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Die Sternschnuppen der Orioniden rasen im Oktober mit 66 km/s über den Nachthimmel.

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Sternschnuppen im Herbst - so können Sie die Orioniden sehen

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Die Sternschnuppen der Orioniden rasen im Oktober mit 66 km/s über den Nachthimmel. So beobachten Sie den schnellen Sternschnuppen-Strom.

Der Sternschnuppenstrom der Orioniden ist einer der fünf aktivsten Meteorströme. Seinen Namen hat er vom Sternbild Orion - die Sternschnuppen scheinen aus dem markanten Sternbild zu strömen. Die Orioniden sind der erste größere Sternschnuppenstrom seit den Perseiden, die Mitte August ihren Höhepunkt am Sommerhimmel erreichen. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Sternschnuppen allgemein und die Orioniden im Speziellen.

Wie entstehen Sternschnuppen wie die Orioniden?

Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde sich auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne durch eine Gegend bewegt, in der ein Komet eine Staubspur hinterlassen hat. Im Fall der Orioniden handelt es sich um Staub des Halley'schen Kometen. Die kleinen Staubkörner sind schnell, sie ionisieren Luftteilchen in der Erdatmosphäre und ziehen so eine mehr oder weniger helle und lange Leuchtspur über den Nachthimmel. Auch einzelne Feuerkugeln oder Feuerbälle - besonders helle Sternschnuppen - können dabei sein.

Viele Sternschnuppen-Ströme - auch die Orioniden - treten regelmäßig auf, da die Erde immer wieder durch dieselben Staubspuren fliegt. Zu den bekannten Sternschnuppen-Strömen gehören die Perseiden (August), die Leoniden (November), die Geminiden (Dezember) und die Lyriden (April).

Wann kann man die Sternschnuppen der Orioniden sehen?

Der Zeitraum, in dem die Orioniden auftreten können, ist relativ lang: Vom 2. Oktober bis zum 7. November erstreckt er sich. Der Höhepunkt des Sternschnuppenstroms der Orioniden liegt am 21. und 22. Oktober. Im Jahr 2019 sind die Beobachtungsbedingungen für die Orioniden leider nicht besonders gut: Gegen 22 Uhr geht das Sternbild Orion im Osten auf. Es scheint der Ausgangspunkt der Sternschnuppen zu sein. Doch gegen Mitternacht geht auch schon der Mond im Osten auf. Zwar handelt es sich um einen abnehmenden Halbmond, doch auch er dürfte noch so hell sein, dass einige Sternschnuppen in seinem Licht untergehen. 

Die beste Beobachtungszeit für die Orioniden dürfte also am Abend des 21. Oktober zwischen etwa 22 Uhr und Mitternacht liegen.

Orioniden: Wie beobachtet man die Sternschnuppen?

Um Sternschnuppen wie die Orioniden zu beobachten, benötigt man keine besondere Ausrüstung. Ein guter Beobachtungsort mit freiem Blick Richtung Südosten (wenn man die Sternschnuppen um Mitternacht beobachten möchte) oder nach oben (wenn man später in der Nacht Sternegucken möchte), genügt. Wichtig ist beim Sternschnuppen zählen natürlich immer, dass der Himmel möglichst dunkel ist. Es lohnt sich, dafür bewohnte Gegenden einige Kilometer hinter sich zu lassen.

Vor allem beim Beobachten von Sternschnuppen im Herbst und Winter sollte man sich der Jahreszeit gemäß ausstatten: Ein Liegestuhl, dicke Kleidung und eine Thermoskanne mit einem warmen Getränk schaden nicht - wer auf Sternschnuppen hofft, muss meist etwas Geduld mitbringen.

Wie viele Sternschnuppen kann man am Himmel sehen?

Wer im Oktober mit einem Sternschnuppenregen wie bei den Perseiden im August hofft, der dürfte enttäuscht werden. Während es in den vergangenen Jahren teilweise 40 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen gab, liegt die „Zenithal Hourly Rate“, die Anzahl der Sternschnuppen, die ein Beobachter innerhalb einer Stunde bei dunklem Himmel sehen kann, wenn der Radiant des Sternschnuppenstroms im Zenit steht, bei 20. Die idealen Beobachtungsbedingungen werden alleine schon durch den Mond eingeschränkt - weshalb Beobachter sich darauf einstellen sollten, nur wenige Sternschnuppen zu sehen.

Was muss man sonst noch über die Sternschnuppen der Orioniden wissen?

Die Orioniden sind schnell unterwegs. Die Staubteilchen treffen mit 66 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre. Die Orioniden sind nicht so hell wie andere Sternschnuppenregen - dafür hinterlässt etwa die Hälfte der Orioniden sekundenlang eine leuchtende Spur am Himmel.

Kleinere Sternschnuppen-Schauer im Oktober

Neben den Orioniden sind im Oktober noch weitere kleinere Sternschnuppen-Schauer aktiv: Die südlichen Tauriden (Höhepunkt: 10. Oktober) und die Epsilon-Geminiden (Höhepunkt: 11. Oktober). Von beiden Sternschnuppenströmen sollten sich Beobachter jedoch nicht zu viel erhoffen: die Epsilon-Geminiden haben eine ZHR von 3, die südlichen Tauriden werden im Sternschnuppenkalender der „International Meteor Organization“ für das Jahr 2019 mit einer ZHR von 5 geführt.

Der nächste größere Sternschnuppenregen nach den Orioniden sind die Leoniden (6.11.-30.11.) mit einer ZHR von 15. Allerdings sind erst die Geminiden im Dezember (4.12.-17.12.) mit einer ZHR von 140 wieder richtig interessant. Im April sind besonders die Lyriden (16.4.-25.4.) interessant.

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