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Armstrong war der Erste – das berühmte Foto zeigt allerdings den Fußabdruck des zweiten Mannes auf dem Mond, Buzz Aldrin.

Mensch und Mond

Seine Spuren im Staub

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Neil Armstrong hinterließ 1969 den ersten Fußabdruck auf dem Mond, Eugene Cernan 1972 den vorerst letzten. Seitdem sind nur noch Sonden auf dem Erdtrabanten gelandet. Die nächste soll am Montag starten. Viele hoffen jedoch auf eine Rückkehr der Menschen zum Mond.

Als die israelische Raumsonde „Beresheet“ im April zur Landung auf dem Mond ansetzte, hätte sie Geschichte schreiben können: Israel wäre mit der Landung nach Russland, den USA und China das erst vierte Land geworden, dem eine weiche Landung gelang. Doch sie ging schief, die Sonde war verloren. Nun unternimmt Indien einen Anlauf.

Nach mehreren Verschiebungen soll am Montag um 11.13 Uhr deutscher Zeit die Mondmission „Chandrayaan-2“ („Chandra“ = Mond, „Yaan“ = Vehikel) vom Satish Dhawan Space Centre auf der indischen Insel Sriharikota aufbrechen. Ursprünglich sollte die Mission am 15. Juli starten, doch es hatte Probleme mit einem Heliumtank der Rakete gegeben. Bei der Rakete handelt es sich um eine indische Trägerrakete vom Typ „GSLV Mk III“.

Die Mission besteht aus drei Teilen: Ein Orbiter soll ein Jahr lang den Mond umkreisen und mit acht wissenschaftlichen Experimenten dessen Oberfläche kartieren und seine Exosphäre untersuchen. Der Lander „Vikram“ soll am 6. September auf dem Mond aufsetzen. Er hat drei Instrumente an Bord, mit denen er „das Verständnis der Mondoberfläche erweitern“ soll, so die indische Raumfahrtbehörde Isro. Unter anderem soll „Vikram“ Mondbeben und die Temperatur des Mondbodens messen.

Der zur „Chandrayaan-2“ gehörende Rover „Pragyaan“ soll bis zu 500 Meter auf dem Mond zurücklegen können. Sowohl er als auch der Lander sollen einen Mondtag (etwa 14 Tage) überstehen können. Der Rover wird den Südpol des Mondes erkunden, so der Plan. Diese Gegend interessiert Forscher besonders, weil dort in tiefen, schattigen Kratern Wassereis lagert. Außerdem gibt es an den Rändern der Krater beinahe dauerhaft Sonnenlicht. Wasser und Sonnenlicht wären für eine bemannte Mission zum Mond oder gar eine dauerhafte Ansiedlung auf dem Erdtrabanten von zentraler Bedeutung.

Die Mission ist nicht einfach. Von 38 Versuchen, weich auf dem Mond zu landen, sind bisher nur etwas mehr als die Hälfte nicht gescheitert. Isro sieht das als „technische Herausforderung“, genau wie das Management der gesamten Mission – vom Treibstoff-Management in verschiedenen Stufen bis hin zur Flugbahn und der Umlaufbahn um den Mond.

Außerdem sind die Entwicklung von Lander und Rover für Indien Neuland. Die letzte Mission der indischen Raumfahrtorganisation zum Mond war „Chandrayaan-1“, ein Orbiter, der den Mond bis August 2009 knapp ein Jahr lang umkreiste. Ebenfalls erfolgreich war die ISRO-Mission „Mangalyaan“ zum Planeten Mars im Jahr 2013.

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