Ein Prototyp des „Starship“ in einer Einrichtung von SpaceX in Texas.
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Ein Prototyp des „Starship“ in einer Einrichtung von SpaceX in Texas.

Aufbruch zum Mars

SpaceX-„Starship“: So will Elon Musk den Mars kolonisieren

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Ein Raumschiff wie in Science-Fiction-Filmen: Das „Starship“ von SpaceX soll auf Planeten landen wieder starten können. Wie steht es um Elon Musks Mars-Projekt? 

  • Den Weltraum kolonisieren: das ist der große Traum von SpaceX-Gründer Elon Musk.
  • Der Wegbereiter für den Traum soll Starship sein.
  • Bis zu hundert Menschen soll es zum Mars bringen können.

SpaceX wurde mit der Vision gegründet, die Kolonisierung anderer Planeten ermöglichen zu können. Dass das Unternehmen nicht nur hochgesteckte Ziele vorweisen kann, beweist es seit beinahe zwanzig Jahren. Neuartige, wiederverwendbare Raketenprojekte, wie die Falcon Heavy, der zweitstärksten amerikanischen Trägerrakete seit der Mondrakete Saturn V, oder das Raumschiff Dragon. SpaceX scheint der NASA in vielen Punkten voraus zu sein. Doch das wohl ambitionierteste Projekt von SpaceX, das Starship, könnte die bisherigen Erfolge in den Schatten stellen.

Starship von SpaceX: Das neue Zugpferd des privaten Raumfahrtunternehmens

Das Starship soll das neue Zugpferd von SpaceX werden. Das Raumschiff soll in Zukunft alle Missionen übernehmen können, die SpaceX plant und bisher von der Falcon 9 und Falcon Heavy geflogen wurden. Dabei reicht die Verwendung von Starship über Satellitenstarts, wie die Starlink-Satelliten, Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation (ISS) sowie das Landen und Starten von Planeten oder anderen Himmelskörpern.

SpaceX setzt beim Starship-Projekt auf eine altbewährte und in der Raumfahrt einzigartige Methode: die Wiederverwendbarkeit aller Raketenbestandteile. „Wenn Flugzeuge nicht wiederverwendbar wären, würden sehr wenige Menschen fliegen“, sagte SpaceX-Gründer Elon Musk einst auf einer Pressekonferenz. Der Vorteil liegt auf der Hand.

Durch die Wiederverwendbarkeit der Raketenbestandteile reduzieren sich die Kosten für die einzelnen Bestandteile und können sich stattdessen auf eine größere Anzahl von Benutzungen aufteilen. Nur die Startkosten würden in voller Höhe anfallen. Zum Vergleich: Ein Spaceshuttle-Start der NASA kostete in der Vergangenheit etwa 450 Millionen Dollar. Schätzungen von SpaceX zufolge könnte ein Starship-Start mit wiederverwendbaren Teilen sich auf 2 Millionen Dollar beschränken.

Starship: Raumschiff von SpaceX bestejt aus zwei Stufen

Das Starship teilt sich in zwei Komponenten auf. Die erste Stufe der Rakete wird als „Super Heavy“ bezeichnet und soll laut Plan mit 28 bis 31 SpaceX-Raptor-Triebwerken betrieben werden. „Super Heavy“ soll Starship in den Orbit der Erde bringen und insgesamt bis zu 6200 Tonnen Schub liefern. Im Orbit trennt sich die Oberstufe (Starship) von der ersten Stufe ab. Dort soll das Raumschiff in der Lage sein, betankt zu werden und anschließend mit eigenen Triebwerken zu starten.

Starship (SpaceX)
Höhe118-122m
Durchmesser 9m
Startmasse 5000 Tonnen
Nutzlast bis zu 150 Tonnen
Besatzung Maximal 100

Bisher ist das Starship nur als Prototyp existent. Die US-Presse spricht liebevoll von „fliegenden Konservendosen“, da der aktuelle Prototyp des Starships aus Stahl daran erinnert. Trotzdem fanden 2020 die ersten erfolgreichen Testflüge statt. Am 04. August 2020 flog der erste flugtüchtige Starship-Prototyp insgesamt 150 Meter hoch und landete anschließend erfolgreich. Am 03. September 2020 erfolgte ein weiterer, identischer Test. Als Nächstes soll ein Test mit einer Höhe über 20 Kilometer und anschließender Landung geplant sein. Wann, ist bisher noch nicht bekannt.

SpaceX: Starship soll Menschen zum Mond und zum Mars bringen

„Wir werden zum Mond fliegen, wir werden eine Basis auf dem Mond haben. Wir werden zum Mars fliegen“, sagte Elon Musk nach der Landung von zwei US-Astronauten, die mit einer SpaceX-Kapsel zur ISS geflogen waren. Während Missionen zum Mond zunächst realistisch klingen, wirkt eine Landung auf dem Mars (noch) nicht realisierbar. Das Starship würde eine Strecke zwischen 56 und 401 Millionen Kilometer zurücklegen müssen. Dafür würde es, Schätzungen zufolge, zwischen 128 bis zu 333 Tage brauchen.

Das Landen auf dem Roten Planeten ist äußert schwierig, wie vergangene Missionen der NASA gezeigt haben. Dazu handelte es sich bei den bisher gelandeten Flugkörpern um wesentlich kleinere Objekte als das Starship. Das Raumschiff würde mit 27.000 km/h in die Atmosphäre des Mars fliegen und dort extremen Temperaturen ausgesetzt sein. Das ist auch einer der Gründe, warum SpaceX sich dafür entschieden hat, das Material des Raumschiffs von Kohlenstofffaser zu Stahl zu ändern.

Der Start für eine Mondmission des Starships ist für 2022 terminiert, zunächst mit Fracht, anschließend sollen bemannte Missionen starten. Nur zwei Jahre später soll Elon Musks ambitioniertester Plan in die Tat umgesetzt werden. Auch der japanische Künstler Yusaku Maezawa will mit dem Raumschiff den Mond umrunden. Bemannte Marsmissionen mit dem Starship sollen ab 2024 möglich sein. Da Musk nicht dafür bekannt ist, Termine einzuhalten, steht der tatsächliche Start eines bemannten Fluges zum Mars noch in den Sternen. (Marvin Ziegele)

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