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SpaceX darf 7500 weitere „Starlink“-Satelliten starten – Organisation klagt gegen Entscheidung

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Von: Tanja Banner

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Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX sorgen immer wieder für Ärger. (Archivbild)
Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX sorgen immer wieder für Ärger. (Archivbild) © imago images/UPI Photo

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk darf 7500 „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation starten. Eine Organisation will das nicht hinnehmen.

Washington D.C. – Seit 2019 umkreisen „Starlink“-Satelliten von SpaceX die Erde und sorgen seitdem immer wieder für Ärger in der Astronomie-Community. Die Satelliten seien zu hell und störten die astronomische Beobachtung, klagen Forscherinnen und Forscher immer wieder. Eine Befürchtung aus der Forschung: Die hellen Satelliten könnten die wichtige Suche nach möglicherweise gefährlichen Asteroiden in der Morgen- und Abenddämmerung behindern.

Und auch andere Vorhaben sind durch die hellen Satelliten, die in Langzeitbelichtungen vom Nachthimmel lange Spuren hinterlassen, beeinträchtigt. Auch Laien bemerken die hellen „Starlink“-Satelliten derzeit immer wieder am Himmel. Für die erste „Starlink“-Generation hat SpaceX nach Beschwerden aus der Community für eine – nur teilweise erfolgreiche – Verdunklung gesorgt. Doch die Satelliten der zweiten Generation sollen größer sein und könnten deutlich heller werden.

SpaceX darf 7500 „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation starten

Erst Anfang Dezember hat die zuständige Federal Communications Commission (FCC) SpaceX trotzdem erlaubt, 7500 „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation zu starten. Das Unternehmen von Elon Musk hatte ursprünglich Lizenzen für knapp 30.000 Satelliten beantragt – die Anträge für die restlichen Satelliten wurden bisher noch geprüft.

Starlink-Satelliten
Betreiber:SpaceX
Zahl der gestarteten Starlinks:3666
Starlinks im Orbit:3374
Aktive Starlink-Satelliten:3338
Stand: 17.01.2023, Quelle: Jonathan's Space Report

Mittlerweile hat SpaceX mit der National Science Foundation (NSF), die in den USA mehrere große Observatorien betreibt, eine Vereinbarung über die „Starlinks“ der zweiten Generation getroffen. Unter anderem hat SpaceX zugestimmt, die Satelliten dunkler zu machen – sie sollen nicht heller als mag 7 werden und damit für das bloße Auge quasi unsichtbar sein. Auch der Effekt der „Starlink“-Satelliten auf empfindliche astronomische Beobachtungsgeräte soll so vermindert werden. Das Raumfahrtunternehmen hat außerdem zugestimmt, dass die Satelliten nicht senden werden, wenn sie große Observatorien überfliegen.

Weder Gesetze noch Behörden schützen den Nachthimmel

Da es weder rechtliche Regularien noch Behörden gibt, die den Nachthimmel schützen, ist die Vereinbarung zwischen der NSF und SpaceX freiwillig. „Die Politik ist langsam“, erklärt der Astronom Richard Green, der an den Verhandlungen mit SpaceX beteiligt war. „Die Fortschritte, die wir kurzfristig erzielen, hängen ausschließlich von der freiwilligen Zusammenarbeit mit der Industrie ab, bei der SpaceX wirklich führend war und anderen Unternehmen den Weg gewiesen hat“, zitiert das Portal Spacenews.com ihn.

Doch „Starlink“ ist nicht die einzige Satellitenkonstellation, die Astronominnen und Astronomen mit Argwohn betrachten. Erst kürzlich ist der große Satellit „BlueWalker 3“ gestartet, der heller als die meisten Sterne am Nachthimmel strahlt. Er ist der Prototyp für eine Konstellation von 168 noch größeren „BlueBird“-Satelliten, mit denen das Unternehmen AST SpaceMobile ein Weltraum-basiertes Handynetzwerk aufbauen will. Ebenfalls kritisch beäugt werden die im Aufbau befindliche Satellitenkonstellation von OneWeb, sowie das geplante „Project Kuiper“ von Amazon.

Organisation wehrt sich vor Gericht gegen helle „Starlink“-Satelliten

Eine Organisation will sich vor Gericht gegen die neuen „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation zur Wehr setzen. Die International Dark Sky Association (IDA) hat bereits Ende Dezember beim US Court of Appeals für den District of Columbia (eine Art Berufungsgericht in den USA) eine Berufung gegen die FCC-Genehmigung für die 7500 „Starlink“-Satelliten eingereicht. Die Organisation vertritt Astronominnen und Astronomen, die über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf den Nachthimmel besorgt sind.

Wurde bei Genehmigung der „Starlink“-Satelliten Umweltrecht nicht beachtet?

Sie argumentiert, dass die FCC bei der Genehmigung der „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation das Umweltrecht nicht beachtet hat. „Es ist ein Novum, dass die IDA zur Beilegung von Streitigkeiten auf das Gerichtssystem zurückgreift. Aber in diesem Fall sahen wir uns zum Handeln gezwungen“, erklärt die Organisation auf ihrer Website. In Anbetracht der Größe von „Starlink“ und anderer geplanter Konstellationen durch andere Unternehmen sei es „von entscheidender Bedeutung, dass Bundesbehörden, die für Entscheidungen über die Zukunft des Nachthimmels – ein wesentliches Element der menschlichen Umwelt – verantwortlich sind, die bestehenden Gesetze befolgen“.

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Die IDA argumentiert damit, dass ihren Mitgliedern durch die FCC-Entscheidung „eine Reihe von Nachteilen“ drohen – unter anderem negative Auswirkungen auf die Amateur- und Berufsastronomie sowie „eine Beeinträchtigung des Genusses des dunklen Himmels“. Auch andere Klagen gegen „Starlink“ laufen, wie Spacenews.com berichtet. (tab)

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