Perseiden, Geminiden und Co.

Sternschnuppen (Meteore) - Das steckt hinter dem nächtlichen Phänomen 

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Sternschnuppen oder Meteore ziehen kurze aber prägnante Leuchtspuren über den Nachthimmel. Was dahinter steckt und wie man die Sternschnuppen beobachtet.

  • Sternschnuppen, auch Meteore genannt, ziehen als Leuchtspur über den Nachthimmel
  • Jedes Jahr gibt es mehrere so genannte Sternschnuppen-Ströme
  • Hinter den Sternschnuppen-Regen steckt ein faszinierendes astronomisches Phänomen

Es blitzt auf am Himmel, das Leuchten zieht seine helle Spur über den dunklen Himmel. So schnell wie eine Sternschnuppe kommt, ist sie auch wieder verschwunden - und der Himmel sieht aus, als wäre nichts gewesen. Mancher überraschte Beobachter denkt vielleicht darüber nach, ob er sich die Leuchtspur nur eingebildet hat. Doch tatsächlich kann man in jeder sternenklaren Nacht theoretisch Sternschnuppen (Fachbegriff: Meteore, siehe Infobox weiter unten) sehen - wenn man zur richtigen Zeit an die richtige Stelle des Nachthimmels schaut.

Meteor-Ströme: Besonders viele Sternschnuppen am Himmel

Wesentlich einfacher ist es, Sternschnuppen zu beobachten, wenn ein Sternschnuppen-Strom vorhergesagt ist. Diese Meteor-Ströme verteilen sich auf das ganze Jahr. Ein Überblick über die wichtigsten Sternschnuppen-Ströme:

Sternschnuppen-StromZeitraumHöhepunktSternschnuppen pro Stunde
Quadrantiden28. Dezember bis 12. Februar3. Januarmaximal 120 (ZHR)
Lyriden16. April bis 25. April22. Aprilmaximal 18 (ZHR)
Perseiden17. Juli bis 24. August12. Augustmaximal 100 (ZHR)
Tauriden15. September bis 25. November10. Novembervariabel
Leoniden6. November bis 30. November17. Novembermaximal 15 (ZHR)
Geminiden4. Dezember bis 17. Dezember14. Dezembermaximal 140 (ZHR)

Sternschnuppen haben nichts mit Sternen zu tun - wie Meteore entstehen

Der Begriff „Sternschnuppe“ legt nahe, dass die Leuchtspuren am Himmel etwas mit Sternen zu tun haben. Doch es handelt sich dabei nicht um Bruchstücke von Sternen, wie der Name weismachen will, sondern um etwas ganz anderes: Kleine Staubteilchen, die Kometen im Weltall hinterlassen haben.

Kometen bestehen aus gefrorenem Wasser und Staubteilchen. Diese Staubteilchen, die durch Eis zusammengehalten werden, verlieren Kometen, wenn sie sich der heißen Sonne nähern. So entsteht ihr charakteristischer Schweif. Auf ihrer Bahn um die Sonne hinterlassen die Kometen eine Staubspur im All. Jedes Mal, wenn die Erde sich auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne durch eine solche Staubspur bewegt, verursachen die Kometen-Staubteilchen einen Sternschnuppen-Strom auf der Erde. Weil die Erde jedes Jahr dieselben Staubspuren kreuzt, weiß man genau, wann mit periodischen Meteor-Strömen wie den Perseiden, Leoniden oder Geminiden zu rechnen ist.

Meteore: Wie die Leuchtspur von Sternschnuppen am Himmel entsteht

Begriffserklärung
Meteor:
Leuchterscheinung am Himmel (Sternschnuppe)

Meteoroid: Himmelskörper (von Millimeter-Größe bis hin zu mehreren Metern), der die Sonne umkreist

Meteorit: Objekt aus dem Weltall, das auf der Erde gefunden wird

Doch wie entsteht die Leuchtspur am Himmel? Die Erklärung für dieses Phänomen ist einfach: Die winzigen Staubteilchen, die ein Komet im All hinterlassen hat, treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und regen die Atome der Atmosphäre zum Leuchten an. Besonders helle Sternschnuppen werden auch als Bolide, Feuerkugel oder Feuerball bezeichnet. Auslöser von Feuerkugeln sind in der Regel größere Staubteilchen (größer als ein Zentimeter), die in die Erdatmosphäre eindringen und dort das helle Leuchten verursachen. Größere Auslöser von Feuerkugeln können auch als Meteoriten (s. Infobox links) auf die Erdoberfläche fallen.

Wie man Sternschnuppen beobachten kann

Wenn man weiß, wann mit einem Meteor-Strom zu rechnen ist, ist die Beobachtung von Sternschnuppen ganz einfach. Was man dazu benötigt:

  • einen möglichst dunklen Beobachtungsplatz, der einen möglichst unverstellten Blick auf den Himmel bietet
  • je nach Jahreszeit warme Kleidung, warme Getränke oder ähnliches
  • idealerweise einen Liegestuhl oder eine Decke, auf die man sich legen kann, um möglichst viel vom Himmel gleichzeitig zu sehen
  • Geduld, da man nicht immer sofort Sternschnuppen sieht

Eine spezielle Ausrüstung benötigt man zum Beobachten von Sternschnuppen nicht. Besonders wichtig ist, dass man einen möglichst großen Teil des Himmels einsehen kann und dass man es sich bequem macht - wer Sternschnuppen zählen will, braucht Geduld.

