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Polarlichter: Warum rund um den Frühlingsanfang mehr Nordlichter auftauchen

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Von: Tanja Banner

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Spektakuläre Polarlichter sind ein einzigartiger Anblick. Rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche ist die Chance auf Polarlichter am größten. (Archivbild)
Spektakuläre Polarlichter sind ein einzigartiger Anblick. Rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche ist die Chance auf Polarlichter am größten. (Archivfoto) © Design Pics/Imago Images

Rund um den Frühlingsanfang ist die Wahrscheinlichkeit, dass Polarlichter entstehen, besonders groß. Das liegt an einer ganz besonderen Position der Erde.

Frankfurt – Der kalendarische oder astronomische Frühling beginnt, wenn Tag und Nacht im März genau gleich lang sind. Dieser Tag kann auf den 19., 20. oder 21. März fallen – im Jahr 2022 war der kalendarische Frühlingsanfang am 20. März. Doch dieser Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche, auch genannt Äquinoktium, verspricht nicht nur all das, was man sich vom Frühling erhofft, sondern noch etwas anderes, das überraschen dürfte: Polarlichter.

Nordlichter oder Aurora Borealis entstehen, wenn geladene Teilchen, die die Sonne zuvor ausgestoßen hat (der sogenannte Sonnenwind), auf das Magnetfeld der Erde treffen. Um die Zeit der Tag-und-Nacht-Gleiche herum hat die Erde eine Position im Verhältnis zur Sonne, die Polarlichter begünstigt: Die Erdachse steht seitlich zur Sonne und stimmt mit dem Magnetfeld des Sonnenwinds überein. In der Zeit um das Äquinoktium ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass geladene Teilchen von den Feldlinien der Magnetosphäre der Erde beschleunigt werden und in dieser Folge spektakuläre Polarlichter entstehen.

Erhöhte Polarlichter-Wahrscheinlichkeit rund um den Frühlingsanfang

Die erhöhte Polarlichter-Wahrscheinlichkeit rund um den Frühlingsanfang bedeutet jedoch nicht zwangsweise, dass auch in Deutschland Polarlichter zu sehen sind. Polarlichter in Deutschland sind möglich – jedoch nur bei stärkeren Sonnenstürmen. Wer Aurora Borealis sehen möchte, sollte sich nicht darauf verlassen, sondern einen Ort aufsuchen, an dem Polarlichter wahrscheinlicher sind – möglichst weit im Norden. In Europa gelten Island, Lappland sowie der Norden Norwegens als gute Regionen, um Polarlichter zu sehen. Auch in Grönland und im Norden Russlands ist das möglich, genau wie im Norden Nordamerikas.

Doch zurück zu der erhöhten Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche: Das Äquinoktium, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, gibt es zweimal im Jahr – der zweite Tag fällt auf den 22., 23. oder 24. September, im Jahr 2022 ist es der 23. September. Und auch für die Zeit um dieses Datum herum gilt: Polarlichter sind dann wahrscheinlicher. Wie die US-Raumfahrtorganisation Nasa auf ihrer Website berichtet, sind historischen Aufzeichnungen zufolge geomagnetische Störungen im Frühling und Herbst fast doppelt so wahrscheinlich wie im Winter oder Sommer.

Polarlichter im Frühling und Herbst: Risse im Magnetfeld der Erde

Dazu trägt auch der Russell-McPherron-Effekt bei, wie das Portal Spaceweather.com berichtet. In den Wochen rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche entstehen Risse im Magnetfeld der Erde, durch die der Sonnenwind leichter eindringen kann. So kann selbst schwacher Sonnenwind oder ein Sonnensturm, der die Erde eigentlich knapp verfehlt, in hohen Breitengraden für ein ansehnliches Polarlichter-Spektakel sorgen.

Die Aktivität der Sonne durchläuft einen 11-jährigen Zyklus, der Höhepunkt der Sonnenaktivität wird Ende 2024 oder im Jahr 2025 erwartet. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter in den nächsten Jahren weiter ansteigen dürfte. Doch Sonnenstürme sind nicht nur die Verursacher spektakulärer Polarlichter – ein Sonnensturm kann auch zu einer Gefahr für die Erde und die Satelliten in deren Umlaufbahn werden. (tab)

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