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Nasa in Sorge: SpaceX-Programm von Elon Musk sorgt für Kritik

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Von: Svenja Wallocha

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Zwei «Starlink»-Satelliten sind als Lichtstreifen am Nachthimmel zu sehen
Zwei «Starlink»-Satelliten sind als Lichtstreifen am Nachthimmel zu sehen © Patrick Pleul/dpa

SpaceX möchte zusätzliche Satelliten ins All schicken – das sorgt nicht nur bei der Nasa für Unmut

Washington, D.C. – Im Mai 2019 hat das private Raumfahrtunternehmen SpaceX von Milliardär Elon Musk die ersten „Starlink“-Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen. Seitdem ist die Sorge bei Astronom:innen groß. Auch die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa äußerte nun Bedenken wegen des umstrittenen Satellitenprogramms.

„Die Nasa ist besorgt über die potenzielle Zunahme von Konjunktionen und mögliche Auswirkungen auf die wissenschaftlichen und bemannten Raumfahrtmissionen der Nasa“, so die Behörde in einem Schreiben an die Federal Communications Commission (FCC) – eine US-Behörde, die Satelliten für die USA reguliert.

Nasa sieht SpaceX-Pläne kritisch: Weitere Objekte könnten Orbit überfluten

Zuvor hatte das Unternehmen SpaceX von Elon Musk die Genehmigung für etwa 12.000 Satelliten für Breitband-Internet erhalten und daraufhin den Einsatz von weiteren 30.000 Satelliten der zweiten Generation beantragt, berichtet unter anderem der britische Guardian. Demnach befürchtet die Nasa, dass die SpaceX-Pläne Weltraummissionen behindern könnten. Zudem könnte die Expansion die Erdumlaufbahn mit Objekten überfluten, was Flüge und Beobachtungen erschweren würde.

So würden die zusätzlich von SpaceX ins All geschossenen Satelliten „die Anzahl der überwachten Objekte im Orbit mehr als verdoppeln und die Anzahl der Objekte unter 600 Kilometer mehr als verfünffachen“, so die Nasa. Der Raumfahrtbehörde zufolge werden derzeit insgesamt 25.000 Objekte in der Erdumlaufbahn verfolgt – etwa 6100 befinden sich dabei unterhalb von 600 Kilometern.

Kritik an SpaceX-Plänen: Auch Astrophysiker besorgt – „Astronomische Beobachtung stören“

„Wir sind besorgt über die große Anzahl von Satelliten, die die astronomischen Beobachtungen stören“, sagte laut dem Guardian auch der Astrophysiker Jonathan McDowell, der der American Astronomical Society angehört. Und weiter: „Ich denke, wir brauchen noch ein wenig mehr Erfahrung mit einigen Tausend Satelliten, bevor wir auf Zehntausende aufstocken können“. SpaceX reagierte kurzfristig nicht auf die Äußerung der Raumfahrtbehörde.

Neben der Nasa meldete auch der Versandriese Amazon bei der FCC Bedenken, so die britische Nachrichtenseite. Amazon arbeitet selbst an einem Satelliten-Internet-Projekt mit dem Namen „Project Kuiper“. Und auch Dish Network, ein US-amerikanischer Anbieter von Satelliten-Direktübertragungen, äußerte Zweifel.

Auch Amazon mit Befürchtungen: Erhöhung der Risiken für Kupier-System

Das Unternehmen von Jeff Bezos befürchtet etwa, dass die Kupier-Satelliten auf Höhe der SpaceX-Satelliten unterwegs sein könnten. „Die Auswirkungen dieser Überschneidung der Umlaufbahnen würden eine dramatische Zunahme der Risiken und anderer Belastungen für das Kuiper-System bedeuten“, so Amazon. Sie fordern die FCC auf, „angemessene Bedingungen“ aufzustellen.

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Tech-Milliardär Elon Musk will mit dem Projekt „Starlink“ schnelles Internet überall auf der Welt verfügbar machen. Dafür plant er Megakonstellationen von Satelliten in der Erdumlaufbahn aufzubauen. Das sorgt für Kritik, außerdem läuft bisher nicht alles nach Plan. So teilte das Unternehmen im Februar 2022 mit, dass ein Sonnensturm auf einen Schlag 40 brandneue Starlink-Satelliten zerstörte. Zudem befindet sich eine ausrangierte Raketenstufe des Unternehmens SpaceX auf Kollisionskurs mit dem Mond. (svw)

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