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Der Corona-Impfstoff Astrazeneca ist mit Vorsicht zu genießen.
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Der Corona-Impfstoff Astrazeneca ist mit Vorsicht zu genießen.

Impfung

Sicherheitshinweise zu Astrazeneca

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht den „Roter-Hand-Brief“. Weitere Todesfälle nach der Impfung wurden in Deutschland, Dänemark und Norwegen gemeldet.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat am Mittwoch unter der Überschrift „Rote-Hand-Brief: Covid-19-Vaccine Astrazeneca“ aktuelle Sicherheitsinformationen veröffentlicht. Darin weist der schwedisch-britische Pharmakonzern auf das „Risiko von Thrombozytopenie und Gerinnungsstörungen“ hin. Es heißt: „Eine Kombination aus Thrombose und Thrombozytopenie, in einigen Fällen einhergehend mit Blutungen, wurde sehr selten nach einer Impfung mit Covid-19-Vaccine Astrazeneca beobachtet.“ Ein Zusammenhang sei möglich, trotzdem überwiege der Nutzen des Impfstoffs die Risiken.

Dieses Argument hatte auch die Europäische Arzneimittelagentur Ema bei ihrer Entscheidung, dass der Impfstoff weiter eingesetzt werden könne, aufgeführt. Zugleich hatte der zuständige Ausschuss für Risikobewertung der EMA aber empfohlen, die Produktinformationen des Impfstoffs zu aktualisieren. Die Geimpften, heißt es in den vom Paul-Ehrlich-Institut veröffentlichten Informationen zu Astrazeneca nun, sollten angewiesen werden, „sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sie nach der Impfung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen oder anhaltende Bauchschmerzen entwickeln“. Außerdem sollten „alle Personen, die nach der Impfung neurologische Symptome aufweisen, wie starke oder anhaltende Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen, oder bei denen nach einigen Tagen auf der Haut Blutergüsse außerhalb des Verabreichungsortes der Impfung auftreten, umgehend einen Arzt aufsuchen“.

In Europa war es bei Geimpften zu mehreren Fällen von schweren Thrombosen, darunter auch Hirnvenenthrombosen, und inneren Blutungen gekommen, die meisten Betroffenen sind Frauen jungen und mittleren Alters.

Seit der Entscheidung der Ema sind noch weitere Fälle bekannt geworden. So haben die norwegischen Behörden fünf weitere schwere Fälle von Blutgerinnungsstörungen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet. Bei fünf Krankenschwestern, alle jünger als 55, soll es nach der Impfung zu Komplikationen gekommen sein, drei von ihnen seien an einer Hirnvenenthrombose gestorben. Auch die dänische Arzneimittelaufsicht hat zwei neue Verdachtsfälle gemeldet. Sowohl Norwegen als auch Dänemark haben die Impfungen mit Astrazeneca trotz der Ema-Empfehlung nicht wieder aufgenommen.

Auch in Deutschland gibt es weitere Fälle: Der Landkreis Oberallgäu und der Klinikverbund Kempten haben am Montag gemeldet, dass eine Mitarbeiterin des Klinikums Immenstadt kurz nach einer Impfung mit Astrazeneca gestorben ist, auch sie war jünger als 55. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären. Es wäre der 15. Fall einer Hirnvenenthrombose nach der Impfung in Deutschland, der dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet wurde. Im Ravensburger Krankenhaus ist zudem ein Pfleger kurz nach der Impfung gestorben, auch sein Tod soll nun untersucht werden.

Inzwischen wurden außerdem Obduktionsergebnis der Medizinischen Universität Wien bekannt. Demnach soll eine 49 Jahre alte Krankenschwester aus Niederösterreich, einer der ersten bekannten Todesfälle nach Astrazeneca in der EU, tatsächlich an schweren Impf-Nebenwirkungen gestorben sein.

Dass die schweren Blutgerinnungsstörungen durch Reaktionen auf die Impfung verursacht wurden, wollen auch Forschungsteams der Universität Greifswald und der Universität Oslo unabhängig voneinander belegt haben. Sie gehen davon aus dass die schweren Komplikationen durch spezielle Antikörper ausgelöst werden, die sich an die Thrombozyten binden und diese aktivieren können. Als Therapie schlagen die Mediziner:innen der Uni Greifswald und die Deutsche Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung die intravenöse Gabe von bestimmten Immunglobulinen vor.

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