Frühlingshimmel

Sternschnuppen: Wie die Lyriden im April 2020 am besten zu sehen sind

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Die Sternschnuppen der Lyriden sind im April am Nachthimmel zu sehen. Hier erfahren Sie, wie man sie am besten entdeckt.

  • In sternenklaren Frühlingsnächten im April kann man Sternschnuppen beobachten
  • Der Sternschnuppen-Strom der Lyriden wird im April 2020 nicht durch den Vollmond gestört
  • Wie man die Sternschnuppen beobachtet und wie viele Lyriden erwartet werden

Der Frühling ist da und das Wetter macht Hoffnung auf sternenklare Nächte. Im April 2020 hat der Nachthimmel einiges zu bieten - angefangen beim Planeten Venus, der als Abendstern in vollem Glanz erstrahlt, bis hin zum Sternschnuppen-Strom der Lyriden. Der erreicht am Morgen des 22. April 2020 seinen Höhepunkt.

Sternschnuppen im April: Lyriden sind seit 2600 Jahren bekannt

Doch von vorne: Die Sternschnuppen der Lyriden stammen von einer Staubspur, die der Komet C/1861 G1 (Thatcher) im Weltall hinterlassen hat. Jedes Jahr Mitte April (vom 16. bis 25. April) rast die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne durch diese Region im All und damit auch durch die Staubspur des Kometen. Die Staubkörner verglühen in der Erdatmosphäre - und auf der Erde sind Sternschnuppen zu sehen. Der Meteorstrom der Lyriden ist seit mehr als 2600 Jahren bekannt.

Eine Sternschnuppe nördlich von Genf. Die Lyriden sind im April zu sehen. (Archivbild)

Die Lyriden gelten als schwer vorherzusagen. In einigen Jahren - beispielsweise 1982, 1922 und 1945 - wurden in einigen Ländern an die hundert Sternschnuppen pro Stunde gezählt. Im Jahr 2020 erwarten Experten dagegen keinen besonders starken Ausbruch. Der Meteorstrom-Kalender der International Meteor Organization gibt für die Sternschnuppen der Lyriden eine „zenithal hourly rate“ (ZHR) von 18 an, das bedeutet, dass ein Beobachter bei perfekten Bedingungen 18 Sternschnuppen pro Stunde sehen kann. Da die perfekten Bedingungen allerdings so gut wie nie erreicht werden, dürfte die tatsächliche Anzahl an sichtbaren Sternschnuppen jedoch darunter liegen.

Sternschnuppen im April: So kann man die Lyriden beobachten

Wer die Sternschnuppen beobachten möchte, sollte sich den frühen Morgen des 22. April 2020 vormerken. Es empfiehlt sich, etwa zwischen 3 Uhr und 4 Uhr nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Das eigentliche Maximum wurde für etwa 9 Uhr vorherberechnet - zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch bereits zu hell. Da der Mond die Beobachtungen 2020 jedoch nicht stört, bietet es sich an, bereits vorher Sternschnuppen zu suchen - die Lyriden haben immer wieder Aktivitätsausbrüche vor dem eigentlichen Maximum.

Um die Sternschnuppen der Lyriden zu finden, sollte man den hellen Stern Vega hoch oben im Südosten suchen. Er gehört zum Sternbild Leier (Lyra), aus dem der Sternschnuppen-Strom zu entspringen scheint - und woher er auch seinen Namen hat. Besondere Ausrüstung braucht man für das Beobachten von Sternschnuppen nicht. Im Gegenteil: Mit einem Teleskop oder Fernglas würde man die Sternschnuppen vermutlich nicht rechtzeitig entdecken, da sie so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Es ist daher von Vorteil, wenn man einen möglichst weiten Teil des Nachthimmels gleichzeitig einsehen kann.

Sternschnuppen-Ströme sind übers Jahr verteilt

Die Lyriden sind nur einer von vielen Sternschnuppen-Ströme im Jahr. Sternfreunde freuen sich bereits jetzt auf die Perseiden, einen Meteorstrom im August, der bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde verspricht. Im Juli und August überschneiden sich einige Sternschnuppen-Ströme - darunter die Perseiden. Die Geminiden im Dezember sind ein noch größeres Spektakel: Bis zu 120 Sternschnuppen rasen dann über den dunklen Himmel. Die Orioniden im Oktober zählen zu den fünf aktivsten Sternschnuppen-Strömen des Jahres. Die Sternschnuppen der Leoniden im November sind dagegen recht unspektakulär - früher galt der November trotzdem als Sternschnuppen-Monat.

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