Eine künstlerische Darstellung des Schwarzen Lochs.
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Eine künstlerische Darstellung des Schwarzen Lochs.

Astronomie

Kosmisches Phänomen: Supermassereiches Schwarzes Loch „ernährt“ sich von umliegenden Galaxien

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Supermassereiche Schwarze Löcher wachsen in gigantischen Ausmaßen. Nun gibt es eine Theorie, warum sie so schnell wachsen können.

  • Ein Team von Wissenschaftlern hat ein sehr altes, supermassereiches Schwarzes Loch aufgespürt.
  • Es soll aus der Zeit kurz nach dem Urknall stammen.
  • Dazu soll sich das Schwarze Loch von Galaxien „ernähren"

Die letzten Jahre waren ergiebig für Weltraumforscher. So konnten Astronomen mehrere ferne Galaxien entdecken, die hochaktive und massereiche Schwarze Löcher beinhalten. Diese Schwarzen Löcher sollen, so die Theorie, innerhalb der ersten Milliarden Jahre nach dem Urknall entstanden sein. Nun hat ein Team von Astronomen ein supermassereiches Schwarzes Loch aufgespürt, das von einer netzartigen Struktur aus Gas umgeben ist. 

Schwarzes Loch aus der Zeit kurz nach dem Urknall entdeckt

Die Gasströme entlang des kosmischen Netzes sollen für einen stetigen Nachschub an Materie sorgen, wie das internationale Forscherteam im Fachblatt „Astronomy & Astrophysics“ beschreibt. Das Licht des Schwarzen Lochs soll 12,9 Milliarden Jahre benötigen, bis es die Erde erreicht. Deshalb beobachten die Astronomen das Schwarze Loch in dem Zustand, wie es 900 Millionen Jahre nach dem Urknall aussah. 

Eine weitere Besonderheit: in die netzartige Struktur des Schwarzen Loches sind sechs Galaxien eingebettet. Sie zählen zu den leuchtschwächsten Sternsystemen, die Astronomen jemals aufgespürt haben. „Vermutlich sehen wir nur die Spitze des Eisbergs“, so Barbara Balmaverde vom Observatorium Turin in Italien. „Wir sehen nur die hellsten Galaxien um das Schwarze Loch.“ Der Theorie zufolge könnten sich noch viele weitere, schwächer leuchtende Sternsysteme in der Nähe des Schwarzen Lochs befinden.

Schwarzes Loch „ernährt" sich von Galaxien

Für vier der sechs Galaxien konnten die Wissenschaftler eine direkte Verbindung zum Schwarzen Loch nachweisen. Die Galaxien könnten dem Schwarzen Loch sogar als Nahrung dienen.„Entlang der Filamente können Gasströme fließen, die sowohl den Galaxien als auch dem zentralen supermassereichen schwarzen Loch als Nahrung zur Verfügung stehen“, erklärt Erstautor Marco Mignoli vom Nationalen Institut für Astrophysik (INAF) in Bologna.

So enthalte das „Netz“ um das Schwarze Loch und die sich darin befindlichen Galaxien genug Gas, um dem Schwarzen Loch „Futter“ zu liefern, um eine derartige Masse erreichen zu können. Das könnte eine mögliche Theorie sein, weshalb supermassereiche Schwarze Löcher derartig schnell wachsen. Eine solch enge Ansammlung von Galaxien wurde nun zum ersten Mal aus der Zeit kurz nach dem Urknall beobachtet, wie die Astronomen erklären. Das Gebilde erstreckt sich etwa über das 300-Fache Volumen der Milchstraße. (Marvin Ziegele)

 

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