher nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Allerdings liegen die Mondphasen 2020 schlecht: Neumond ist am 20. Juli - anschließend nimmt der Mond immer weiter zu und stört mit seinem Licht beinahe die ganze Nacht. Erst nach dem Maximum der Perseiden verabschiedet sich der Mond langsam vom Nachthimmel - am 19. August ist wieder Neumond. Es macht also Sinn, sein Glück mit den Perseiden nach dem Maximum zu versuchen.

Perseiden: Wie beobachtet man die Sternschnuppen heute?

Um die Perseiden zu beobachten, sollte man sich einen dunklen Beobachtungsplatz suchen. Im Nordosten ist nach Sonnenuntergang das Sternbild Perseus zu sehen, aus dem die Sternschnuppen auszuströmen scheinen und dem sie ihren Namen verdanken. Perseus steigt im Laufe der Nacht immer weiter am Himmel hinauf - Sternschnuppen können so die ganze Nacht über beobachtet werden.

Perseiden im Sommer: Eine Sternschnuppe zieht über den Nachthimmel. 2019 sind die Beobachtungsbedingungen für die Perseiden nicht ideal.

Zu sehen sind die Perseiden am ganzen Nachthimmel. Verfolgt man ihre Leuchtspur zurück, landet man irgendwann im Sternbild Perseus - in der Astronomie wird dieser Punkt „Radiant“ der Sternschnuppen genannt.

Eine spezielle Ausrüstung benötigt man für die Beobachtung von Sternschnuppen nicht. Empfehlenswert sind aber dem Wetter angepasste Kleidung und eine gemütliche Beobachtungsposition, beispielsweise ein Liegestuhl. Außerdem sollte man etwas Geduld mitbringen: Die Augen benötigen etwa zwanzig Minuten, um sich an die Dunkelheit anzupassen. Außerdem sind die Sternschnuppen zeitlich nicht gleichmäßig verteilt - es kann vorkommen, dass mehrere Sternschnuppen nacheinander zu sehen sind und dann wieder längere Zeit nichts passiert.

Warum heißen die Perseiden auch „Laurentiustränen“?

Am 10. August wird das Fest des Märtyrers Laurentius von Rom gefeiert. Da auch am 10. August schon deutlich mehr Sternschnuppen zu sehen sind, bekamen sie im Volksmund den Beinamen „Laurentiustränen“ oder „Tränen des Laurentius“.

Warum sieht man im Juli und August so viele Sternschnuppen?

Im Juli und August treffen gleich mehrere periodische Sternschnuppen-Ströme aufeinander. Neben den bekannten Perseiden fallen auch noch die südlichen Delta-Aquariden, die Piscis-Austriniden und die Alpha-Capricorniden - alle benannt nach den Sternbildern, aus denen sie zu strömen scheinen. Alle dieser Meteorschauer sind deutlich schwächer als die Perseiden, sorgen jedoch dafür, dass man in den Monaten Juli und August immer wieder die Chance hat, Sternschnuppen zu entdecken. Auch im Oktober kann man übrigens Sternschnuppen sehen: Die Orioniden, im April dagegen die Lyriden.

Rubriklistenbild: © imago images/ZUMA Press

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