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Das von der Nasa veröffentlichte Foto des Mars zeigt mehrere Schattierungen von hell getönten Schichten, wahrscheinlich sedimentäre Ablagerungen.

Raumfahrt

Missionen zu Mond und Mars

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Für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird 2019 ein wichtiges Jahr.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat nach mehrmonatigem Schweigen des Mars-Rovers „Opportunity“ seine Mission beendet. Eigentlich war geplant, dass der Roboter nur 90 Tage auf dem Mars aktiv sein wird. Daraus wurden fast 15 Jahre. Ein erstaunlicher Erfolg. „Opportunity“ lieferte Unmengen kostbaren Daten, ehe ihm ein Staubsturm auf dem Planeten zum Verhängnis wurde.

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird sich in Zukunft mit seinen Partnern, der Europäischen Raumfahrtagentur Esa und den Amerikanern, stärker mit Mars- und Mondmissionen beschäftigen: „Um uns neue Technologien und Forschungsfelder zu erschließen, von der Quantentechnologie über das unbemannte Fliegen bis hin zu neuen Wärmespeicherkraftwerken, benötigen wir eine interdisziplinäre und bahnbrechende Forschung“, betonte DLR-Chefin Pascale Ehrenfreud auf der Jahrespressekonferenz am Donnerstag. In der Luftfahrt ginge es immer stärker um die Vermeidung von schädlichen Emissionen. „Elektrisch, unbemannt, digitalisiert – das sind die drei Attribute der aktuellen DLR-Forschung“, betonte die Professorin. Dabei gehe etwa um Sicherheit, präzise Positionsbestimmungen oder stabile Datenverbindungen. Dies seien alles Dinge, die die Wirtschaft auf der Erde benötige. „Jetzt schaffen wir die langfristige Basis für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Und ab nächster Woche wird auf dem Mars gehämmert. An Bord der im November auf dem Planeten gelandeten Sonde „InSight“ befand sich auch das DLR-Projekt HP3. Es ist, vereinfacht gesagt, ein Maulwurf, der sich in den Marsboden eingraben wird, sagt Hansjörg Dittus. Das DLR-Vorstandsmitglied für Raumfahrtforschung und -technologie kündigte an, dass die Rammsonde am 23. Februar damit beginnen soll, sich in den Marsboden zu bohren. HP3 wird in den folgenden Wochen versuchen, eine Tiefe von bis zu fünf Metern zu erreichen. Dabei wird das Instrument in unterschiedlichen Tiefen Messungen vornehmen. Hauptziel ist, den Wärmefluss unter der Oberfläche zu messen und daraus den thermischen Zustand des Marsinneren abzuleiten. Mithilfe der Daten wollen die Forscher Modelle der Entwicklung des Mars, seiner chemischen Zusammensetzung und seines inneren Aufbaus überprüfen, um so Schlüsse auf die frühe Entwicklung des Roten Planeten und der Erde zu ziehen.

Ausbau der 5G-Technologie

„Mars und Mond stehen wieder auf der Tagesordnung. Europa hat sich da bislang zurückgehalten“, sagte Walther Pelzer. Er ist im DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement zuständig und mahnte, dass sich Europa positionieren müsse. Im November treffen sich die verantwortlichen Minister der Esa-Partner in Sevilla. Dabei ginge es um viel: „Den Zugang zum All, die Missionen zu Mars und Mond, die Zusammenarbeit mit Russland, die Aufgabenteilung von ESA und EU sowie um die satellitengestützte Breitbandbeschleunigung im 5G-Standard.“ Als Beispiel offener Fragen nannte er die Finanzierung der Internationalen Raumstation ISS. Deutschland trage 40 Prozent des europäischen Gesamtbeitrags.

Soll das so weitergehen? Und wie wird man im Rahmen des Esa mit dem Brexit umgehen? Zudem ginge es um sicherheitsrelevante Projekte, um Kosten und Technologien. Für Deutschland sei wichtig, dass bis Ende des Jahres Eckpunkte eines Weltraumgesetzes stünden, betonten die DLR-Manager. Bislang werde weit weniger des Raumfahrtbudgets in nationale Programme gesteckt, als es in Frankreich oder in Italien der Fall sei, klagt Pelzer. „Wir müssen da eine Trendwende hinbekommen.“

Dies wäre wichtig für den Ausbau des Breitbandnetzes im schnellen 5G-Standard. Die Technologie auf der Erde bis zum letzten Anschluss zu bringen, ist zu teuer. Dünn besiedelte Gebiete sind daher nicht sehr attraktiv für die Kommunikationsunternehmen. DLR-Vorstand Pelzer sagt, satellitengestützt seien solche Regionen ohne weiteres abzudecken und 98 Prozent aller Anwendungen wären möglich. „Wir sollten noch möglichst 2019 über Testgebiete reden.“

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