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Künftig werden Lehrerinnen und Lehrer erklären müssen, warum Lesen und Schreiben noch gebraucht wird.

Bildung via Alexa

Ein Kulturrevolution steht bevor

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Es sind weit grundlegender Fragen zu klären als die, ob Smartphones und WLAN als Unterrichtsmaterialien an Schulen sinnvoll sind. Ein Kommentar.

Dürfen Jugendliche Smartphones auf dem Schulgelände einschalten? Benötigt die Schule wirklich WLAN, und bereichern Tablets den Unterricht? Das sind Fragen, die pädagogische Konferenzen und Politik diskutieren, wenn es um Digitalisierung in der Bildung geht. Meistens Infrastrukturthemen, manchmal reicht es bis zu Möglichkeiten des differenzierten Unterrichts.

Die Erfahrung aus Bereichen, die den großen Schritt der Digitalisierung hinter sich haben, lehrt: Die Auswirkungen sind immer gravierender als erwartet. Nehmen wir die Musikindustrie, die einst für eine einzige CD doppelt so viel Geld bekam wie nun ein Monatsabonnement eines Streamingdienstes kostet.

Ein solch tiefer Wandel steht auch der Bildung bevor. Digitalaffine Kinder und Jugendliche lassen sich schon heute Wikipedia von Alexa vorlesen und wissen, wie sie auf Youtube relevante Dokumentationen finden. Ihr Referat erstellen sie als Präsentation – genauer gesagt, sie diktieren es per Spracherkennung in den Computer. Diese Schülerinnen und Schüler verstehen es also, sich umfassend zu informieren und die Ergebnisse zusammenzutragen – ohne selbst lesen und schreiben zu müssen. Bisher betrifft das nur die digitalen Vorreiter. Doch das wird sich schnell ändern – und lässt sich auch nicht mit Verboten aufhalten.

Bald stehen Schulen also vor einer Herausforderung, die heute noch abwegig klingt: nämlich zu erklären, warum Lesen und Schreiben sinnvolle Sachen sind. Eine Kulturrevolution. Und es wird weitere derart grundlegende Fragen geben. Sie müssen wir in den Mittelpunkt der Bildungsdebatten rücken – und nicht, ob Smartphones und WLAN sinnvoll sind.

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