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Chemie-Nobelpreis geht an drei Molekülforscher aus den USA und Dänemark

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Von: Tanja Banner

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Der Nobelpreis ist mit knapp einer Million Euro dotiert und wird in fünf Kategorien vergeben.
Der Nobelpreis ist mit knapp einer Million Euro dotiert und wird in fünf Kategorien vergeben. © imago/SKATA

Der begehrte Chemie-Nobelpreis geht im Jahr 2022 an Carolyn R. Bertozzi, Morten Meldal und K. Barry Sharpless.

+++ 12.06 Uhr: Carolyn Bertozzi erklärt in der Nobelpreis-Pressekonferenz, dass ihre Arbeit auch in der Medizin Anwendung findet. Es gehe darum, dass Medikamente dort ankommen, wo sie angewendet werden sollen. Der Bereich sei noch in seinen Anfängen und es gebe noch viele neue Reaktionen, die erfunden werden müssten. In der Biotech-Industrie und der Pharmazie könne man Click-Chemie einsetzen. Click-Chemie sei sehr elegant, man könne Reaktionen sehr leicht skalieren, so Bertozzi. Sie würden bereits in der Pharma-Branche eingesetzt.

Nobelpreis für Chemie geht an Forschungsbereich Click-Chemie

+++ 12.00 Uhr: Worum geht es in der Forschung, für die Bertozzi, Meldal und Sharpless den Chemie-Nobelpreis erhalten? Sharpless ist derjenige, der den Ball der „Click-Chemie“ ins Rollen brachte: Er entwickelte das Konzept für eine funktionale Form der Chemie, in der molekulare Bausteine einfach und effizient „zusammenschnappen“. Später entdeckten Morten Meldal und Barry Sharpless unabhängig voneinander die „Kronjuwelen“ der Click-Chemie: die kupferkatalysierte Azid-Alkin-Cycloaddition.

Carolyn Bertozzi wiederum entwickelte Click-Reaktionen, die innerhalb von lebenden Organismen genutzt werden können. Ihre bioorthogonalen Reaktionen stören die normale Chemie der Zelle nicht und werden weltweit genutzt, um zu kartieren, wie Zellen funktionieren. Forschende versuchen derzeit herauszufinden, wie sie genutzt werden können, um Krebs zu diagnostizieren und zu behandeln.

Das Konzept der Click-Chemie ermöglicht es, schnell und zielgerichtet Moleküle aus kleineren Einheiten zu synthetisieren. Click-Chemie kommt etwa bei der Entwicklung von Arzneimitteln, bei der Kartierung der DNA und bei der Herstellung von Materialien zum Einsatz, wie es hieß. Mithilfe bioorthogonaler Reaktionen haben Forscher etwa die Zielgenauigkeit von Krebsmedikamenten verbessert.

Chemie-Nobelpreis geht an zwei Molekülforscher und eine Molekülforscherin

+++ 11.56 Uhr: K. Barry Sharpless ist seit heute zweifacher Nobelpreisträger. Seinen ersten Chemie-Nobelpreis erhielt er 2001 für seine Arbeiten über stereoselektive Oxidationsreaktionen. Vor ihm erhielten John Bardeen, Marie Curie, Linus Pauling und Frederick Sanger zwei Nobelpreise.

Update vom Mittwoch, 5. Oktober, 11.50 Uhr: Der Chemie-Nobelpreis geht im Jahr 2022 an Carolyn R. Bertozzi (Stanford University), Morten Meldal (University of Copenhagen) und K. Barry Sharpless (Scripps Research) „für die Entwicklung der Click-Chemie und der bioorthogonalen Chemie“. Das teilt die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die Click-Chemie habe zu einer Revolution geführt, wie Chemiker über die Verbindung von Molekülen denken, so die Akademie.

Chemie-Nobelpreis 2022: Begehrte Auszeichnung im Fachgebiet Chemie

Erstmeldung vom Freitag, 30. September: Stockholm – Der Oktober ist ein ganz besonderer Monat für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in drei Naturwissenschaften: Medizin, Physik und Chemie. Denn Anfang des Monats werden die neuen Preisträgerinnen und Preisträger der jeweiligen Nobelpreise bekannt gegeben. Während die Preisträger für den Medizin-Nobelpreis und Physik-Nobelpreis bereits feststehen, ist es am 5. Oktober so weit und die Liste der Personen, die einen Chemie-Nobelpreis ihr Eigen nennen dürfen, wird um mindestens einen Namen erweitert. Die Bekanntgabe des Namens soll um 11.45 Uhr stattfinden.

Wie in jedem Jahr kursieren in den Wochen vor der Bekanntgabe der Chemie-Nobelpreise auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Namen von Forschenden, die den Preis verdient hätten. Der Medienkonzern Clarivate veröffentlicht kurz vor der Bekanntgabe der Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen jährlich die Liste „Clarivate Citation Laureates“. Auf ihr werden die Namen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgeführt, die aufgrund ihrer häufigen Zitierung in wichtigen wissenschaftlichen Publikationen als Favoriten für einen künftigen Nobelpreis oder anderen Wissenschaftspreis eingestuft werden.

Nobelpreis für Chemie 2022: Wer die begehrte Auszeichnung erhalten könnte

Auf der Liste für das Jahr 2022 stehen insgesamt vier Namen:

Chemie-Nobelpreis 2022: Im vergangenen Jahr wurden auch ein Deutscher ausgezeichnet

Im vergangenen Jahr erhielten der Deutsche Benjamin List und der in Schottland geborene US-Forscher David W.C. MacMillan den Chemie-Nobelpreis für Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen. Die beiden neuen Chemie-Nobelpreisträger hätten ein neues und geniales Werkzeug für den Aufbau von Molekülen entwickelt, die Organokatalyse, hieß es damals von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Chemie-Nobelpreis 2022 ist mit knapp einer Million Euro dotiert

Die Nobelpreise werden seit dem Jahr 1901 in den Kategorien Physiologie/Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Friedensbemühungen vergeben. Die Preise sind mit jeweils 10 Millionen schwedischen Kronen (etwa 981.000 Euro) je Kategorie dotiert. Das Preisgeld stammt aus dem Vermögen des schwedischen Erfinders und Industriellen Alfred Nobel, an dessen Todestag (10. Dezember) die Preise verliehen werden.

Chemie-Nobelpreis 2022
Zeit:5. Oktober 2022, 11.45
Ort:Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften, Stockholm
Bekannte Preisträger:Ernest Rutherford (1908)
Marie Curie (1911)
Otto Hahn (1944)

Die Namen der Nobelpreisträgerinnen und -preisträger werden jedoch bereits im Oktober bekannt gegeben – in der Nobelwoche wird von Montag bis Freitag jeweils der Preisträger oder die Preisträgerin einer Kategorie benannt. Eine Woche nach dem Medizin-Nobelpreis (dieses Jahr am 10. Oktober) wird auch bekannt gegeben, wer den Wirtschafts-Nobelpreis erhält. Dieser Preis wird im Gegensatz zu den anderen Preisen von der Schwedischen Nationalbank gestiftet. Sein offizieller Name: „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“. Am 5. Oktober wird der Physik-Nobelpreis vergeben. (tab/dpa)

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