Sternschnuppen zählen: Was der Begriff „ZHR“ bedeutet

Der Begriff „ZHR“ wird häufig angegeben, wenn es darum geht, wie viele Sternschnuppen man während eines Meteor-Stroms pro Stunde sehen kann.  „ZHR“ steht dabei für „zenithal hourly rate“, die maximale Anzahl an Sternschnuppen, die man bei perfekten (also sehr dunklen) Beobachtungsverhältnissen innerhalb einer Stunde sehen kann, wenn der so genannte Radiant (die Himmelsregion, aus der die Sternschnuppen zu strömen scheinen) im Zenit (also senkrecht über dem Beobachter am Himmel) steht. Da diese Verhältnisse nur sehr schwer zu erreichen sind, kann man in der Regel davon ausgehen, dass die tatsächliche Anzahl der Sternschnuppen pro Stunde deutlich unter der ZHR liegt.

Sternschnuppen-Strom der Perseiden: „Laurentiustränen“ im August

Der wohl bekannteste Sternschnuppen-Regen des Jahres dürften die Perseiden sein. Zu sehen sind sie vom 17. Juli bis 24. August, ihr eindrucksvolles Maximum erreichen sie jährlich um den 12. August herum. Die Perseiden, im Volksmund auch „Laurentiustränen“ genannt, sind besonders beliebt und bekannt, weil die meist warmen Augustnächte sich perfekt zum Beobachten von Sternschnuppen eignen.

Den Namen „Laurentiustränen“ haben die Perseiden erhalten, weil am 10. August, am Fest des Märtyrers Laurentius von Rom, bereits deutlich mehr Sternschnuppen zu sehen sind. Auslöser der Perseiden ist eine Staubspur im All, die der Komet 109P/Swift-Tuttle hinterlassen hat und die die Erde im Juli und August kreuzt. Der Name Perseiden kommt vom scheinbaren Ursprung des Sternschnuppen-Stroms: Sie scheinen aus dem Sternbild Perseus zu strömen.

Sommer-Zeit ist Sternschnuppen-Zeit: Mehrere Meteor-Ströme überschneiden sich

Im Juli und August überschneiden sich gleich mehrere Sternschnuppen-Ströme - so bietet sich über einen langen Zeitraum hin immer wieder die Gelegenheit, in lauen Sommernächten Sternschnuppen zu sehen. Vor allem die südlichen Delta-Aquariiden und die Perseiden machen die Nächte im Juli und August zu Sternschnuppen-Nächten. Aber auch kleinere Meteor-Ströme wie die Piscis Austriniden tragen ihren Teil dazu bei.

Meteor-Strom im Frühling: Sternschnuppen der Lyriden im April

Nicht nur im Sommer kann man Sternschnuppen am Himmel sehen. Meteore huschen quasi das ganze Jahr über unseren Himmel (im Übrigen auch tagsüber - nur dass man sie dann nicht sehen kann, weil es zu hell ist). Im April können sich Sternengucker an den Lyriden erfreuen. Diese Sternschnuppen, von denen maximal 18 pro Stunde (ZHR) beobachtet werden können, erreichen ihr Maximum am 22. April. Ihren Namen haben sie vom Sternbild Leier (Lyra), aus dem sie auszuströmen scheinen. Die Staubteilchen, die für die Sternschnuppen im April sorgen, stammen vom Kometen C/1861 G1 (Thatcher).

Leoniden: Früher war November der Sternschnuppen-Monat des Jahres

Während heute der Monat August wegen der Perseiden als Sternschnuppen-Monat wahrgenommen wird, war früher der November der Monat mit den meisten Sternschnuppen. Die Leoniden waren früher sehr auffällig. Allerdings hat sich die Staubwolke des Kometen Tempel-Tuttle, durch die die Erde im November fliegt, mittlerweile so weit verstreut, dass das Maximum der Leoniden nicht mehr besonders auffällig ist. Der Radiant der Leoniden liegt im Sternbild Löwe (Leo).

Alle 33 Jahre gibt es jedoch eine Besonderheit: Die Erde kreuzt dann die Kometen-Flugbahn, kurz nachdem Tempel-Tuttle das innere Sonnensystem durchquert hat - und die Zahl der Sternschnuppen steigt stark an. Mit etwas Glück kommt es zu einem so genannten Sternschnuppen-Sturm mit bis zu mehreren tausend Meteoren pro Stunde. Das nächste Mal könnte es im Jahr 2032 soweit sein.

Sternschnuppen am Winterhimmel: Die Geminiden fallen im Dezember

Auch im Advent kann man Sternschnuppen zählen: Die Meteore der Geminiden fallen genau in die Adventszeit, das Maximum fällt auf den 14. Dezember. Die Geminiden gelten gemeinhin als der Sternschnuppen-Regen mit den meisten Meteoren pro Stunde, als ZHR werden 120 bis 140 Sternschnuppen angegeben.

Ursprungskörper der Staubteilchen, die in der Erdatmosphäre zu Sternschnuppen werden, ist der Asteroid (3200) Phaeton, bei dem es sich möglicherweise auch um einen „erloschenen“ Kometen handelt. Der scheinbare Ursprung der Geminiden liegt im Sternbild Zwillinge (Gemini).

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Patrick Pleul

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