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Der KI-Pionier: Bernhard Schölkopf.

Künstliche Intelligenz

Preis für KI-Forscher

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft geht in diesem Jahr an den deutschen Physiker, Mathematiker und Informatiker Bernhard Schölkopf.

Bernhard Schölkopf (51) deutscher Physiker, Mathematiker und Informatiker, erhält den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft. Ausgezeichnet werde er für seine Verfahren, die maßgeblich zu jüngsten „Höhenflügen“ der Künstlichen Intelligenz (KI) beigetragen hätten, teilte die Körber-Stiftung in Hamburg mit. Mittels seiner auf Algorithmen basierenden Support-Vektor-Maschinen (SVM) könnten Computer hoch komplizierte KI-Berechnungen schnell und präzise erledigen, hieß es zur Begründung.

Die Auszeichnung soll am 13. September im Hamburger Rathaus überreicht werden. Aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens erhöht die Körber-Stiftung nach eigenen Angaben die Dotierung ab diesem Jahr von bisher 750.000 Euro auf eine Million Euro. Damit solle ein „Zeichen für die Anerkennung von Spitzenforschung in Europa“ gesetzt werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Lothar Dittmer. Neu sei auch, dass fünf Prozent der Preissumme für Wissenschaftskommunikation zu verwenden seien. Damit solle die Anerkennung auch in der Öffentlichkeit gesteigert werden.

Schölkopf gilt laut Körber-Stiftung als ein „Pionier dieser neuen industriellen Revolution, die auf Information basiert“. Er zähle laut dem Forschungsmagazin „Science“ zu den zehn einflussreichsten Computerwissenschaftlern der Welt. Die von ihm entwickelten KI-Maschinen ähnelten dem Gehirn nachempfundenen neuronalen Netzen und lieferten teils präzisere Ergebnisse als diese. Darüber hinaus basierten sie auf mathematischen Grundlagen, was ihre Arbeitsweise transparenter mache.

Schölkopf äußerte sich verwundert über die Unkenntnis innerhalb der Bevölkerung in Bezug auf KI. Schließlich komme fast jeder tagtäglich damit in Kontakt. „KI ist im Spiel, wenn das Smartphone abgespeicherte Fotos automatisch nach Gesichtern und Themen wie Urlaub gruppiert“, so der Wissenschaftler. Es komme auch zur Anwendung, wenn Texte von einer Sprache in eine andere übersetzt würden.

Der Preis zählt zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen. Die Körber-Stiftung zeichnet damit seit 1985 jedes Jahr einen wichtigen Durchbruch in den Natur- oder Lebenswissenschaften in Europa aus. Nach Verleihung der Auszeichnung erhielten den Angaben zufolge bisher sechs Preisträger später den Nobelpreis. (kna)

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