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Acht superheiße Sterne entdeckt – jeder ist hundertmal heller als die Sonne

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Von: Tanja Banner

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Bild aus einer „Himmelsdurchmusterung“, zentriert auf den neu entdeckten Stern SALT J203959.5-034117. Seine blaue Farbe rührt von seiner Oberflächentemperatur von mehr als 100.000 Grad her.
Bild aus einer „Himmelsdurchmusterung“, zentriert auf den neu entdeckten Stern SALT J203959.5-034117. Seine blaue Farbe rührt von seiner Oberflächentemperatur von mehr als 100.000 Grad her. © dpa/STScI/NASA, The Dark Energy Survey | Tom Watts (AOP)

Ein Forschungsteam findet acht superheiße Sterne im Universum. Sie sind um ein Vielfaches heißer als die Sonne – doch den Rekord knacken sie nicht.

Tübingen – Wer dachte, die Sonne mit ihrer Oberflächentemperatur von rund 5800 Grad Celsius wäre heiß, der liegt nicht falsch – doch es geht noch deutlich heißer im Universum. Wie heiß, zeigt die neueste Forschung eines Teams um Simon Jeffrey vom Armagh-Observatorium in Nordirland, dem auch der Tübinger Professor Klaus Werner vom Institut für Astronomie und Astrophysik angehört.

Das Forschungsteam hat acht der heißesten Sterne des Universums entdeckt, die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht. „Von den acht superheißen Sternen, die wir entdeckt haben, war der heißeste ein Weißer Zwerg mit einer Oberflächentemperatur von 180.000 Grad“, erklärt Werner in einer Mitteilung. Auch die anderen Sterne sind heißer als 100.000 Grad, wie die Universität Tübingen mitteilt.

Neu entdeckte Sterne sind alle heißer als 100.000 Grad

Die Forschenden fanden die heißen Sterne mithilfe des Southern African Large Telescope (SALT), das sich etwa 400 Kilometer nordöstlich von Kapstadt befindet. Das Team untersuchte Daten, die das Teleskop über heliumreiche heiße Unterzwerge gewonnen hatte, als sie die superheißen Sterne entdeckten.

„Weiße Zwerge sind ungefähr so groß wie die Erde, allerdings eine Million Mal massereicher. Sie sind die dichtesten existierenden Sterne, die aus normaler Materie bestehen“, erklärt der Astrophysiker Werner und fährt fort: „Ihre direkten Vorläufer, die heißen Unterzwerge sind noch etwas größer. Sie ziehen sich zusammen und werden innerhalb weniger tausend Jahre Weiße Zwerge.“ Sowohl heiße Unterzwerge als auch Weiße Zwerge können nach Angaben Werners eine hohe Oberflächentemperatur haben.

Jeder Stern ist hundert Mal heller als die Sonne

Jeder der acht neu entdeckten Sterne soll den Angaben zufolge mehr als hundert Mal heller als die Sonne sein. Da sie jedoch zwischen 1500 und 22.000 Lichtjahre von der Erde entfernt sind, sind sie nicht mit bloßem Auge am Himmel zu sehen. „All diese Sterne befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium ihres Lebenszyklus und nähern sich dem Sterben als Weiße Zwerge“, weiß Werner und ist sich sicher: „Die Ergebnisse könnten auch ein neues Licht auf die Entstehung unserer Galaxie werfen.“

Sterne mit Temperaturen von 100.000 Grad oder mehr sind außerordentlich selten. „Die Entdeckung extrem heißer Sterne hat uns überrascht“, erklärt Mitautor Itumeleng Monageng von der Universität von Kapstadt deshalb. „Überraschend war auch, dass bei unserer Himmelsdurchmusterung gleich so viele solcher Objekte gefunden wurden“, sagt Studienleiter Jeffery und ordnet die Ergebnisse ein: „Diese Entdeckungen werden hilfreich sein, um die Spätphasen der Sternentwicklung besser zu verstehen.“

Oberfläche des heißesten Sterns hat knapp 200.000 Grad Celsius

Den bisherigen Rekordhalter als heißesten Stern können die Neuentdeckungen jedoch nicht übertrumpfen: Nach wie vor ist der Stern H1504+65 mit einer Oberflächentemperatur von knapp 200.000 Grad Celsius der heißeste bekannte Stern. Er steht seit 2004 im Guinessbuch der Rekorde. (tab)

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