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April 2003: Der ersten kommerzielle Test zur Erkennung der Lungenkrankheit SARS wird in Hamburg vorgestellt.

Coronavirus

SARS: Die Pandemie mit etwa tausend Todesopfern

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Bereits im Jahr 2002 wurde aus China eine schwere Infektionskrankheit in die Welt verbreitet: SARS.

  • Schon einmal ging von China aus eine Infektionskrankheit in die Welt
  • SARS-CoV  wurde erstmals im November 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong beobachtet
  • Bis heute ist kein Impfstoff gegen den SARS-Erreger entwickelt

Schon im Jahr 2002, lange vor der aktuellen Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2, wurde aus China eine schwere Infektionskrankheit in die Welt hinaus getragen. Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (englisch severe acute respiratory syndrome, kurz SARS) ist eine Infektionskrankheit, die erstmals im November 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong beobachtet wurde.

Das klinische Bild dieser Infektionskrankheit entspricht dem einer atypischen Lungenentzündung. Der Erreger von SARS war, ähnlich wie heute, ein bis dahin unbekanntes Coronavirus, das man mittlerweile als SARS-assoziiertes Coronavirus (SARS-CoV) bezeichnet. 2002/2003 kam es zu einer Pandemie mit etwa tausend Todesopfern.

Coronavirus: Abstammung SARS-CoV

Zunächst gab es Spekulationen, dass das Virus hinter der Lungenkrankheit von seltenen wilden Tieren als Hauptwirt abstammen könnte. Man ging davon aus, dass der Ursprung bei Schleichkatzen zu finden sei, die in Südchina gerne als Delikatesse verzehrt werden. Die Spekulationen wurden durch Berichte in chinesischen Tageszeitungen befeuert, wonach die Krankheit vom Koch eines Spezialitätenrestaurants für wilde Tiere in Shenzhen in Südchina ausgegangen sein könnte. Inzwischen halten auch Virologen eines WHO-Teams diese Theorie für plausibel.

Im September 2005 ergab eine Studie an verschiedenen wildlebenden Tieren im Hongkonger Großraum, dass das SARS-Coronavirus auch von Fledermäusen übertragen wird. In vierzig Prozent der Proben wurden Coronaviren gefunden, die genetisch große Ähnlichkeit mit dem beim Menschen und den Schleichkatzen identifizierten SARS-Erreger besitzen. Die Fledermäuse zeigten keine Krankheitsanzeichen.

In den Jahren 2013 und 2017 wurden weitere genetische Hinweise publiziert, die auf Chinesische Hufeisennasen als Reservoirwirt verweisen. Es ist jedoch weiterhin nicht zweifelsfrei geklärt, ob Fledermäuse oder Schleichkatzen der ursprüngliche Reservoirwirt des Virus sind. Die chinesischen Fledermäuse könnten auch ein direkter Übertragungsvektor auf den Menschen sein, da sie ebenso wie Schleichkatzen als Delikatesse gelten und ihr Kot in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird.

Symptome SARS-Coronavirus

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sieben Tage. Symptome sind laut WHO

  • plötzlich auftretendes, schnell steigendes, hohes Fieber (über 38 °C)
  • Halsentzündung mit Husten und Heiserkeit 
  • Atemnot
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Entzündung beider Lungenflügel

SARS-CoV: Der Erreger

Das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) ist der Verursacher des schweren akuten Atemwegsyndroms (SARS). Im April 2003, während der SARS-Pandemie 2002/2003, gab die WHO bekannt, dass als Verursacher ein Virus aus der Familie der Coronaviridae von verschiedenen Laboren entdeckt worden war. Ende März 2003 wurde SARS-CoV erstmals im Rahmen der Forschung anlässlich  der SARS-Pandemie isoliert in mehreren Laboren weltweit isoliert. Mitte Mai erfolgte mittels Tierexperiment der endgültige Beweis, dass SARS-CoV die Erkrankung auslöst.

Unter Laborbedingungen konnte nachgewiesen werden, dass verdünnte ausgehustete Absonderung der Atemwegsschleimhaut und verdünnter Stuhl mindestens 72 Stunden lang eine niedrige Infektiosität aufweisen.

Auf verschiedenen Flächen konnte eine Infektionsfähigkeit des Virus nach rund 72 bis 96 Stunden nachgewiesen werden. Die Infektiosität nimmt bei Raumtemperatur nach rund 120 Minuten ab. Das Virus wird durch Erhitzen über 56 Grad für mindestens eine halbe Stunde sowie durch 60-minütige UV-Strahlung vollständig inaktiviert.

Übertragung des SARS-CoV

Die ursprüngliche Annahme, dass das Virus an der Luft nicht sehr resistent sei, musste unterdessen revidiert werden. Es überlebt nach aktuellen Erkenntnissen bis zu 24 Stunden außerhalb des menschlichen Körpers. Eine Übertragung über Klimaanlagen wird inzwischen so gut wie ausgeschlossen. 

Die Übertragung des Erregers erfolgt wohl überwiegend direkt durch Tröpfcheninfektion nur aus kurzer Distanz kleiner als einem Meter, somit bei engem Kontakt mit hustenden und niesenden Infizierten. 

Der indirekte Weg über Kontaktinfektion ist bislang nicht eindeutig nachgewiesen, kann aber auch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, ebenso eine Übertragung über Körperausscheidungen. Weiterhin ist laut WHO eine Erregerübertragung durch infizierte Tiere (z. B. Kakerlaken) möglich.

SARS: Therapie

Eine Therapie gegen SARS gibt es noch nicht. Ärzte verabreichten damals zunächst Cortison. Danach erhielten die Betroffenen meist eine Mischung aus verschiedenen Antibiotika, um die begleitende Entzündung der Atemwege durch Bakterien abheilen zu lassen - die zusätzliche bakterielle Infektion macht die Lungenentzündung erst so gefährlich. 

Die RNA-Sequenz des SARS-Erregers ist zwar in Kanada entschlüsselt worden, jedoch ist die Entwicklung eines wirksamen Medikaments noch nicht in Sicht. Mit Hilfe der Gen-Daten könnten zwar neue Diagnoseverfahren entwickelt werden, aber es wird noch eine unbestimmte Zeit brauchen, bis Arzneimittel oder Impfstoffe zur Verfügung stehen.

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