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Ein Mitarbeiter behandelt im besonders geschützten Teil der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald einen Covid-19-Patienten.
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Ein Mitarbeiter behandelt im besonders geschützten Teil der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald einen Covid-19-Patienten.

Medikament

Coronavirus: Rheuma-Medikament verringert das Sterberisiko

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Die Kombination bestimmter Antikörper mit Kortison hilft Menschen, die schwer an Covid-19 erkrankt sind.

  • Tocilizumab und Sarilumab sollen laut einer aktuellen Studie das Sterberisiko bei schweren Verläufen von Covid-19 deutlich senken.
  • Die Rheuma-Medikamente helfen bei Entzündungen, die bei überschießenden Immunreaktionen vorkommen.
  • Auch für das Medikament Remdesivir gibt es neue Hoffnung.

Waltham – Zu monoklonalen Antikörpern als Therapie bei Covid-19 gibt es positive Nachrichten: So sollen Tocilizumab und Sarilumab laut einer aktuellen Studie eines internationalen Forschungsteams das Sterberisiko bei schweren Verläufen von Covid-19 deutlich senken. Die Untersuchung wurde jetzt im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Demnach verbessern die beiden monoklonalen (auf einen einzigen Zellklon zurückgehenden) Antikörper die Wirkung von Kortisonpräparaten. Deshalb wird empfohlen, beide Arten von Arzneimitteln miteinander zu kombinieren. An der Studie nahmen 800 Intensiv-Patientinnen und -Patienten teil, von denen 70 Prozent künstlich beatmet werden mussten.

Rheuma-Medikament gegen Corona: Antikörper und Steroide wirken entzündungshemmend

Sowohl die Antikörper als auch Medikamente auf Kortisonbasis, sogenannte Steroide, wirken stark entzündungshemmend. Das ist deshalb von Bedeutung, weil es bei schweren Covid-Verläufen oft zu überschießenden Immunreaktionen kommt, die schwere Entzündungen und in der Folge Gewebeschädigungen verursachen, ettwa in der Lunge.

Tocilizumab und Sarilumab wurden nicht eigens zur Behandlung von Covid entwickelt, sondern werden bereits zur Therapie von Rheuma eingesetzt. Beide blockieren den Rezeptor für das Zytokin Interleukin-6, einen Botenstoff, der Entzündungen fördert. Interleukin-6 wird relativ früh im Verlauf einer Infektion mit Sars-CoV-2 freigesetzt. Als Teil des angeborenen Immunsystems aktiviert das Zytokin Abwehrzellen, die Erreger nicht gezielt attackieren, sondern eher grob zu Werke gehen. Geschieht das bei schweren Infektionen in zu starkem Maße, so kann es dazu führen, dass eigenes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird.

Rheuma-Medikament gegen Corona: Kombination mit Remdesivir wird geprüft

Der Hersteller von Tocilizumab prüft unabhängig von der aktuell publizierten Studie unter anderem noch eine Kombination seines monoklonalen Antikörpers mit Remdesivir. Dieses antivirale Medikament galt vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie als großer Hoffnungsträger. Die Erfahrungen damit sind allerdings durchwachsen. Den großen Durchbruch bei der Therapie konnte das Mittel bislang nicht bringen. (Pamela Dörhöfer)

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