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Sternenhimmel im August: Warum sich der Blick an den Nachthimmel lohnt

Im August verlocken laue Sommernächte dazu, auch in der Dunkelheit draußen zu bleiben. Dann lohnt sich ein Blick nach oben: Sternschnuppen und Planeten sind zu sehen.

  • Laue Nächte und viele Sternschnuppen - der Sternenhimmel im August hat einiges zu bieten
  • Gleich vier Planeten kann man im August am Nachthimmel sehen: Jupiter, Saturn, Mars und Venus
  • Besonders eindrucksvoll ist der Meteor-Strom der Perseiden, der viele Sternschnuppen regnen lässt

Frankfurt - Bereits in der Abenddämmerung leuchtet im Südosten der Riesenplanet Jupiter auf. Kurz darauf sieht man auch den Ringplaneten Saturn, der deutlich lichtschwächer ist und ein wenig östlich von Jupiter erkannt werden kann. Jupiter und Saturn sind die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems. Zurzeit halten sich beide im Sternbild Schütze auf. In der Nacht vom 1. auf den 2. August zieht der Vollmond knapp südlich an Jupiter vorbei. Zweimal wandert der Mond an Saturn vorbei und zwar am 2. und am 29. des Monats. Vom Morgenhimmel ziehen sich beide Riesenplaneten zurück.

Sternenhimmel im August: Mars wird heller, Venus strahlt am Morgenhimmel

Mars im Sternbild Fische nimmt deutlich an Helligkeit zu und übertrifft noch Saturn. Zu Monatsbeginn überschreitet Mars eine halbe Stunde vor Mitternacht die östliche Horizontlinie. Ende August geht der rötlich-gelbe Nachbarplanet bereits wenige Minuten vor 21.00 Uhr abends im Osten auf. Der abnehmende Mond besucht Mars auf seinem monatlichen Rundlauf am 9. August. Am 3. passiert der rötliche Planet den sonnennächsten Punkt seiner ziemlich elliptischen Bahn. An diesem Tag trennen ihn 207 Millionen Kilometer von der Sonne.

Venus ist Glanzpunkt am Morgenhimmel. Die Venusaufgänge bleiben fast den gesamten August über konstant. Der hellste aller Planeten geht um halb drei Uhr morgens am Osthimmel auf. Merkur kann noch in den ersten Augusttagen bei sehr guten Sichtbedingungen am Morgenhimmel gesehen werden.

Sternenhimmel im August: Perseiden sind aktiv - viele Sternschnuppen zu sehen

Die große Zahl von Sternschnuppen in den ersten Augusttagen ist auf den Strom der Perseiden zurückzuführen, dessen maximale Tätigkeit zwischen dem 9. und 13. August erfolgt. Helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln sind keine Seltenheit. Die meisten Meteore sind in den Morgenstunden des 12. August zu erwarten. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren die Perseiden gewöhnlich bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. In diesem Jahr ist mit deutlich mehr Meteoren zu rechnen. Ihren Ursprung führen die Perseiden auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück.

Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens. Mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216 000 Kilometer pro Stunde, sind die Perseiden recht schnelle Objekte. Mit dieser Geschwindigkeit dauerte die Reise von der Erde zum Mond nur neunzig Minuten. Die meisten Meteoroide verdampfen in der irdischen Lufthülle. Es gibt aber Ausnahmen, manche schlagen auf dem Erdboden ein oder stürzen ins Meer. Nur sehr selten schlägt in dicht besiedelten Gebieten ein Meteorit ein.

Sternenhimmel im August: Nur selten schlagen Meteoriten ein

Am Abend des 9. Oktober 1992 flammte über der Ostküste der USA ein Bolide auf, der in nur 40 Sekunden eine 700 Kilometer lange
Leuchtspur zog. Kurz vor acht Uhr abends am gleichen Tag hörte die 18-jährige Michelle Knapp in dem kleinen Ort Peekskill im Bundesstaat New York einen lauten Knall. Sie stürzte aus dem Haus und sah, dass das Heck ihres zwölf Jahre alten Chevrolets zertrümmert war. Sie dachte zuerst an einen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht. Doch die herbeigerufene Polizei entdeckte unter ihrem Auto einen 30 mal 11 Zentimeter großen Steinmeteoriten, der noch heiß war. Obwohl der Meteorit das Auto schrottreif schlug, hatte Miss Knapp keinen finanziellen Nachteil. Auto und Meteorit wurden ihr für 70 000 Dollar abgekauft.

Im August dürften einige Sternschnuppen des Meteor-Stroms Perseiden über den Nachthimmel huschen.

Sternenhimmel im August: Vollmond, Neumond und Sommerdreieck

Vollmond tritt am 3. um 17.59 Uhr im Sternbild Steinbock ein. Neumond wird am 19. um 4.42 Uhr erreicht. In Erdferne mit 404 660 Kilometer befindet sich der Mond am 9. während ihn am 21. in Erdnähe nur 363 510 Kilometer von uns trennen.

Das Sommerdreieck steht nun hoch im Süden. Steil über unseren Köpfen erblickt man die 25 Lichtjahre entfernte Wega im Sternbild Leier. Neben der Leier breitet der Schwan seine Flügel aus. Markiert wird er durch ein großes Sternenkreuz, zu dem man auch Kreuz des Nordens sagt. Sein hellster Stern Deneb markiert den zweiten Eckpunkt des Sommerdreiecks.

Atair, der dritte Stern des Sommerdreiecks, bildet den Hauptstern des Adlers, der sich auf seine Beute stürzt. Mit 17 Lichtjahren
Entfernung zählt Atair zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Die Atairsonne rotiert unglaublich schnell. Eine Umdrehung dauert nur sechseinhalb Stunden. Unsere Sonne benötigt dafür 25 Tage. Infolge der schnellen Rotation ist Atair abgeplattet und nicht kugelrund.

Sternenhimmel im August: Band der Milchstraße schimmert in der Dunkelheit

Das schimmernde Band der sommerlichen Milchstraße erschließt sich jetzt, wenn man den Sternenhimmel weitab irdischen Lichtsmogs und aufgehelltem Firmament beobachtet. Dieses zartleuchtende Band aus Abertausenden glitzernden Sternen ist ein Naturphänomen, das man in unserer Zeit kaum mehr zu Gesicht bekommt. Um das Phänomen der Milchstraße zu erkennen, muss man auch störendes Mondlicht vermeiden.

Der Große Wagen ist nach Nordwesten herabgesunken während im Nordosten das Himmels-W, die Kassiopeia, emporsteigt. Die Sonne wandert entlang dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 10. verlässt sie mittags das Sternbild Krebs und wechselt in den Löwen. Am gleichen Tag tritt sie nachmittags in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um etwas mehr als neun Grad ab. Die Tageslänge schrumpft auf der Linie 50 Grad Nord, die etwa Deutschlands Mitte geht, um knapp zwei Stunden. Der Komet Neowise (C/2020 F3) dürfte im August nicht mehr zu sehen sein. (Von Hans-Ulrich Keller, dpa)

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