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Mission zur Sonne

„Solar Orbiter“ kommt der Sonne ganz nah - Forscher entdecken neues Phänomen

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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„Solar Orbiter“ kommt der Sonne so nah wie keine Raumsonde zuvor. Auf den ersten Aufnahmen entdecken Forscher ein neues Phänomen - das ihnen dabei helfen könnte, ein altes Sonnen-Rätsel zu entschlüsseln.

  • Die Raumsonde „Solar Orbiter“ von Nasa und Esa sorgt gleich mit ihren ersten Bildern für Aufsehen.
  • Zu sehen ist die Sonne so nah wie nie zuvor: Nur 77 Millionen Kilometer war „Solar Orbiter“ von der Sonne entfernt.
  • Auf den Aufnahmen haben Forscher ein neues Phänomen entdeckt.

Noch nicht einmal ein halbes Jahr ist vergangen, seit die Esa-/Nasa-Raumsonde „Solar Orbiter“ gestartet ist. Und schon nach so kurzer Zeit macht die Sonde, die die Sonne erforschen soll, erstmals von sich reden: „Solar Orbiter“ hat von der Sonne aus einer Entfernung gemacht, aus der das noch nie zuvor gelungen ist. Nur 77 Millionen Kilometer trennten die Raumsonde von der Sonne, als „Solar Orbiter“ die beeindruckenden Bilder aufgenommen hat - das ist etwa die Hälfte der Strecke zwischen Erde und Sonne.

Die ersten Bilder des „Solar Orbiter“ haben die Forscher gleich begeistert: „Wir haben wirklich nicht mit so guten Resultaten vom Start weg gerechnet“, betont Daniel Müller, Projektleiter der Esa-Mission. „Das sind die ersten Aufnahmen und wir können jetzt schon interessante neue Phänomene sehen.“

„Solar Orbiter“ von Nasa und Esa zeigt den Blick auf die Sonne aus einer Entfernung von 77 Millionen Kilometer. Zu sehen ist das vollständige Bild der Sonne (oben links) und hochauflösende Detailaufnahmen.

„Solar Orbiter“ schickt hochauflösende Aufnahmen der Sonne zur Erde

Auf den Aufnahmen haben die beteiligten Forscher so genannte „Lagerfeuer“ entdeckt. „Das sind kleine Verwandte der Sonneneruptionen, die wir von der Erde aus beobachten können“, erklärt David Berghmans vom Royal Observatory of Belgium (ROB). Die „Lagerfeuer“ seien allerdings „Millionen oder Milliarden Mal kleiner“, betont Berghmans. „Die Sonne scheint auf den ersten Blick ruhig zu sein, doch wenn man genau hinschaut, kann man diese Mini-Eruptionen überall sehen, wohin man schaut.“ Ob es sich bei den „Lagerfeuern“ um die kleine Variante der großen Sonneneruptionen handelt, oder ob ein anderer Mechanismus dahintersteckt, ist noch unklar.

Solar OrbiterMission von Esa und Nasa
Startdatum:10. Februar 2020
Ort des Starts:Cape Canaveral, Florida
Steuerung der Sonde:European Space Operations Center (Esoc) in Darmstadt

„Solar Orbiter“ schickt Aufnahmen der Sonne: Erste Theorien zu neu entdecktem Phänomen

Allerdings gibt es bereits neue Theorien zu den kleinen Eruptionen auf der Sonne: Sie könnten zu einem besonders mysteriösen Phänomen auf der Sonne beitragen, der Erhitzung der Korona. Der Kern der Sonne ist 15 Millionen Grad Celsius heiß, während die Temperatur auf der sichtbaren Oberfläche noch etwa 5500 bis 6000 Grad Celsius beträgt. In der Sonnenkorona steigt die Temperatur wieder auf mehr als eine Million Grad Celsius an - und möglicherweise könnten die bisher unbekannten „Lagerfeuer“ etwas damit zu tun haben, glauben die Forscher.

„Solar Orbiter": „Lagerfeuer“ könnten wichtigen Beitrag zum Aufheizen der Sonnenkorona leisten

„Diese Lagerfeuer sind einzeln total unwichtig, aber wenn man ihren Effekt überall auf der Sonne zusammenzählt, könnten sie einen wichtigen Beitrag zum Aufheizen der Sonnenkorona leisten“, erklärt Frédéric Auchère vom Institut d‘Astrophysique Spatiale (IAS) in Frankreich die Theorie. Das „Solar Orbiter“-Team plant unter anderem, die Beobachtungen mit Messungen anderer Instrumente zu kombinieren - und so eventuell dem Mysterium der heißen Sonnenkorona etwas näherzukommen.

Herauszufinden, wie die Sonnenkorona sich aufheizt gilt als der „Heilige Gral“ der Sonnenforschung. Seit Sommer 2018 ist auch die Nasa-Raumsonde „Parker Solar Probe“ auf dem Weg zur Sonne, um unter anderem dieses Phänomen genauer zu erforschen.

Ein hochauflösendes Bild der Sonnenoberfläche, aufgenommen von einem Instrument an Bord des „Solar Orbiter“. Unten links in der Ecke ist für den Maßstab die Größe der Erde eingezeichnet.

„Solar Orbiter“ befindet sich erst am Anfang seiner Mission. In weniger als zwei Jahren soll sich die Raumsonde der Sonne bis auf 42 Millionen Kilometer annähern. Insgesamt sind zehn wissenschaftliche Instrumente an Bord: Vier von ihnen beschäftigen sich mit dem Sonnenwind, die sechs weiteren Instrumente beobachten die Sonne selbst. Schon vor den ersten Aufnahmen der Sonne ist dem „Solar Orbiter“ etwas seltenes gelungen: er durchflog den Schweif des zerbrochenen Kometen „Atlas“.

Der „Solar Orbiter“ ist eine internationale Kooperation zwischen Esa und Nasa, gebaut wurde die Raumsonde von Airbus Defence and Space in Großbritannien, gesteuert wird sie vom European Space Operations Center (Esoc) in Darmstadt. (Von Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Solar Orbiter/Eui Team/Nasa/ESA/dpa

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