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Sternschnuppen im April: Wie Sie heute das Maximum der Lyriden beobachten

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Von: Tanja Banner

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Im April 2022 rasen die Sternschnuppen der Lyriden über den Nachthimmel. Wie Sie das Maximum der Sternschnuppen heute Nacht am besten beobachten.

Frankfurt – Der Frühling ist da und das Wetter macht Hoffnung auf sternenklare Nächte. Dann gibt es im April die Chance auf Sternschnuppen: In diesem Monat ist der Meteor-Strom der Lyriden aktiv. Bekannt ist er bereits lange, die älteste Aufzeichnung stammt aus dem Jahr 687 vor Christus aus China. In den meisten Jahren sind die Lyriden eher unspektakulär – doch es gibt unregelmäßige Aktivitätserhöhungen, weshalb es sich in jedem Jahr lohnt, nach den Sternschnuppen Ausschau zu halten.

Die Sternschnuppen der Lyriden scheinen aus dem Sternbild Leier (lat. Lyra) auszuströmen. Dieser Punkt, Fachbegriff „Radiant“, verleiht dem Sternschnuppen-Strom seinen Namen. Ursprung des Meteor-Schauers ist der Komet C/1861 G1 (Thatcher), der auf seiner Bahn um die Sonne eine Staubspur im Weltall hinterlassen hat. Jedes Jahr im April kreuzt die Erde diese Staubspur – und es regnet Sternschnuppen.

Sternschnuppen-Strom der Lyriden im April 2022: Heute Nacht Meteore beobachten

Eine Sternschnuppe – der Fachbegriff für das Aufleuchten am Himmel ist Meteor – entsteht, wenn ein kleines Staubteilchen oder ein kleiner Stein in der Erdatmosphäre verglüht. Dabei werden Luftteilchen in der Atmosphäre zum Leuchten angeregt, und die Sternschnuppe ist für kurze Zeit am Himmel zu sehen. Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde, doch längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen.

VLADIVOSTOK, RUSSIA   DECEMBER 14, 2021: Pictured in this illustration is the Geminids meteor shower as seen from Vladiv
lyriden-sternschnuppen-april-2022-beobachten-sehen-meteor-schauer.jpg © Yuri Smityuk via www.imago-images.de

Lyriden im April 2022: Wie viele Sternschnuppen man heute im Maximum pro Stunde sehen kann

Die ZHR gibt die Stärke eines Sternschnuppen-Stroms an. ZHR steht für „zenithal hourly rate“, also die Anzahl von Sternschnuppen, die man innerhalb einer Stunde sehen kann, wenn der Radiant bei perfekten Beobachtungsbedingungen hoch oben am Himmel (im Zenit) steht. Da die perfekten Beobachtungsbedingungen (sehr dunkler Himmel, beste Sicht) nur schwer zu erreichen ist, sollte man sich nicht zu sehr an der ZHR orientieren. Für die Lyriden gibt die International Meteor Organization (IMO) 18 Sternschnuppen pro Stunde an – doch die Beobachtung des Maximums wird 2022 erschwert.

Sternschnuppen-Kalender: Wann die meisten Sternschnuppen zu sehen sind – und wie man sie beobachtet

Das Lyriden-Maximum fällt 2022 auf den 22. April gegen 21 Uhr (MESZ). Zu diesem Zeitpunkt steht der Radiant, das Sternbild Leier, nur etwa 20 Grad über dem Horizont im Nordosten – daher werden nicht alle Sternschnuppen sichtbar sein. Dazu kommt noch, dass der Himmel nach Sonnenuntergang noch nicht vollständig dunkel ist. Das Licht des Mondes stört die Beobachtung der Lyriden dagegen kaum: Er ist zwar noch zu fast zwei Dritteln beleuchtet, geht aber erst nach 3 Uhr morgens auf.

Meteor-Schauer: Wie man die Sternschnuppen der Lyriden heute Nacht beobachtet

Das Sternbild Leier geht im April 2022 gegen 20 Uhr im Nordosten auf. Zu diesem Zeitpunkt dürfte der Himmel jedoch noch zu hell sein, um Sternschnuppen zu sehen. Nach Sonnenuntergang lohnt sich die Suche nach Sternschnuppen jedoch. Dazu sucht man sich im Idealfall einen möglichst dunklen Beobachtungsplatz mit guter Rundumsicht auf den Himmel, denn Sternschnuppen können überall auftauchen. Verfolgt man ihre Leuchtspur zurück zum Ursprung, stößt man in der Regel auf den Radianten im Sternbild Leier.

Technische Hilfsmittel benötigt man für die Sternschnuppen-Beobachtung nicht – es ist wichtig, ein möglichst großes Blickfeld zu haben, Teleskope oder Ferngläser würden den Blick nur einschränken. Wer Meteore beobachten möchte, sollte sich eine möglichst bequeme Beobachtungsposition aussuchen – hilfreich ist dafür beispielsweise ein Liegestuhl, da man so gut an den Himmel blicken kann, ohne Nackenschmerzen zu bekommen. Im April besonders empfehlenswert ist warme Kleidung, eine zusätzliche Decke und warme Getränke – die Nächte können noch empfindlich kalt werden. Ansonsten benötigt man nur noch eine Sache, wenn man Sternschnuppen zählen will: Geduld. Meteore sind nicht vorhersagbar – manchmal sieht man mehrere in kurzer Zeit, dann dauert es wieder minutenlang, bis eine weitere Sternschnuppe auftaucht.

NameLyriden
TypSternschnuppen-Strom
bekannt seit687 v. Chr.
RadiantSternbild Leier
Zeitraum14.04.-30.04.
Maximum 202222.04.
ZHR18

Sternschnuppen im April 2022: Lyriden haben gelegentlich heftige Ausbrüche

Wer etwas Geduld mitbringt, könnte belohnt werden: Die Lyriden sind dafür bekannt, dass es gelegentlich heftige Ausbrüche gibt. In einigen Jahren – beispielsweise 1982, 1922 und 1945 – wurden in manchen Ländern an die hundert Sternschnuppen pro Stunde gezählt. Aus dem Jahr 1803 ist ein regelrechter Meteorsturm der Lyriden überliefert. Bis zu 1000 Sternschnuppen konnte die erstaunte Bevölkerung in den USA damals zählen. Um ein solches Ereignis zu erleben, muss man schon besonders viel Glück haben. Doch auch ein „normaler“ Meteor-Schauer ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird. (Tanja Banner)

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