Die Sternschnuppen der Orioniden rasen im Oktober mit 66 km/s über den Nachthimmel.
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Die Sternschnuppen der Orioniden rasen im Oktober mit 66 km/s über den Nachthimmel.

Meteorstrom

Sternschnuppen im Oktober: So können Sie heute die Orioniden sehen

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    vonTanja Banner
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Die Sternschnuppen der Orioniden rasen im Oktober über den Nachthimmel und hinterlassen sichtbare Spuren. So beobachten Siedas Maximum des Sternschnuppen-Stroms.

  • Ist der Himmel im Oktober 2020 sternenklar, kann man besonders schnelle Sternschnuppen über den Nachthimmel huschen sehen.
  • Der Sternschnuppenstrom der Orioniden ist einer der fünf aktivsten Meteorströme des Jahres. Wie man die Sternschnuppen der Orioniden heute beobachten kann und wie Sternschnuppenströme entstehen.
  • Sternschnuppen, Planeten, Raumsonden und mehr - alles rund um Astronomie und Weltraumforschung.

Der Sternschnuppenstrom der Orioniden ist einer der fünf aktivsten Meteorströme. Seinen Namen hat er vom Sternbild Orion - die Sternschnuppen scheinen aus dem markanten Sternbild zu strömen. Die Orioniden sind der erste größere Sternschnuppenstrom seit den Perseiden, die Mitte August ihren Höhepunkt am Sommerhimmel erreichten. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Sternschnuppen allgemein und die Orioniden im Speziellen.

Wie entstehen Sternschnuppen wie die Orioniden?

Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde sich auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne durch eine Gegend bewegt, in der ein Komet eine Staubspur hinterlassen hat. Im Fall der Orioniden handelt es sich um Staub des Halley'schen Kometen. Die kleinen Staubkörner sind schnell, sie ionisieren Luftteilchen in der Erdatmosphäre und ziehen so eine mehr oder weniger helle und lange Leuchtspur über den Nachthimmel. Auch einzelne Feuerkugeln oder Feuerbälle - besonders helle Sternschnuppen - können dabei sein.

Viele Sternschnuppen-Ströme - auch die Orioniden - treten regelmäßig auf, da die Erde immer wieder durch dieselben Staubspuren fliegt. Zu den bekannten Sternschnuppen-Strömen gehören die Perseiden (August), die Leoniden (November), die Geminiden (Dezember) und die Lyriden (April).

Wann kann man die Sternschnuppen der Orioniden heute Nacht sehen?

Der Zeitraum, in dem die Orioniden auftreten können, ist relativ lang: Vom 2. Oktober bis zum 7. November erstreckt er sich. Der Höhepunkt des Sternschnuppenstroms der Orioniden liegt am 21. und 22. Oktober. Im Jahr 2020 sind die Beobachtungsbedingungen für die Orioniden besonders gut: Gegen 23 Uhr geht das Sternbild Orion im Osten auf. Es scheint der Ausgangspunkt der Sternschnuppen zu sein, der so genannte „Radiant“. Im Laufe der Nacht steigt das Sternbild immer weiter am HImmel hinauf, so dass die Sternschnuppen am gesamten Himmel auftauchen können. Der Mond stört die Beobachtung der Orioniden 2020 nicht: er befindet sich im ersten Viertel und ist nicht annähernd so hell wie ein Vollmond.

Die beste Beobachtungszeit für die Orioniden ist dann, wenn das Sternbild Orion bereits hoch oben am Himmel steht - also deutlich nach Mitternacht und in den frühen Morgenstunden.

Orioniden im Oktober 2020: Wie beobachtet man heute Nacht die Sternschnuppen?

Um Sternschnuppen wie die Orioniden zu beobachten, benötigt man keine besondere Ausrüstung. Ein guter Beobachtungsort mit freiem Blick Richtung Südosten (wenn man die Sternschnuppen gegen Mitternacht beobachten möchte) oder nach oben (wenn man später in der Nacht Sternegucken möchte), genügt. Wichtig ist beim Sternschnuppen zählen natürlich immer, dass der Himmel möglichst dunkel ist. Es lohnt sich, dafür bewohnte Gegenden einige Kilometer hinter sich zu lassen.

Vor allem beim Beobachten von Sternschnuppen im Herbst und Winter sollte man sich der Jahreszeit gemäß ausstatten: Ein Liegestuhl, dicke Kleidung und eine Thermoskanne mit einem warmen Getränk schaden nicht - wer auf Sternschnuppen hofft, muss meist etwas Geduld mitbringen.

Orioniden im Oktober 2020: Wie viele Sternschnuppen kann man heute am Himmel sehen?

Wer im Oktober mit einem Sternschnuppenregen wie bei den Perseiden im August rechnet, der dürfte enttäuscht werden. Die „Zenithal Hourly Rate“, die Anzahl der Sternschnuppen, die ein Beobachter innerhalb einer Stunde bei dunklem Himmel sehen kann, wenn der Radiant des Sternschnuppenstroms im Zenit steht, liegt zwischen 20 und 25. Diese idealen Beobachtungsbedingungen werden allerdings die wenigsten Beobachter haben - weshalb man sich darauf einstellen sollte, weniger Sternschnuppen zu sehen.

Möglicherweise haben Beobachter der Orioniden 2020 jedoch auch Glück: Experten vermuten, dass die Zahl der Orioniden in einem 12-jährigen Rhythmus schwankt. Demnach sollte in den Jahren 2020 bis 2022 eine höhere Aktivität möglich sein. In den Jahren zwischen 2006 und 2009 lag die ZHR der Orioniden* bei 40 bis 70 - und zwar über drei Nächte. Ähnliches ist auch für 2020 möglich, kann aber nicht genau vorhergesagt werden.

Was muss man sonst noch über die Sternschnuppen der Orioniden wissen?

Die Orioniden sind schnell unterwegs. Die Staubteilchen treffen mit 66 Kilometern pro Sekunde - das sind knapp 240.000 Kilometer pro Stunde - auf die Erdatmosphäre. Die Orioniden sind nicht so hell wie andere Sternschnuppenregen - dafür hinterlässt etwa die Hälfte der Sternschnuppen sekundenlang eine leuchtende Spur am Himmel.

Neben den Orioniden: Kleinere Sternschnuppen-Schauer im Oktober 2020

Neben den Orioniden sind im Oktober noch weitere kleinere Sternschnuppen-Schauer aktiv: Die südlichen Tauriden (Höhepunkt: 10. Oktober) und die Epsilon-Geminiden (Höhepunkt: 11. Oktober). Von beiden Sternschnuppenströmen sollten sich Beobachter jedoch nicht zu viel erhoffen: die Epsilon-Geminiden haben eine ZHR von 3, die südlichen Tauriden werden im Sternschnuppenkalender der „International Meteor Organization“ für das Jahr 2020 mit einer ZHR von 5 geführt.

Der nächste größere Sternschnuppenregen nach den Orioniden sind die Leoniden (6.11.-30.11.) mit einer ZHR von 15. Allerdings sind erst die Geminiden im Dezember (4.12.-17.12.) mit einer ZHR von 140 wieder richtig interessant. Im April sind besonders die Lyriden (16.4.-25.4.) interessant. (Tanja Banner) *merkur.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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