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Wenn der Schnee ausbleibt, sorgen Schneekanonen für Wintersportbedingungen.

Wintersport

Schnee aus der Kanone

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Der schneereiche Winter der vergangenen Saison könnte ein Ausreißer gewesen sein. Der Einsatz von Schneekanonen zur Rettung des Wintersports ist umstritten.

Weiße Weihnacht? Aus der Mode gekommen. Auch in diesem Jahr war es ziemlich mau damit. Grauer Himmel, Regen, keine Flocke am Himmel. Nicht mal mit Kunstschnee war da was zu wuppen. Die Betreiber der Skigebiete in den deutschen Mittelgebirgen hatten Mitte Dezember ihre Schneekanonen schon mal angeworfen, um die Pisten in den Höhenlagen von Sauerland, Harz oder Erzgebirge fahrbereit zu machen. Da war es ein paar Tage lang kalt genug gewesen, um aus Wasser mit viel Strom Schnee zu fabrizieren. Doch dann kam die Wärme am vierten Advent, und aus der Traum.

Die Betreiber geben sich gelassen. Das „typische Weihnachtstauwetter“ sei das gewesen, heißt es etwa bei der „Wintersport Arena Sauerland“, die rund um Willingen und Winterberg in guten Jahren bis zu eine Million Gäste zählt. Der Dezember sei ja immer schon der am wenigsten schneesichere Monat gewesen, erst Januar und Februar gehe die weiße Post ab – mit Schnee vom Himmel oder eben aus der Kanone.

Von Sorgen, der Klimawandel könne das ihnen über kurz oder lang das Geschäft vermiesen, wollen die Skilift-Besitzer lieber nichts hören. Im letzten Winter habe es zum Beispiel Schnee satt bis Ostern gegeben. Doch der in höheren Lagen besonders schneereiche Saison 2017/18 könnte ein Ausreißer gewesen sein. Untersuchungen zeigen nämlich, dass sich die „Schneedecken-Dauer“ seit Mitte des letzten Jahrhunderts im Schnitt deutlich verringert hat. In Bayern zum Beispiel ist sie in niederen Lagen wie der Rhön um 40 Prozent verkürzt, in mittleren Lagen um zehn bis 20 Prozent. Studien in den Schweizer Alpen zeigen eine beständige Abnahme der Schneefälle seit den 1980er Jahren, insbesondere unter 1300 Metern Höhe.

Wie lange man dagegen mit Schneekanonen – und in den Alpen mit dem weiteren Erschließen von Gletscherregionen – etwas ausrichten kann, ist die Frage, zumal diese Strategien das Problem selber noch verschärfen. Der Vorstand der Alpenschutz-Kommission, Erwin Rothgang, kritisierte jüngst: „Wer den Klimawandel durch Energieeinsatz bekämpft, also den Bau von Schneebecken oder den Bau von Beschneiungsanlagen und deren Betrieb, der handelt widersinnig, weil er den Klimawandel fördert.“ Hören wollen das die Touristenorte nicht, die sich dem Kunstschnee und dem Gletscher-Skifahren sogar im Sommer verschrieben haben. Es ist zu vermuten: Sie machen so lange weiter, wie es noch funktioniert. Und dann ist Schluss.

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