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„Starlink“-Satelliten von SpaceX sollen helfen, Weltraumwetter vorherzusagen

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Von: Tanja Banner

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Starlink-Satelliten: Eine Illustration des Starlink-Satellitennetzes von SpaceX.
Starlink-Satelliten: Eine Illustration des Starlink-Satellitennetzes von SpaceX. © Science Photo Library/Imago

„Starlink“-Satelliten von SpaceX wurden Opfer eines Sonnensturms – nun will das Unternehmen bei der Weltraumwetter-Vorhersage helfen.

Hawthorne – Die Aktivität der Sonne schwankt – innerhalb eines etwa elfjährigen Zyklus ist der Zentralstern unseres Sonnensystems zeitweise sehr ruhig, um im Maximum sehr aktiv zu werden. Sonnenaktivität – das bedeutet, auf der Oberfläche der Sonne gibt es mehr Sonnenflecken, es finden mehr koronale Massenauswürfe statt und die Sonne schleudert mehr Partikel ins Weltall. Treffen diese auf das Magnetfeld der Erde, entstehen an den Polen wunderschöne Polarlichter. Sind die Sonnenwinde zu stark, können jedoch auch Stromausfälle oder Probleme mit elektrischen Geräten oder Funkverbindungen die Folge sein. Auch das Internet könnte einem starken Sonnensturm nicht standhalten, warnt eine Forscherin.

Doch nicht nur die Erde kann von einem starken Sonnensturm in Mitleidenschaft gezogen werden. Alles, was sich zwischen der Sonne und der Erde befindet, bekommt einen Sonnensturm ebenfalls ab – auch Satelliten, die die Erde umkreisen. Das musste zuletzt das private Raumfahrtunternehmen SpaceX von Milliardär Elon Musk feststellen. Gleich 40 „Starlink“-Satelliten des Unternehmens stürzten im Februar bereits kurz nach dem Start wieder ab, weil sie in einen unerwarteten Sonnensturm geraten waren.

Sonnenstürme: „Starlink“-Satelliten von SpaceX sollen bei Weltraumwetter-Vorhersage helfen

Das Problem: Bei Sonnenstürmen dehnt sich die Thermosphäre – ein Teil der Atmosphäre in einer Höhe von etwa 80 bis 500 Kilometern – aus. Das macht es für Satelliten in dieser Höhe schwieriger: Der Luftwiderstand nimmt zu, die Satelliten stürzen schneller in Richtung Erde. SpaceX weiß ein Lied davon zu singen – und will nun dabei helfen, Probleme, wie sie die Firma im Februar 2022 hatte, künftig zu verhindern. Die mehr als 2200 „Starlink“-Satelliten des Unternehmens sollen der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA Daten zur Verfügung stellen, die in die Weltraumwetter-Vorhersage mit einbezogen werden können.

Möglichst genaue Vorhersagen des Weltraumwetters werden immer wichtiger, da die Zahl der Satelliten im niedrigen Erdorbit in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen hat – durch zahlreiche Satelliten der „Starlink“-Internetkonstellation, aber auch durch Satelliten anderer Anbieter. Die meisten von ihnen haben noch nie eine Zeit starker Sonnenaktivität erlebt. Um den Satellitenfirmen Daten an die Hand zu geben, hat die NOAA das Whole Atmosphere Model entworfen, das das Wetter bis in eine Höhe von 600 Kilometern vorhersagt. Doch der Behörde fehlten Daten aus der Thermosphäre.

Sonnensturm erfasste SpaceX-Satelliten – nun hilft das Unternehmen bei der Vorhersage

„Wir wollen die Physik vom Boden bis in den Weltraum erfassen, aber wir haben nicht genügend Daten“, erklärt die NOAA-Forscherin Tzu-Wei Fang gegenüber dem Portal Space.com. „Wir haben nicht viele Satelliten, die an Ort und Stelle fliegen und Informationen liefern.“ Hier kommt SpaceX ins Spiel: Das Unternehmen habe der NOAA versprochen, Daten von den „Starlink“-Satelliten zu liefern. Die mehr als 2200 Satelliten umkreisen die Erde zwar in einer Höhe von etwa 550 Kilometern, befinden sich jedoch kurz nach dem Start erst einmal in einer Höhe von 350 Kilometern. Das ist eine Höhe, in der nicht viele Satelliten fliegen, da sie dort am verwundbarsten sind. Die Höhe ist allerdings wie gemacht, um Daten für die NOAA zu sammeln, bis die Satelliten in ihren eigentlichen Umlaufbahnen ankommen.

„Weil SpaceX so viele Satelliten hat, werden sie uns viele Datenpunkte zur Verfügung stellen“, freut sich Fang. Die Daten kommen genau zur rechten Zeit: Der aktuelle Sonnenzyklus, der im Jahr 2019/2020 begonnen hat, scheint bereits jetzt aktiver zu werden, als vorhergesagt. (tab)

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