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16 Prozent der Libellenarten gefährdet
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Eine Libelle der Art Africocypha varicolor sitzt auf einem Blatt. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat für die Rote Liste der gefährdeten Arten erstmals die Libellen untersucht.

Bdrohte Arten

Rote Liste: 16 Prozent der Libellenarten gefährdet

Jeder kennt sie, viele mögen sie. Libellen sind gerngesehene Besucher an heimischen Gartenteichen oder in Feuchtgebieten. Doch mit dem Schwund ihrer Lebensräume sind viele Arten vom Aussterben bedroht.

Gland - Libellen leisten den Menschen gute Dienste, weil sie ihnen stechende Plagegeister wie Mücken und Bremsen vom Leib halten.

Erstmals hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Gefährdung dieser Insekten unter die Lupe genommen und stellt fest: 16 Prozent der gut 6000 Arten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Hauptgründe seien die Zerstörung von Feuchtgebieten sowie Pestizide und andere Chemikalien in Gewässern, berichtete die IUCN am Donnerstag in Gland bei Genf. Feuchtgebiete verschwänden dreimal so schnell wie Wälder. Die Umweltstiftung WWF nannte Libellen „fliegende Edelsteine und wahre Flugkünstler“, die unberührte Biotope brauchen.

Mit den Libellen und anderen Arten hat die IUCN ihre seit 1964 geführte Rote Liste der bedrohten Arten aktualisiert. Sie umfasst nun in den stetig wachsenden Kategorien erstmals mehr als 40.000 Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Insgesamt wurden bislang mehr als 142.000 Tier- und Pflanzenarten untersucht.

Mit dem Wald verschwinden die Libellen

In Süd- und Südostasien und Zentral- und Südamerika verschwänden die Lebensräume der Libellen vor allem durch Waldvernichtung. Wälder würden gerodet, um Viehweiden, Siedlungen oder Plantagen mit Palmöl, Zuckerrohr oder Soja anzulegen. In Nordamerika und Europa seien vor allem Schadstoffe das Problem, sowie das Schrumpfen der Lebensräume und der Klimawandel.

Als global bedroht gilt auch eine in Deutschland heimische Libelle: die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) mit einer markant blau-schwarzen Zeichnung. „Auch hierzulande führen Libellen ein Rückzugsgefecht an vielen Fronten“, sagt Viola Clausnitzer von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Bestände nähmen vor allem durch eine Intensivierung der Landwirtschaft ab.

Kein Refugium für Spezialisten mehr

In den Hochmoorgebieten im Norddeutschen Tiefland wanderten neue Arten ein, die dort vorher heimische Libellen verdrängen. Dort hätten früher nur für dieses nährstoffarme Habitat angepasste Spezialisten gelebt. Doch die Gebiete würden nährstoffreicher, etwa durch Stickstoff aus Überdüngung oder auch aus dem Straßenverkehr. Dadurch wanderten Arten ein, die sonst in den Gewässern nicht vorkommen. Das bedrohe etwa die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) und die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa).

In Südeuropa setze der Klimawandel den Libellen zu. „Wenn Gewässer häufiger oder früher austrocknen, können Larven sich nicht entwickeln“, sagt Clausnitzer. Viele Arten seien gefährdet, weil viel Wasser aus Bächen für Agrarflächen abgeleitet wird. Mit höheren Temperaturen wanderten Libellenarten aus Südeuropa, wo sie weniger kühle Quellbäche finden, nach Norden, wie die rote Feuerlibelle (Crocothemis erythraea): „Sie ist sehr robust, den ursprünglich dort lebenden heimischen Arten überlegen und verdrängt sie“, sagt Clausnitzer.

Der WWF rief die neue Bundesregierung zum Handeln auf. „Vor allem gilt es, die Strukturarmut und den Pestizideinsatz auf Feldern und Plantagen flächendeckend und schnellstmöglich zu reduzieren“, teilte er mit. Die Moore müssten besser geschützt werden. dpa

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