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Covid-19

Schlaganfall durch Corona-Infektion? Forschung rätselt – nicht nur Risikogruppen in Gefahr

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Schlaganfälle treten im Kontext von Covid-19 auf. Die Frage der Reihenfolge stellt die Forschung vor ein Rätsel.

  • Führen Corona-Infektionen zu Schlaganfällen? Oder sind Schlaganfälle Symptom einer Infektion? Diese Fragen stellt sich derzeit die Forschung.
  • Verschiedene Studien untersuchen das Feld – mit unterschiedlichen Ergebnissen.
  • Der Fall eines jungen Mannes zeigt: Nicht nur klassische „Risikogruppen“ sind gefährdet.

Frankfurt – Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) standen am Mittwoch Rede und Antwort bezüglich der hohen Todesfälle nach Corona-Infektionen in Deutschland. Gegen Ende der Pressekonferenz verwies Wieler zudem auf ein Thema, das die Forschung bereits seit Beginn der Pandemie umtreibt. Covid-19 könne Erkrankungen wie Schlaganfälle auslösen, die in erster Linie nicht mit dem Virus in Verbindung stehen würden, sagte Wieler.

Die Meldungen, dass mit Sars-CoV-2 infizierte Patientinnen und Patienten Schlaganfälle erleiden, häufen sich. „Schwere Infektionen [...] können das Schlaganfall-Risiko erhöhen“, stellt die „Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ fest. Dieses Risiko resultiert im Allgemeinen aus Vorerkrankungen und einem damit verbundenen angreifbaren Immunsystem.

Schlaganfall durch oder nach Corona-Infektion? Forschung zeigt zwei Varianten

Das Risiko bezieht sich jedoch nicht nur auf klassische „Risikogruppen“: Mittlerweile existieren mehrere Studien, die nahelegen, dass Covid-19 zu teils schweren neurologischen Erkrankungen führen kann – dazu zählen auch verschiedene Varianten an Schlaganfällen. Beispielsweise fand eine Studie aus Larisa in Griechenland heraus, dass das Sterberisiko von mit Corona infizierten Schlaganfall-Patient:innen circa vierfach so hoch wie das der nicht-infizierten Schlaganfall-Patient:innen ist. Ähnliche Ergebnisse zeigte eine Studie aus New York. Dort wurden an Covid-19 Erkrankte mit Influenza-Kranken verglichen. Die mit dem Coronavirus Infizierten wiesen eine 1,6 prozentige Schlaganfall-Quote auf – die Grippe-Kranken hingegen eine Quote von 0,2.

Schlaganfälle können sowohl Erst-Symptome von Corona-Infektionen als auch die Folgeerscheinungen eines schweren Verlaufs von Covid-19 sein. (Archivfoto)

Wie die „Ärztezeitung“ berichtet, kommen Forschende aus Wuhan, wo Sars-CoV-2 zu Beginn der Pandemie auftrat, und aus Straßburg zu ähnlichen Studienergebnissen.

Eine weitere Untersuchung aus New York zeigt zudem: Nicht nur die klassischen „Risikogruppen“ sind von der Schlaganfall-Gefahr betroffen. Auch junge Menschen sind nicht davor gefeit. Fünf Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 30 und 50 Jahren erlitten dort jeweils einen Schlaganfall, innerhalb kürzester Zeit. Sie hatten alle unterschiedliche Vorerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes oder leichte Herzinfarkte. Und es zeigte sich: Schlaganfälle können auch als Erst-Symptom einer Corona-Infektion auftreten, nicht nur als Folge.

Erst-Symptom Schlaganfall: Corona-Infektion führt zu multiplem Organversagen

Die Forschenden beziehen sich in ihrer Studie, die sie im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht haben, unter anderem auf einen jungen Patienten, der einen Schlaganfall erlitt, aber keinerlei Corona-Symptome aufwies. Er hatte einen schweren Covid-19-Verlauf. Es kam zu multiplem Organversagen und der junge Mann musste künstlich beatmet werden.

Allerdings sind derartige Studien eher die Seltenheit. Das Gebiet ist nur sehr lückenhaft erforscht. In einem Punkt sind sich jedoch alle beteiligten Wissenschaftler:innen einig: Weitere Studien sind nötig, um herauszufinden, wie hoch das Schlaganfall-Risiko im Zusammenhang mit Corona-Infektionen ist. Ähnlich unerforscht ist, welche Organe in welchem Ausmaß durch das Coronavirus befallen werden. Forschende warnen. (Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © Emrah Gurel/Picture Alliance/dpa

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