Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ Ende Juni in der Arktis.
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Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ Ende Juni in der Arktis.

Eisbrecher

Nach einem Jahr in der Arktis: Schiff „Polarstern“ kehrt nach Deutschland zurück

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Das Schiff aus dem ewigen Eis: Ein Jahr nach seinem Aufbruch in die Arktis kehrt das Forschungsschiff „Polarstern“ nach Deutschland zurück.

Nach einem Jahr in der Arktis ist das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ am heutigen Montag (12.10.2020) wieder in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Die „Polarstern“ war am 20. September 2019 von der norwegischen Stadt Tromsø zu der nach eigenen Angaben bisher größten Arktis-Expedition aller Zeiten aufgebrochen. Hunderte Wissenschaftler in wechselnden Crews befanden sich während des Jahres nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) an Bord.

Eisbrecher „Polarstern“ kehrt nach Bremerhaven zurück

Während der letzten Seemeilen in der Außenweser wurde die „Polarstern“ von einem Schiffskorso begleitet. In der Bremerhavener Lloydwerft wollten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die Direktorin des AWI, Antje Boetius, die Crew nach Plan gegen 11.00 Uhr in Empfang nehmen. Mit an Bord ist Expeditionsleiter Markus Rex. Für Mittag waren erste Analysen von Rex, Boetius, Karliczek und Kapitän Thomas Wunderlich geplant.

Die Forscherinnen und Forscher der „Polarstern“ hätten einen einmaligen Datenschatz gehoben, „von dem noch Generationen nach uns profitieren werden“, teilte Karliczek mit. „So können wir Klimamodelle präzisieren und neu bewerten.“ Die Forschungsministerin bezeichnete die Arktis als Epizentrum des Klimawandels.

Ein Jahr in der Arktis: „Polarstern“ war an riesige Eisscholle angedockt

Zehn Monate lang driftete die „Polarstern“ angedockt an eine riesige Eisscholle durch die Arktis. Den gesamten Eiszyklus vom Gefrieren bis zur Schmelze der Eisscholle messen und dokumentieren - das konnten die Wissenschaftler so zum ersten Mal. Sie versprechen sich von den Daten wichtige Erkenntnisse über das Nordpolarmeer und über den Klimawandel. Kaum eine Region auf der Erde bekommt diesen so deutlich zu spüren wie die Arktis.

Der Weg der „Polarstern“.

Die „Mosaic“-Expedition war die bisher teuerste und logistisch aufwendigste im Nordpolarmeer. Beteiligt waren 70 Forschungsinstitute aus 20 Ländern mit über 300 Forschern. Wegen der Corona-Pandemie drohte zwischenzeitlich der Abbruch, weil wegen der Reisebeschränkungen der Crewwechsel der „Polarstern“ per Flugzeug erfolgen musste. (Marvin Ziegele)

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