Bemannte Raumfahrt

SpaceX-Raumkapsel „Crew Dragon“ soll Astronauten transportieren

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Die Raumkapsel „Crew Dragon“ von SpaceX soll Astronauten transportieren und die USA wieder von der russischen Raumfahrt unabhängig machen.

  • Die Raumkapsel „Crew Dragon“ von SpaceX soll die USA von der russischen Raumfahrt unabhängig machen
  • Die „Crew Dragon“ kann bis zu sieben Astronauten transportieren und soll im ersten Schritt die ISS anfliegen
  • Die „Crew Dragon“ soll bald rotierende Missionen zur ISS fliegen

Seit 2012 transportiert das private Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk im Auftrag der Nasa mit der Raumkapsel „Dragon“ Fracht zur Internationalen Raumstation ISS. Nachdem das Unternehmen einen weiteren Nasa-Auftrag erhalten hat, wurde die Kapsel, die bisher nur unbemannt flog, weiterentwickelt und zu einer Raumkapsel umgebaut, die bis zu sieben Astronauten transportieren kann: Die „Crew Dragon“.

„Crew Dragon“ von SpaceX soll Astronauten im Auftrag der Nasa transportieren

Nach einem unbemannten Testflug zur ISS im Jahr 2019 und ausführlichen Tests aller Systeme, soll es im Mai 2020 einen ersten bemannten Testflug der „Crew Dragon“ zur Raumstation geben (der erste Startversuch am 27. Mai 2020 wurde wegen schlechten Wetters abgebrochen, der neue Termin ist für den 30. Mai 2020 angesetzt). Gelingt dieser Test, soll noch im Jahr 2020 der erste operative Flug zur ISS stattfinden.

Die „Crew Dragon“ soll im Rahmen des „Commercial Crew“-Programms der Nasa Astronauten zur ISS und zurück transportieren und die stolze Raumfahrtnation USA wieder in die Lage versetzen, Astronauten von US-amerikanischem Boden aus ins All zu schicken. Seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms im Jahr 2011 waren die USA und zahlreiche weitere Länder - darunter auch die Europäer - von den russischen Sojus-Raumkapseln abhängig.

„Crew Dragon“ von SpaceX kann bis zu sieben Astronauten befördern

Die Raumkapsel „Crew Dragon“ kann automatisch an der ISS andocken und soll dort mindestens 210 Tage lang bleiben können, so eine Anforderung der Nasa. Die Kapsel besteht aus zwei Elementen:

  • In der Kapsel „Crew Dragon“ können bis zu sieben Astronauten, aber auch kritische Fracht transportiert werden.
  • Im Laderaum der „Crew Dragon“ kann unter anderem weitere Fracht verstaut werden. Es handelt sich um ein Servicemodul, das nicht unter Druck steht.

Zur „Crew Dragon“ gehören auch die „Draco“-Schubdüsen, die verwendet werden, um im Orbit manövrieren zu können. Außerdem gibt es acht „SuperDraco“-Düsen, die die Kapsel im Notfall schnell von der Rakete entfernen können. Weiterhin befinden sich in der „Crew Dragon“ die Fallschirme, die die Kapsel vor der Landung im Meer abbremsen.

„Crew Dragon“ wird von SpaceX in den USA gebaut

Die „Crew Dragon“ wird von einem amerikanischen Unternehmen - SpaceX - direkt in den USA gebaut - das sorgt für Arbeitsplätze und Stolz im Land. Auch die SpaceX-Rakete „Falcon 9“, die die Raumkapsel ins All schießt, ist eine US-Produktion.

Gelingt der bemannte Testflug der „Crew Dragon“ im Mai 2020 und wird die SpaceX-Raumkapsel anschließend von der Nasa zertifiziert, sollen bereits kurz darauf reguläre bemannte Missionen zur ISS mit der „Crew Dragon“ starten. Die Astronauten für die Mission „Crew-1“ stehen bereits in den Startlöchern: Victor Glover, Mike Hopkins, Shannon Walker (alle Nasa) und Soichi Noguchi (japanische Raumfahrtagentur Jaxa). Insgesamt hat die Nasa bisher sechs bemannte „Crew Dragon“-Missionen von SpaceX bestellt.

SpaceX sorgt mit unbemannter Raumfahrt für Aufsehen

Bisher sorgte SpaceX mit unbemannter Raumfahrt für Aufregung: Das „Starlink“-Projekt ist dafür das beste Beispiel. Unzählige Internet-Satelliten sollen dabei die Erde umkreisen und für schnelles Internet in entlegensten Winkeln sorgen. Doch es gibt viel Kritik an dem „Starlink“-Projekt und Elon Musk muss nachbessern. Auch die Recycling-Rakete „Falcon 9“, die auch die „Crew Dragon“ transportiert, sorgte für Aufsehen in der Branche.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Uncredited/NASA TV via AP/dpa

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