+
Dieses Himmelsspektakel wird am 16. Juli wieder zu erleben sein.

Mondfinsternis

Im Schatten der Erde

  • schließen

Am Dienstag ist eine partielle Mondfinternis am Himmel zu sehen.

Diesen Monat steht der Mond besonders im Fokus – denn vor 50 Jahren sind mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin erstmals Astronauten dort gelandet. Doch noch vor dem 50. Jahrestag der ersten Mondlandung am 20./21. Juli gibt es einen anderen Grund, weshalb viele Menschen den Blick zum Erdtrabanten richten dürften: Am 16. Juli ist eine partielle Mondfinsternis am Abendhimmel zu sehen.

Wer die längste totale Mondfinsternis vor etwa einem Jahr oder die Mondfinsternis im Januar verfolgt hat, dürfte von der bevorstehenden Finsternis allerdings enttäuscht werden: Der Mond wird nur zu einem Teil verdunkelt, es wird daher auch kein so genannter „Blutmond“ zu sehen sein, bei dem sich der Mond rötlich einfärbt. Doch auch ohne dieses Phänomen ist eine partielle Mondfinsternis sehenswert, steht sie doch sinnbildlich für die großen Abläufe im Universum, die der Mensch nicht beeinflussen kann.

Eine Mondfinsternis ereignet sich nur, wenn die Erde während eines Vollmonds zwischen Sonne und Mond steht. Dann fällt der Schatten unseres Heimatplaneten auf den Erdtrabanten, der nicht selbst strahlt, sondern nur das Licht der Sonne reflektiert. Wird das Sonnenlicht vom Erdschatten blockiert, scheint der Mond zu verschwinden – im Fall der partiellen Finsternis jedoch nur teilweise.

Der Mond geht am 16. Juli etwa zur Zeit des Sonnenuntergangs auf. Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte man den Beginn der Mondfinsternis erkennen können: Der Erdschatten schiebt sich von links oben langsam über den Mond. Die Sichtbarkeit der Mondfinsternis beginnt nach astronomischen Berechnungen um etwa 21.25 Uhr. Um 23.31 Uhr ist der Mond maximal verfinstert, um etwa 1.39 Uhr ist die Mondfinsternis nicht mehr sichtbar. Um das Himmelsereignis zu beobachten, benötigt man keine Hilfsmittel. Man sollte sich eine bequeme Beobachtungsposition mit freier Sicht in Richtung Südosten suchen. Der Mond geht im Osten auf und steigt im Laufe der Nacht in Richtung Süden am Himmel nach oben. Häuser, Bäume oder Berge sollten den Blick nach Osten nicht versperren, denn der Mond wird verhältnismäßig tief über dem Horizont stehen.

Wer bewohnte Gegenden hinter sich lässt und sich einen Beobachtungsposten in der Natur sucht, hat den Vorteil, dass er weniger Lichtverschmutzung ausgesetzt ist und so neben dem Mond einen guten Blick auf den Sternenhimmel bekommen könnte. Aufmerksame Himmelsbeobachter sehen rechts oberhalb des Mondes einen hellen „Stern“, den Planeten Saturn. Der Ringplanet steht zu diesem Zeitpunkt fast direkt gegenüber der Sonne und erreicht deshalb beinahe seine größte Helligkeit.

Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man bei der Beobachtung einer Mondfinsternis keine Schutzbrille. Wer ein Fernglas oder Teleskop zur Hand hat, kann das ohne besondere Ausrüstung nutzen, um sich den Mond gefahrlos anzuschauen. Man kann das Naturspektakel jedoch auch ohne Vergrößerung deutlich sehen.

Wer die Mondfinsternis verpasst, hat so bald keine Gelegenheit mehr, in Deutschland einen verfinsterten Mond zu sehen: Die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis findet am 16. Mai 2022 statt. Am 28. Oktober 2023 ist in Deutschland die nächste partielle Mondfinsternis zu sehen.

Zeitplan 16. Juli

0.44 Uhr: Eintritt in den Halbschatten (nicht sichtbar)

21.23 Uhr: Mondaufgang in Frankfurt

21.25 Uhr: Sichtbarkeitsbeginn der Mondfinsternis

21.28 Uhr: Sonnenunterang in Frankfurt

22.02 Uhr: Eintritt in den Kernschatten

23.31 Uhr: Maximale Verfinsterung

1 Uhr: Austritt aus dem Kernschatten

1.39 Uhr: Sichtbarkeitsende

2.18 Uhr: Austritt aus dem Halbschatten

5.34 Uhr: Sonnenaufgang in Frankfurt

5.50 Uhr: Monduntergang in Frankfurt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare