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Sonnenfinsternis auf Jupiter: Die Raumsonde Juno hat dieses Bild aufgenommen, bearbeitet wurde es von Kevin M. Gill.

Jupiter

So sieht eine Sonnenfinsternis auf dem Jupiter aus

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Eine Sonnenfinsternis auf der Erde ist spektakulär - aber wie sieht eine Sonnenfinsternis auf dem Jupiter aus? Ein Bild der Raumsonde Juno zeigt es.

Ein Planet, der einen Stern umkreist und selbst von einem Mond umkreist wird - das sind alle Zutaten, die man für eine Sonnenfinsternis braucht. Das Rezept funktioniert nicht nur für die Erde, sondern beispielsweise auch für den Planeten Jupiter. Der wird von gleich 79 Monden umkreist, von denen einige vom berühmten Galileo Galilei entdeckt wurden.

Zu ihnen gehört Io, der drittgrößte Jupitermond, der gleichzeitig auch der viertgrößte Mond unseres Sonnensystems ist. Io ist knapp größer als der Mond, der die Erde umkreist. Immer dann, wenn Io zwischen der Sonne und Jupiter vorbeizieht, fällt der Schatten des Mondes auf den Planeten. Die Raumsonde Juno hat diesen Schatten fotografiert, als sie selbst in einem Abstand von etwa 8000 Kilometern am Jupiter vorbeiflog. Der Schatten des Mondes ist dabei als kleiner, aber deutlicher Schattenfleck auf dem Jupiter zu erkennen.

Sonnenfinsternis auf dem Gasriesen Jupiter

Das zeigt die Dimensionen, um die es beim Jupiter geht: Während Io ähnlich groß ist wie der Erdmond, ist Jupiter der größte Planet im Sonnensystem. Die Erde hat einen Äquatordurchmesser von etwas mehr als 12.700 Kilometern, Jupiter dagegen hat einen Durchmesser von rund 143.000 Kilometern.

Der Planet ist durchschnittlich 778 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Er hat keine sichtbare feste Oberfläche und gilt als Gasplanet. Die vier galileischen Monde Ganymed, Kallisto, Io und Europa wurden 1610 von Galileo Galilei entdeckt, in den vielen Jahren danach wurden mittlerweile insgesamt 79 Jupiter-Monde entdeckt.

Raumsonde Juno umkreist Jupiter seit 2016

Die Raumsonde Juno startete im August 2011 zum Jupiter und erreichte den Planeten im Juli 2016. Die Sonde umkreist den Planeten seitdem und soll sein Magnetfeld und die Atmosphäre erforschen. Die Raumsonde wird vollständig durch Solarenergie betrieben.

Mit an Bord ist auch die so genannte „JunoCam“, eine Kamera, die nicht in erster Linie für wissenschaftliche Experimente gedacht ist, sondern um das Interesse der Öffentlichkeit an der Mission zu verstärken. Die Rohdaten aus der JunoCam werden im Internet veröffentlicht, außerdem werden Nutzer explizit dazu eingeladen, die Bilder zu bearbeiten und ihre Bearbeitungen wieder hochzuladen. Das Bild, das die Sonnenfinsternis auf dem Jupiter zeigt, hat Kevin M. Gill bearbeitet.

Was passiert mit dem großen roten Fleck auf Jupiter?

Eine besonders beliebte Stelle auf der Oberfläche des Jupiter ist der große rote Fleck, ein riesiger Sturmwirbel. Dieser schrumpft seit Jahren, doch in den vergangenen Monaten haben Amateurastronomen in aller Welt ein mysteriöses Phänomen beobachtet: Es scheinen sich immer wieder Gaswolken vom großen roten Fleck zu lösen*.

Der große rote Fleck ist größer als die Erde und wurde erstmals im Jahr 1665 gesichtet. Ob es sich dabei um denselben roten Fleck handelte, den man heute auf der Jupiter-Oberfläche sieht, ist allerdings nicht ganz klar. Fest steht jedoch, dass die lange Achse des Flecks im 19. Jahrhundert noch 41.000 Kilometer lang war. 2014 hatte sie noch eine Länge von etwa 16.500 Kilometern.

Wie eine Sonnenfinsternis auf der Erde* aussieht, konnten zuletzt die Einwohner in Teilen Südamerikas bewundern. Am 2. Juli zog der Schatten des Mondes über Teile von Chile und Argentinien und verdeckte die Sonne für kurze Zeit komplett. Von Deutschland aus gesehen ist die letzte Sonnenfinsternis schon etwas länger her: Sie fand im August 1999 statt. Wie eine Sonnenfinsternis auf dem Mond aussieht, zeigt ein Foto, das ein chinesischer Satellit aus der Mondumlaufbahn heraus aufgenommen hat.

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Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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