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Sonneneruption sorgt für Funkausfälle und behindert Hilfe nach Hurrikan „Ian“

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Von: Tanja Banner

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Das „Solar Dynamics Observatory“ der US-Raumfahrtorganisation Nasa hat diese Aufnahme der Sonnenoberfläche gemacht. Gut zu sehen ist die helle Sonneneruption am 2. Oktober: Der helle Fleck im oberen rechten Bereich der Sonne.
Das „Solar Dynamics Observatory“ der US-Raumfahrtorganisation Nasa hat diese Aufnahme der Sonnenoberfläche gemacht. Gut zu sehen ist die helle Sonneneruption am 2. Oktober: Der helle Fleck im oberen rechten Bereich der Sonne. © NASA/SDO

Eine heftige Sonneneruption sorgt für Funkausfälle, gleichzeitig ist ein Sonnensturm auf dem Weg Richtung Erde. In den kommenden Tagen könnten weitere folgen.

Frankfurt – Der Hurrikan „Ian“ hat schlimme Verwüstungen in Teilen Floridas und anderen Bundesstaaten hinterlassen, die Aufräumarbeiten dürften sich noch lange hinziehen. Nun wurden die Helfenden jedoch durch etwas an der Arbeit gehindert, womit sie wohl kaum gerechnet haben dürften: Eine heftige Sonneneruption ereignete sich am vergangenen Sonntag (2. Oktober) um 21.53 Uhr (MESZ) und fand ihren Höhepunkt etwa dreißig Minuten später. Die Folge: Weil die elektromagnetische Strahlung sich in Lichtgeschwindigkeit bewegt, kam es auf der Seite der Erde, die Blickkontakt zur Sonne hatte, prompt zu einem Ausfall der Funkverbindungen – und zwar bis zu einer Stunde lang. Betroffen waren unter anderem die gesamten USA.

Die US-Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA stufte den Funkausfall nach Angaben des Portals Space.com in die Kategorie „R3“ ein und gab an, dass er Menschen beeinträchtigen könnte, die in den von Hurrikan „Ian“ betroffenen Gebieten helfen und eine Funkfrequenz von 25 MHz nutzen, weil das Handynetz zusammengebrochen ist. Als weitere Folge der Sonneneruption wurden außerdem die oberen Schichten der Erdatmosphäre gestört, was GPS-Signale weniger zuverlässig macht oder sie gleich ganz ausfallen lässt.

Sonneneruption lässt Funkverbindungen ausfallen – Vor allem USA betroffen

Einige Stunden später folgte ein zweiter, etwas milderer Ausbruch auf der Sonne, der für einen Funkausfall im westlichen Pazifik und Australien sorgte. Beide Sonneneruptionen stammen aus ein und demselben Sonnenfleck: AR3110 befindet sich im Nordwesten der sichtbaren Sonnenscheibe. Es handelt sich dabei um eine dunkler erscheinende Gegend auf der Oberfläche der Sonne, die eine hohe magnetische Aktivität aufweist.

Beide Sonneneruptionen wurden von koronalen Masseauswürfen (CME) begleitet – die Sonne schleudert dabei magnetisierte Partikel aus ihrer oberen Atmosphäre. Die beiden Plasmawolken bewegen sich nun durchs Weltall – der Sonnensturm könnte die Erde treffen. Das Weltraumwetter-Vorhersagezentrum der NOAA rechnet mit einem „moderaten“ geomagnetischen Sturm, der die Erde im Laufe des Dienstag (4. Oktober) trifft. Dessen Eintreffen könnte in hohen Breitengraden Probleme mit der Stromversorgung verursachen und Satelliten im niedrigen Erdorbit Probleme bereiten. Auf der Erde könnten dadurch jedoch auch Polarlichter sichtbar werden.

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Weltraumwetter: Riesiger Sonnenfleck ist auf der Sonne zu sehen

In den kommenden Tagen erwarten Fachleute weitere Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe, da sich bereits der nächste Sonnenfleck angekündigt hat: AR3112 wird innerhalb der nächsten zwei Wochen über die sichtbare Sonnenscheibe wandern, wie der britische Weltraumwetter-Vorhersagedienst Met Office mitteilt. Der Sonnenfleck AR3112 habe das Potenzial, aktiver zu werden, heißt es. Das bedeutet: Es könnte in den kommenden Wochen mehr Sonnenausbrüche und CMEs geben. Für die Erde bedeutet das: mehr Probleme mit Satelliten oder durch Funkausfälle, aber möglicherweise auch mehr Polarlichter.

Weltraumwetter-Vorhersage

Weil vor allem Satelliten im niedrigen Erdorbit Probleme durch Sonnenstürme bekommen könnten, sollen die „Starlink“-Satelliten von SpaceX nun Daten zur Weltraumwetter-Vorhersage liefern.

SpaceWeather.com berichtet, AR3112 sei „einer der größten Sonnenflecken seit Jahren“ – er erstreckt sich über 130.000 Kilometer. Beim Met Office heißt es in der Vorhersage für die kommenden Tage: „Die Sonnenaktivität wird als mäßig vorhergesagt, mit der Chance auf ein hohes Niveau.“ (tab)

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